Hardware
15.06.2014

Toshiba Chromebook CB30-102 im Test / Review: Alles Plastik oder was?

Chromebooks werden immer beliebter, auch wenn die Verkaufszahlen momentan nicht gerade der Brüller sind. Natürlich wollen wir uns diesen Trend rund um Googles Cloud-Betriebssystem ChromeOS nicht entgehen lassen und haben nun das erste Chromebook hier im Test: Das Toshiba CB30-102.

Das Toshiba CB30-102 Chromebook (zur Produktseite) ist ein 13 Zoll Netbook, das extra dafür entworfen wurde, um im Web im Einsatz zu sein. Dabei spielt es nicht mal eine Rolle, ob ihr nun – so wie ich gerade – Texte verfassen wollt, oder einfach hin und wieder mal ein YouTube Video schauen oder andere Medieninhalte konsumieren wollt. Das Toshiba Chromebook ist mit Chrome OS ausgestattet, hier kommt ihr also nicht in den “Genuss” von Windows und müsst mit Googles eigenem Betriebssystem vorlieb nehmen. Denn hier kommt nur Chrome OS mit den üblichen Chrome-Applikationen zum Einsatz – eben voll hipp und modern in der Cloud.

Technische Daten

  • Produktname: Toshiba Chromebook CB30-102
  • Betriebssystem: Google Chrome OS
  • CPU: Intel® Celeron® 2955U Prozessor
  • Display: Toshiba TruBrite® HD Hochhelligkeits-Display mit 16:9 Seitenverhältnis und LED-Hintergrundbeleuchtung
  • Speichermedium: 16 GB SSD
  • Design: Silber gebürstete Optik
  • Arbeitsspeicher: 2 GB DDR3 (1.600 MHz)
  • Grafikkarte: Intel® HD Graphics
  • Max. Akkulaufzeit: bis zu 8Std.30min
  • Gewicht: 1,5 kg
  • Abmessungen BxTxH: 328.6 x 227.0 x 20.0 mm

Toshiba Chromebook

Design und alles Plastik oder was?

Das CB30-102 Toshiba Chromebook ist in einem silber-grauen Case eingehüllt, welches zusätzlich mit einer leichten Textur beziehungsweise Struktur überzogen wurde. Ansonsten findet man auf dem mobilen Arbeitsplatz lediglich das Toshiba und das Chrome Logo. Das Design wirkt dabei durchdacht und recht schick. Über den Tellerrand mag man allerdings bei dem Toshiba Chromebook nicht blicken und bietet allenfalls Standardkost.

Toshiba Chromebook CB30-102

Das Gehäuse fühlt sich aber nicht billig an, sondern scheint ausgewogen und ordentlich konzipiert worden zu sein. Und dabei gehört das gute Stück nicht zur stabilsten Sorte. Hier kommt sehr viel Kunststoff rund um das Display zum Einsatz. Das bleibt natürlich nicht ohne Folgen. Drückt man beispielsweise etwas fester gegen den Rahmen, fängt er an sich zu verbiegen und gibt entsprechend nach. Ähnlich sieht das natürlich an anderen Stellen aus, wo der Kunststoff dann entsprechend anfängt zu knirschen. Alles in allem natürlich unter Anbetracht der Preisklasse keinesfalls weiter dramatisch und in der Regel sollte ein Computer solchen Belastungen nicht ausgesetzt sein.

Belüftet wird das Toshiba Chromebook durch zwei Öffnungen: Eine befindet sich auf der Unterseite in der Mitte und die andere auf der hinteren linken Seite. Während unseres Tests haben wir es nicht geschafft, die Temperatur merkbar in die Höhe zu treiben. Und das auch nicht mit web-basierenden Games, Anwendungen oder gar den Benchmark-Tests. Das mit Chrome OS ausgestattete Gerät bliebt eigentlich immer angenehm und ein „heißer Schoß“ blieb gänzlich aus. Schön!

Chromebook Toshiba Detail

Ports und Anschlüsse: Was fehlt denn da?

Ein Nachteil, oder sogar der Vorteil, eines Chromebooks ist es, dass kein beziehungsweise kaum interner Speicherplatz benötigt wird und sich alles in der Cloud befindet. Oder um es anders auszudrücken: Eure Daten sind eigentlich immer im Netz! Der Nachteil ergibt sich daher natürlich daraus, dass man stets eine Internetverbindung benötigt, um die Anwendungen vernünftig auszuführen. Hier hat Google zwar seinem Chrome OS mittlerweile Offline-Apps spendiert, allerdings ist das alles sehr eingeschränkt und limitiert.

