Hardware
06.05.2014

Wasserkühlung Antec H2O 950 Review: Eisiger Leisetreter?

Wie sicher jeder mitbekommen hat, haben wir in der letzten Zeit massig Tests rausgehauen und dabei einige Tastaturen, Headsets und Gehäuse hier gehabt. Jetzt wagen wir uns mal in den Bereich der kompakten Wasserkühlungen. Freundlicherweise stand der Hardware-Hersteller Antec uns dabei zur Hilfe und hat uns eines ihrer Produkte aus der Kühlungs-Sparte zugesendet: Die Antec H2O 950 Wasserkühlung.

Antec H2O 950 Verpackung

Wasserkühlungen für CPUs und GPUs gibt es schon eine wirklich lange Zeit, und obwohl sie in der Vergangenheit als etwas Einzigartiges ausschließlich für Hardcore-Übertakter und Enthusiasten interessant waren, sind sie mittlerweile auch unter normalen Gamern und Anwendern recht stark verbreitet. Nicht jeder ist bereit, eine individuelle Wasserkühlung (WaKü) zu planen und dann zu verbauen, da es sowohl Zeit, als auch Mühe und etwas Fachwissen erfordert. Vom wenigen Platz in einem normalen Gehäuse mal ganz abgesehen. Kompakte Wasserkühlungen kombinieren sehr gute Leistungswerte und eine einfache Installation mit relativ niedrigen Kosten. Antec war unter den ersten Herstellern, die den Markt versorgt haben und heute werfen wir einen Blick auf die Antec H2O 950 Wasserkühlung.

Durch die Gründung im Jahr 1986 ist Antec als Pionier in der Branche anerkannt und hat seine Position als weltweiter Marktführer und internationaler Anbieter von effizienten, leisen und zuverlässigen Produkten weiter festigen und somit erhalten können. Das Antec Gehäuse-Angebot umfasst eine große Auswahl an Cases, wie das Nine Hundred, eines der führenden Gamer-Gehäuse. Der Hersteller bietet zusätzlich auch eine PC-Accessoire-Linie von vielen Original-Produkten, einschließlich der patentierten LED-Lüfter und Notebook-Cooling-Lösungen. Antec hat seinen Hauptsitz in Fremont, Kalifornien, mit weiteren Niederlassungen in Rotterdam, Niederlande sowie Deutschland, China und Taiwan.

Antec H2O 950 Lüfter

Der Ersteindruck: Mehr Schein als Sein?

Der Radiator der Antec H2O 950 WaKü, welcher als Wärmetauscher fungiert, macht einen sehr sauber verarbeiteten Eindruck. Hierbei muss man erwähnen, dass es auch das wichtigste Teil im Kit darstellt. Sämtliche Teile des Radiators sind vernünftig zusammengebaut worden und es sind keinerlei Mängel zu sehen. Sogar die Kühlrippen des Radiators sind frei von scharfen Kanten und minimieren dabei die Verletzungsgefahr. Auch die Lüfter wirken hochwertig und Defizite waren, wie man es von Antec bereits kennt, nicht festzustellen. Auch die Lackierung, welche bei PC-Teilen nicht immer makellos ist, wirkt sehr ordentlich und weist keine Lücken, Laufnasen oder Blasen auf. Insgesamt kommt die Antec H2O 950 in einem überzeugenden Gesamtpaket daher, an dem es auf den ersten Blick nichts auszusetzen gibt.

Antec H2O 950 Aggregat

Noch alle Schrauben beisammen?

Der Inhalt ist ein übliches Sortiment aus Klammern und Schrauben, inklusive dem kreisförmigen Kühlkörperhalter, welcher sowohl für AMD, als auch für Intel entwickelt wurde. Normalerweise gibt es spezielle Halterungen für die unterschiedlichen Prozessoren. Des Weiteren haben wir mehrere Schrauben zum Befestigen des Radiators am Gehäuse zur Verfügung sowie sämtliche Halteschrauben für den Kühlkörper. Unter anderem hat Antec noch kleine Klebepads dazu gepackt, um die Lücken unter der Backplate zu schließen.

