Hardware
13.11.2014

Mausguide #3 – Die Begriffe: LOD, DPI, FPS und viele mehr

Und weiter geht es mit unserem Mausguide. Im dritten und vorerst letzten Teil widmen wir uns einer etwas technischeren Ebene der geliebten Gaming Maus und erklären einige Begrifflichkeiten. Begrifflichkeiten, die euch beim Mauskauf sicherlich schon mal unter die Augen gekommen sind. Was ist LOD, DPI, FPS oder IPS? Wir sagen es euch!

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LOD: Lift-off-Distance

Die Lift-off-Distance (LOD) spielt neben dem Angle Snapping eine Rolle. LOD ist die Entfernung, bei der der optische Sensor das Abtasten der Oberfläche beim Anheben der Maus beendet. Das Beenden des Trackings der Maus ist von verschiedenen Faktoren abhängig: Zum einen beeinflusst der Sensor, die darin enthaltene LED und das Material des Mauspads, die Abtastung. Wenn man sich für den Kauf einer neuen Maus entscheiden möchte, sollte die LOD in die Kaufentscheidung miteinbezogen werden. Denn als Low-Senser kann es schnell passieren, dass der Mauszeiger beim Anheben minimal verrutscht, weil die LOD so hoch ist, dass das Tracking beim leichten Anheben nicht beendet wurde. Vor allem in Spielen wie First-Person-Shootern kann ein solches Verhalten als störend empfunden werden.

lift-off-distance

DPI: Dots per Inch (Punkte pro Zoll)

Bei DPI unterscheidet sich die Empfindlichkeit der Maus. Also die Strecke, die auf der Unterlage mit der Maus gefahren werden muss, um eine bestimmte Entfernung mit dem Mauszeiger auf dem Bildschirm zurückzulegen. Denn umso höher die Empfindlichkeit der Maus, desto kürzer der Weg auf dem Mauspad. Je mehr Punkte auf einer bestimmten Strecke aufgelöst werden können, desto empfindlicher ist die Maus. Bei First-Person-Shooter bewegt man sich eher im Bereich zwischen 800 und 2.100 DPI, mitunter auch etwas mehr oder weniger. Bei Strategie-Spielen oder MMORPGs sieht das etwas anders aus. Da darf es dann auch schon mal alles sein, was eine Maus so hergibt. Im Groben kann man sagen, dass es bei der DPI-Auswahl um das Sichtfeld geht, welches bei einem Shooter doch eher etwas enger ist und bei MMOs weitläufiger.

IPS: Inches per Second (Maximale Arbeitsgeschwindigkeit)

Angegeben wird die maximal unterstütze Geschwindigkeit einer Computermaus in IPS (Inch per Second). Die theoretisch maximale Geschwindigkeit, die wir als Anwender auf die Maus übertragen können, liegt laut Lehrbuch bei circa 8 Meter pro Sekunde. Hierbei handelt es sich lediglich um unkontrollierte Bewegungen. Wenn man also tatsächlich diese Geschwindigkeit erreicht, dann ist sie zur Steuerung der Maus völlig ungeeignet. Wenn man nun maximale Kontrolle erreichen will, dann landet man bei der Höchstzahl gerade mal bei ein bis zwei Meter pro Sekunde. Dieses ist dann auch schon das allerhöchste der Gefühle.

40 IPS, ganz genau sind es 39,4 IPS (liest sich aber doof), entsprechen ungefähr ein Meter pro Sekunde. Für Profi-Gamer genügen schon Werte von 10-20 IPS. Einige Mäuse unterstützen schon Werte über 40 IPS, gerne auch 60 IPS, wie einige Razer Modelle. Das theoretische nutzbare Maximum wird dadurch natürlich überschritten und deren Erwähnung dient lediglich noch dem Marketing als dem User selbst.

Logitech G402

Angeblich die schnellste Gaming Maus: Logitech G402 mit 420 IPS

FPS: Frames per Second (Abtastfrequenz)

Als optische Mäuse auf den Markt kamen, war die Abtastfrequenz lange Zeit ein großes Thema. War die Abtastfrequenz und die Fläche zu gering, konnten hohe Bewegungsgeschwindigkeiten vom Sensor nicht richtig erfasst werden. Dieses Thema ist aber längst Geschichte, da sich beide Bereiche stark erhöht haben. Wer noch unsicher ist, wie viel FPS richtig sind, der tut gut daran, eine Maus zu kaufen welche mindesten im 4-stelligen Abtastfrequenz-Bereich liegt. Aktuelle Modelle liegen bereits im höheren 4-stelligen Bereich. Bei Lasermäusen liegt der Standard sogar schon bei einer Abtastfrequenz von rund 7080 Hz und in Ausnahmefällen sogar schon bei 40 kHz.