Toshiba Chrome Sideview

Auf der linken Seite ist das CB30-102 mit einem Kensington-Anschluss ausgestattet, sodass man das Chromebook vor Diebstahl sichern kann. Hier zu finden außerdem: der Stromanschluss für das Netzkabel sowie ein Kartenslot. Auf der gegenüberliegenden (rechten) Seite befinden sich zwei USB 3.0 Ports und ein HDMI-Output. Fragt sich nur noch: Wo ist der RJ45? Den gibt es nicht, weshalb immer sicher gestellt sein sollte, dass die Internetverbindung über WLAN möglich ist, denn einen USB zu Ethernet Adapter ist nicht wirklich zweckmäßig. Toll ist, dass dank Bluetooth 4.0 der Betrieb von kabellosen Peripheriegeräten, wie Mäuse oder Tastaturen, möglich ist und somit Akku gespart werden kann.

Toshiba Chrome Sideview

Tippen und Surfen macht Spaß

Das flache und zugleich in Schwarz gehaltetene Keyboard des Toshiba Chromebooks bietet neben den üblichen Tasten auch noch einige Sondertasten. Diese wurden im Bereich der sonst üblichen F-Tasten untergebracht und können ohne extra Fn-Button genutzt werden. Unter gebracht wurden hier die üblichen Tasten, wie zum Beispiel Sound on/off, leiser, lauter, heller und dunkler sowie zwei Tasten, die man von einer normalen Tastatur wohl nicht kennt: Der Pseudo-Vollbildmodus, der die Tableiste und das untere Menü ausblenden, sowie ein Button um das aktuelle Fenster zu verkleinern.

Toshiba Chromebook

Die Tastatur und auch das Trackpad fühlen sich im Gesamten gut an und bietet ein angenehmes Klickfeedback für einen kleinen und mobilen Computer. Auch die Abstände zwischen Taste und Gehäuse wurde minimal gehalten, sodass Staub nicht so schnell unter die Tastatur kommt – und das obwohl man einen ganz kleines Licht auf dem Powerbutton hervorkommen sieht.

Negativ anzumerken sind hier allerdings zwei Punkte: Zum einen kann es passieren, dass man eine Taste nicht ganz durchdrückt, wenn man die Taste nicht richtig trifft. Trifft man sie beispielsweise sehr seitlich oder nur an einer Ecke, wird sie nicht gänzlich und gleichmäßig eingedrückt, sondern eben unregelmäßig. Zum Anderen ist es im Bezug zur Nutzerfreundlichkeit nicht gerade erfreulich, dass die Tastatur von einem Schutzraum umgeben ist, der eine Menge nutzbare Fläche klaut, die man eigentlich bestens für größere Pfeiltasten hätte nutzen können. Denn diese sind gerade mal halb so hoch, wie die anderen Tasten, was automatisch und schnell mal zu Missklicks führt.

Toshiba Chromebook

Nach zwei Stunden kein Akku mehr? Gibt es nicht!

Was wäre ein Chromebook-Test ohne einen Blick auf die Akkulaufzeit zu werfen? Natürlich maßloser Nonsense, denn hier geht es doch vor allem darum, mobil immer und überall einsatzfähig zu sein. Ein Akku muss hier mitspielen, denn eine wunderbare Powerbank hat man nicht immer dabei. Um kurz vorweg zu greifen: Die Akkuleistung ist top!

Die nicht-austauschbare 4-Zellen Lithium-Polymer Batterie kommt nämlich erstaunlich gut davon. Das liegt wohl nicht zuletzt am sehr schlanken Chrome OS, das wirklich kaum Leistung benötigt. Im Härtetest mit Bluetooth, YouTube-Videos, zwei Twitch-Streams, einer hohen Display-Helligkeit und Spotify Parallel-Beschallung hielt der Akku sensationelle 3 Stunden und 56 Minuten, nachdem er zuvor voll geladen wurde. Wenn man all das nicht durchführt und eine normale “Arbeitsnutzung” hat (ein paar Reiter im Chrome) und das gute Stück zum Schreiben von Texten oder zu Recherchezwecken benutzt, kommt die prognostizierte Akkulaufzeit von bis zu 9 Stunden sehr gut hin. Hier darf man also durchaus zufrieden sein!

Toshiba Chromebook

Reicht so wenig Leistung tatsächlich?

Schaut man sich die technischen Daten des 300 Euro teuren Toshiba Chromebooks an, fällt auf, dass sich das CB30-102 auf einer Augenhöhe mit anderen Konkurrenzmodellen präsentiert. Sowohl das Acer C720 Chromebook (kleineres Display, günstiger) als auch das HP Pavillion 14 Zoll Chromebook (größeres Display, teurer) sind hier gleich auf.