Antec H2O 950 Verpackung

Technische Details

  • Maße (Radiator): 120 x 159 x 50 mm (B x H x T)
    Höhe (Pumpe): 26 mm
    Schlauchlänge: 300 mm
  • Gewicht: 1.3 kg
  • Gefüllter Wasserkreislauf
  • Im Lüfter integrierte Pumpe
  • Lüfter: 2x 120 mm (600 – 2.400 U/Min.)
  • Luftstrom: 25 bis 98 CFM
  • Lautstärke: 16-38 dBA
  • AMD-Kompatibilität:
    AM2, AM2+, AM3, AM3+, FM1, FM2, FM2+
  • Intel-Kompatibilität: 775, 1150, 1155, 1156, 1366, 2011

Test-System

  • Intel Core i5 750 (Lynsdale)
  • 8 GB DDR3 Patriot RAM 1666@1066 MHz
  • ATI Radeon 6970
  • Plextor SSD 128 GB
  • Western Digital HDD 1TB
  • Sharkoon PSU 450 Watt

Besorgt euch Gummi-Hände, hier kommt der Einbau

Es gibt eine Reihe von Schritten, die bei der Installation zu beachten sind. Einige Unternehmen bauen ihre kompakten Wasserkühlungen so, dass man sich einiges an Arbeit ersparen kann, aber nicht Antec. Die Firma hat hier leider den Fehler gemacht und die Halterung extrem kompliziert konstruiert. Und obwohl der Prozess um den Antec 950 Kühler zu installieren, auf dem Papier sehr simpel dargestellt ist, gestaltet er sich in der Realität eher kniffelig.

Wir haben erst überlegt, wo wir den Radiator anbringen und uns schlussendlich dafür entschieden, ihn an der Rückseite zu installieren. Wir hatten beim Einbau die Möglichkeit, den Radiator unter den Deckel zu setzen, aber wegen der Zirkulation der Luft empfanden wir die andere Variante als wirkungs- und sinnvoller. Antec stellt hier eine sogenannte Backplate zur Verfügung, die zur Fixierung der Kühlkörper-Halterung dient. Befestigt wird diese hinter dem Mainboard. Daher ist es auf jeden Fall zu empfehlen, das Mainboard vor der WaKü-Installation auszubauen, denn ansonsten kommt man nicht sehr gut an die wichtigen Stellen ran. Achtung Leute! Nun wird es kompliziert: Sobald die Backplate angebracht wurde, muss die Kühlkörper-Halterung mit den vier Befestigungsschrauben auf dem Mainboard rund um die CPU aufgeschraubt werden. Achtet darauf, dass ihr keine der in der Nähe befindlichen Transistoren verbiegt.

Antec H2O 950

Um schließlich den Kühlkörper an der Backplate zu befestigen, und die Schrauben nicht im Kühlkörperhalter zu blockieren, sollten mehr als zwei Hände zur Verfügung stehen. Ansonsten läuft man Gefahr, dass immer wieder alles weg rutscht und die Frustration irgendwann so massiv steigt, dass man den gesamten Kühler so lange an die Wand wirft, bis dieser sich von Zauberhand alleine im PC einbaut. Der Kühlkörper wird auf der Halterung aufgesetzt und mit einer Vierteldrehung eingerastet.

Wenn man dann den Radiator befestigen möchte, braucht man auch hier wieder mehr als zwei Hände. Es kann beim Einführen der Schrauben passieren, dass einem der zweite Lüfter zwischen Gehäuse und Radiator durch rutscht, da der Radiator alleine mit dem fest angebautem Lüfter schon recht groß für eine Hand ist, muss man wieder alles umständlich in Position bringen.

Antec H2O 950

Alles reine Einstellungssache, aber bunt wird es auch

Die GRID v2.0 Steuerungssoftware ist dafür da, um die Temperatur der Flüssigkeit in der Kühlungsanlage zu prüfen. Des Weiteren kann man entweder zwischen zwei Modi umherschalten oder seine eigene Lüftergeschwindigkeit einstellen. Auf dem Kühlkörper sitzt eine RGB-LED, bei der man manuell die Farbe einstellen kann oder sie ändert sich selbst je nach Temperatur der CPU. Ein besonderes Feature offenbart sich erst beim Einbau: Die LED leuchtet nämlich den Lüfter so an, dass wenn dieser sich dreht, es so aussieht, als würde der Lüfter sehr langsam laufen und in zwei unterschiedlichen Farben leuchten. Das sieht natürlich sehr cool aus und bringt der Wasserkühlung einige Stylepunkte ein. Mit dabei ist eine solide dreijährige Garantie und nicht zu vergessen, die Kompatibilität mit den CPUs der letzten acht Jahre. Auf dem Papier hat die Antec H2O 950 alles was sie braucht, um eine erfolgreiche Kompakt-Wasserkühlung zu werden.

Schweißtreibend und ohrenbetäubend

Temperaturen

Für unseren Test verwenden wir, wie bereits erwähnt, den Core i5 750. Die Idle-Temperaturen werden insgesamt zehn Minuten aufgezeichnet, um einen aussagekräftigen Mittelwert zu erhalten. Die Volllast-Temperaturen werden circa 15 Minuten mit 100 Prozent Auslastung aufgezeichnet. Für den Stresstest verwenden wir FurMark.