Polling-Rate (Abtastrate)

Die Polling-Rate beschreibt im Wesentlichen die Hertzangabe bei der Signalübertragung, sprich das Senden der Bewegungsdaten. 1 Hz gleicht eine Schwingung pro Sekunde. In dem Bereich der Fernseher bedeutet es, umso höher die Hertz-Zahl, umso besser das Bild und umso schärfer ist es auch. Bei Computermäusen geht es um die Anzahl der Signale, die die Maus in einer Sekunde an den PC sendet. Jede Maus sendet mit einem Standardwert von mindestens 125 Hz. Bessere Modelle haben einstellbare Werte und bringen meist zwischen 500 und 1000 Hz. Bei 1000 Hz reden man vom Ultrapolling. Es wird darauf hingewiesen in den Bedienungsanleitungen der Mäuse, dass Ultrapolling die CPU-Performance beeinflussen könnte. Dies kann allerdings mittlerweile bei den neueren Systemen ignoriert werden. Wer sich dennoch unsicher ist, sollte die Performance seines Systems im Auge behalten und dabei an diese Eigenschaft denken.

Angle Snapping

Es geht dabei um die einfache Funktion der Begradigung von Linien, die mit der Maus gezogen wurden. Man sollte vor Kauf einer Maus wissen, ob man dieses Hilfsmittel haben möchte, oder eben nicht. Denn dies ist reine Geschmackssache und könnte nicht jedem Gefallen. Es soll bei Computerspielen das Anvisieren auf der horizontalen Ebene unterstützen, aber auch bei der Grafikbearbeitung hilfreich sein. Es gibt Mäuse bei denen sich dieses Feature im Treiber umschalten lässt. So zum Beispiel die SteelSeries Sensei und die Cougar 700M.

Low- / Mid- / Highsense

Lowsenser

Wie der zusammengesetzte Name schon sagt, wird eine niedrige (Low) Bewegungseinstellung (sense) gewählt. Dadurch muss der Lowsenser die Maus weiter bewegen um sein Ziel auf dem Bildschirm zu erreichen. Er braucht dafür entweder ein großes Mauspad oder hebt die Maus bei einem normalen Pad immer wieder zur Korrektur an. Enormer Vorteil des Lowsensers ist die extrem genaue Bewegung, nachteilig ist die vergleichsweise langsame Bewegung. Lowsenser haben meist einen sehr guten Überblick und sind für gewöhnlich die denkenden Köpfe und Sniper im Team. Einem Lowsenser ist die DPI egal und spielt üblicherweise auf 400 DPI.

Midsense

Von vielen zu Unrecht als Normalos und Langweiler bezeichnet, sind Midsenser die Nutzer des Mittelweges. Den Lowsenser spielen sie im Nahkampf mit Geschwindigkeit aus, den Highsenser im Distanzkampf mit Genauigkeit. Officenutzer sind für gewöhnlich Midsenser. Gerade aus diesem Grund spielen viele Gamer midsense, denn sie müssen sich nicht extra fürs Spiel an eine neue Mausbewegung und Geschwindigkeit gewöhnen. Wir empfehlen rund 800 DPI für Midsenser. Alle aktuell erhältlichen modernen optischen Mäuse sind auf den Midsenser ausgerichtet. Dies gilt aber natürlich auch für alle Lowsenser und Highsenser, da die UI jeder Maus die gewünschte DPI auf Knopfdruck liefert.

Highsense

Wie der Name schon sagt, wird eine hohe sensitive Einstellung verwendet. Sie legen mit Ihren Mauszeiger sehr große Strecken bei einer sehr kurzen Mausbewegung zurück. Ihr Vorteil liegt in der äußerst schnellen Bewegung. Nachteilig ist die teilweise Unkontrollierbarkeit der Bewegung und die daraus resultierende Ungenauigkeit. Ihre Maus bewegen Sie auf meist ziemlich kleinen Pads alleine aus dem Handgelenk heraus. Highsenser spielen schnell, hitzig und nicht-taktisch am liebsten an vorderster Front und brauchen Mäuse mit sehr viel DPI. Teamführung und Snipern ist meist nicht ihr Ding. Highsenser sind meist leidenschaftliche Frontschweine. Ein perfekt trainierter Highsenser mit optimaler Maus ist unschlagbar, weil er schnell und genau in jeder Lebenslage ist.