Toshiba Chromebook

Insgesamt kommt das Toshiba natürlich nicht auf die Leistungsfähigkeit eines i5 oder gar i7 Prozessors, doch bietet für seinen Intel Celeron 2955U CPU und den zwei GB verbauten Arbeitsspeichers ausreichend Power, um Chrome OS und die dazugehörigen Apps problemlos zu bedienen. Deutlich mehr Leistung wäre natürlich kein Problem für Toshiba, wie man an dem ein oder anderen Notebook erkennen kann, doch der Preis würde damit wohl auch in die Höhe schnallen und da das vollkommen an der Zielgruppe vorbei gehen würde, macht es hier auch nicht sonderlich viel Sinn. Es ist halt kein Gaming Rechner, sondern ein wunderbares Werkzeug zum Arbeiten.

In Sachen Display und Sound kann Toshiba mich hingegen nicht überzeugen. Und das ist nicht mal verwunderlich. Versteht mich nicht falsch, das Display ist nicht schlecht, aber eben auch nicht sonderlich gut – typisches Mittelmaß eben. Mit seinen 1366×768 Pixel ist es auch nur durchschnittlich aufgelöst. Ähnlich sieht es beim Sound aus: Wie bei einem Handy oder Tablet ist hier gar nicht der Raum, damit sich der Sound ordentlich entfalten kann. Um mal ein YouTube Video oder mal in neue Tracks reinzuhören, reicht es aber allemal.

Toshiba Chromebook

Benchmarks

Natürlich will ich mich hier nicht auf irgendwelche subjektiven Eindrücke verlassen, sondern habe das Toshiba Chromebook zwei Browser-Benchmarks unterzogen, da normale Windows-Benchmarks hier nicht weiter helfen. Zum Einsatz kamen hier Futuremark Peacekeeper sowie Browsermark 2.0

Futuremark Peacekeeper

Peacekeeper Benchmark Toshiba ChromebookFuturemark Peacekeeper testet dabei das Streaming von HTML5 Videos mit verschiedenen Codecs, das Rendern von 3D Grafiken und das Spielen von 2D-Games. Hier bekam das Toshiba Chromebook eine sehr gute Wertung von 2915 von 3000 Punkten.

Browsermark 2.0

browsermark-benchmarkBrowsermark 2.0 testet hingegen das was es sagt: den Browser. Hier werden CSS 2D und 3D Fähigkeiten unter die Lupe genommen. Genauso ist hier aber auch HTML und WebGL Grafiken sowie Javascript und Flash ein Thema. Auch hier kam das CB30-102 auf ein ordentliches Testergebnis von 3282 Punkten. Zum Vergleich: Die Topliste wird von einem Mac (ebenfalls Unix-basierend) mit 8414 Punkten angeführt. Zum wirklich realistischen Vergleich: Das neue Samsung Chromebook 2 erhält eine Wertung von 3325 Punkten!

Fazit zum Toshiba Chromebook CB30-102

Betrachtet man das Gesamtpaket des Toshiba Chromebooks, liefert der Hersteller hier ein rundes Gesamtpaket ab, das den Kunden zu diesem Preis durchaus zufrieden stellen sollte. Auch wenn man bedenkt, dass das CB30-102 nicht die Pixeldichte und Klarheit manch kleinerer Notebooks hat, ist der Unterschied hier nicht zu merken, es sei denn man vergleicht es mit einem HD-Bildschirm. Zugreifen dürfen also gerne mobile Workaholics oder Studenten, die ein flexibles und schnelles Notebook mit hoher Akkulaufzeit suchen und das bei einem guten Preis-/Leistungsverhältnis. Wer allerdings mehr Power benötigt und andere Anforderungen hat, als unterwegs im Internet mal schnell eben zu arbeiten, der ist mit einem richtigen und leistungsstärkeren Notebook (wie wäre es mit unserer Top 10 der MacBook Air Alternativen?) besser beraten.

Wertung

  • Günstiger Preis im Vergleich
  • Akkulaufzeit ist durchaus gut
  • ChromeOS Betriebssystem

  • Verarbeitung bei den Tasten könnte besser sein
  • Notebook-typisch schlechter Sound


Verarbeitung78

Leistung82

Preis86

Gesamtwertung
82/100



Über Michael
Artikel, Tests und die Kommunikation sind Aufgabenbereiche von Michael. Zudem ist sein Part das äußerliche Erscheinungsbild und die Vermarktung der Plattform.

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