Im Ruhezustand stieg die Temperatur des Prozessors auf maximal 26 Grad Celsius an. Dieses Ergebnis finde ich persönlich völlig in Ordnung und eine gewisse „Betriebstemperatur“ sollte auch herrschen dürfen. Man darf nicht vergessen, dass der Intel Prozessor schon recht alt ist und auch über ein anderes Abwärme-Management im Vergleich zu den modernen Haswell-Prozessoren verfügt. Unter Last stieg die Temperatur dann auf maximal 38 Grad.

Zuvor hatte ich 38 Grad im normalen Betrieb und unter Maximallast stiegen die Temperaturen sogar auf 55 Grad an. Die Steigerung ist daher sehr positiv und spricht in jederlei Hinsicht für die Antec H2O 950, weshalb ich sehr zufrieden mit den neuen Werten bin.

Antec Wasserkühlung H2O 950

Lautstärke

Um die Lautstärke zu testen, haben wir wiederholt den Idle-Modus und die Volllast getestet. Zusätzlich haben wir alle anderen Lüfter abgeklemmt, um ganz genau zu hören, wie dieser Mini-Wasserfall rauscht. Unter anderem ist der Raum mit circa 12 Quadratmeter und einer Deckenhöhe von rund 2,80 Meter groß genug, um die Lüfter genau wahrnehmen zu können. Am Rande muss noch kurz erwähnt werden, dass dieser Raum sehr hellhörig ist.

Aber wirklich etwas hören tut man eigentlich nicht, denn die zwei 120-mm-Lüfter drehen ganz ordentlich und ruhig ihre Runden. Es sei denn, man ist extrem geräuschempfindlich und es stört einen bereits, wenn ein Stück Watte auf den Boden fällt. Auch, wenn die Lüfter auf maximaler Stufe drehen, werden sie kaum merkbar lauter.

Antec H2O 950 Rückseite

Fazit: Das Ende ist nah! Wo genau?

Award 89Die Einzelteile der Kühlkörper-Halterung müssen dringend überarbeitet werden. Dies würde den Einbau nämlich erheblich vereinfachen. Dasselbe gilt auch für den fest verbauten Lüfter auf dem Radiator. Würde dieser abschraubbar sein, könnte Antec bestimmt noch höhere Umsatzzahlen schreiben. Die Wasserkühlung erfüllt ihren Sinn und Zweck vollkommen und erreicht mit Hilfe der Doppellüfter exzellente Ergebnisse. Abgerundet wird dies durch eine nahezu lautlose Arbeitsweise von Pumpe und Lüfter. In Anbetracht dessen, kann ich mit Bestimmtheit sagen, dass die Antec H2O 950 Wasserkühlung ein erstklassiges Produkt zu einem top Preis ist. Vorausgesetzt, man hat die Geduld zum Basteln. Denn der Preis von rund 70 Euro ist absolut fair.

Wertung

  • Qualität des Aufbaus
  • Leistung
  • LED-RGB
  • GRID Control Software
  • 3 Jahre Garantie

  • Built-In-Fan (kann nicht ersetzt werden)
  • Geräuschpegel (Performance-Modus, wenn man sich daran stört)


Verarbeitung85

Leistung94

Preis87

Gesamtwertung
89/100


Amazonab 70,72 €


Über Michael
Artikel, Tests und die Kommunikation sind Aufgabenbereiche von Michael. Zudem ist sein Part das äußerliche Erscheinungsbild und die Vermarktung der Plattform.

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Alternativ Corsair H55 / H60 (teilw. etwas günstiger) und fast baugleich!

Patrick
Rick
Mittwoch, 07.05.2014

Es gibt da doch schon einige wesentliche Unterschiede. Derzeit hab ich die Corsair H55 derzeit im Einsatz und diese verfügt nur über einen Lüfter, hat keine LED-Beleuchtung und Software, die über USB ans Mainboard angeschlossen wird. ~Rick

Flash
Mittwoch, 14.05.2014

Einen wesentlichen Unterschied würde ich die LED ja nun nicht nennen XD! Ein Kühler muss nicht rumleuchten sondern kühlen! Ich bin da eher fürs praktische. Eine Software ist nur nice2have aber kein muss. Müllt nur den PC zu (und den Autostart). Mir reichen gute Sensoren die bei Bedarf ausgelesen werden können. Wenn die Steuerung im Kühlsystem stimmt, dann passt das schon.


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