Makros

Makros kennt jeder aus dem Tastaturbereich und wird sich fragen, warum man so etwas bei Mäusen eingeführt hat. Makros an einer Maus, wie der Logitech G600, können massiv hilfreich sein. Im Spiel sieht das dann schon wieder anders aus. Zwar kann man alles mögliche in ein Makro setzen, aber Beliebter wird man dadurch nicht. Vor allem dann nicht, wenn andere Spieler merken, das man Makros zu seinem Vorteil nutzt, um Punkte zu erzielen. Ein Einsatzzweck für richtige Makros wäre zum Beispiel, dass ihr bei einem Rollenspiel mit nur einem Druck auf eine Makrotaste einen Heilzauber aktiviert, ausführt und dann einen Mana-Trank zu euch nehmt, was normalerweise mehrere Maus- oder Tastaturklicks benötigen würde. Natürlich sind Makros aber auch für Dinge außerhalb von Spielen geeignet. Zum Beispiel könnte man ein Makro festlegen, das durch Druck auf eine der Makrotasten automatisch ein Menü der Systemsteuerung öffnet und dort eine Einstellung ändert, als ob man selber per Maus dort hin navigieren würde. Gute Mäuse und Tastaturen, beziehungsweise deren Software, lässt auch komplizierte Makros zu, bei denen simuliert werden soll, dass bestimmte Tasten auch für eine ganz bestimmte Dauer gedrückt gehalten werden.

Makroerstellung der Speedlink-Software

Testenbelegung für Mäuse mit der Speedlink-Software

Profile

Bei Maus-Profilen verhält es sich so, dass man bestimmte Einstellungen der Maus in ein Profil abspeichert und wenn jemand anderes den PC mitbenutzt, kann er durch Tastendruck sein eigenes Profil abrufen und mit der Maus weiter arbeiten. Genau so kann man auch diverse Makroprofile erstellen, sie jeweils für ein anderes Spiel laden und muss nicht immer wieder alles neu einstellen.

g-Faktor (Maximaler Beschleunigungswert)

Hierbei handelt es sich um die maximal zulässige Erschütterungsstärke, die der Sensor einer Maus aushalten kann, um dann wieder richtig zu funktionieren. Beispielsweise Kollisionen mit hohen Geschwindigkeiten, oder aber Stürze aus größeren Höhen. Aber wer benutzt bei einem Erdbeben dieser Stärke schon noch seelenruhig eine Maus? Niemand. Und deswegen wird ein störungsfreier Betrieb auch nicht mehr gewährleistet, während dieser Erschütterung. Praxisbezogen können mittlerweile Werte um die 50G erreicht werden. Das bedeutet eine Geschwindigkeitszunahme von 20.000 IPS pro Sekunde oder einer Beschleunigung von 500 m/s. Wer seine Maus also nicht mit Samthandschuhen anfasst, der kann diesen Wert dennoch ganz getrost missachten. Das schafft nun wirklich niemand. Denn selbst bei geringen G-Kräften würde sich die Maus in ihre Einzelteile auflösen. Und jeden, der es doch von Hand schafft, möchten wir bitten, uns ein Video davon zu senden.

Ihr habt spezielle Fragen, braucht Hilfe oder steht vor einer wichtigen Entscheidung? Wir helfen euch gerne und stehen so gut es geht mit Rat und Tat zur Seite. Schreibt uns doch einfach auf Facebook oder über unsere Webseite an. Solltet ihr eine umfangreichere Frage haben, widmen wir dem ganzen unter Umständen auch einen eigenen Artikel.
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Rayzzzen
Donnerstag, 25.12.2014

Guten Tag ,
Die Sachen wurden mir hier sehr gut erklärt ^^

Nur ich habe ein Problem , mit meiner LOD .
Beim zocken „lagt“ der Zeiger von einer Stelle zur anderen , wenn ich die Maus anhebe . Das nervt total bei Spielen wie Advanced Warfare oder Counter Strike.
Weiss da jemand mir zu helfen ??

Egal
Montag, 11.01.2016

Hallo, echt super alles erklärt hier!
Ich wollte mal fragen ob ich als cs:go spieler etwas von einem upgrade von meiner Drakonia Black zu einer „high-end“ gamingmaus hätte oder ob es im höheren Preissegment keine merklichen Unterschiede gibt.

Jawaji
Sonntag, 10.07.2016

Guten Tag.
Ich habe noch eine Frage, und zwar dsteht bei der roccat maus kone xtd „150 zoll pro senkund“.Was bedeutet das ? Und was sind Mega-Pixel bei einer Maus ?


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