Hardware
22.07.2014

Thermaltake Urban T81 im Test / Review: King unter den Big Towern?

Auf der Suche nach dem perfekten Full Tower Gehäuse fiel unser Blick auf das Thermaltake T81 aus der Urban Serie, mit der das Unternehmen eine Neuausrichtung in Sachen Design wagte. Dieses Case gibt sich eher zurückhaltend, kommt aber dafür mit einer hochwertigen und eleganten Optik daher. Weitere Schwächen und natürlich auch Stärken werden in unserem Test aufgedeckt.

Thermaltake Urban T81

Ohne vorgreifen zu wollen, ist Thermaltake eigentlich alles an dem Gehäuse gelungen und neben einer Front aus gebürsteten Aluminium, gibt es zusätzlich ein ausgeklügeltes Flügeltüren-System, welches Arbeiten im Gehäuse wesentlich erleichtert. Im Vergleich zu den anderen Urban-Modellen unterscheidet sich das Thermaltake T81 in der Größe und auch im Preis. Hierbei bietet das große Gehäuse ein leistungsstarkes Kühlungssystem, (fast) werkzeuglose Montage, eine Lüftersteuerung und Hot-Swap-Funktion.

Was hat das Thermaltake Urban T81 eigentlich mit einem Sportwagen gemeinsam?

Das S31 und das T71 aus der Urban Line von Thermaltake sind weitgehend konventionelle Gehäuse, das T81 bietet aber ein paar geniale Features, die einen Kauf rechtfertigen. Dazu gehört die bereits erwähnte Flügeltür, die einen ungehinderten Zugriff auf das Mainboardsegment, beziehungsweise den Laufwerkskäfig, ermöglicht und zudem noch abschließbar ist. Hierbei kann man die Seitentüren mit dem Mazda RX-8 vergleichen, bei dem die zwei Türen entgegensetzt voneinander aufschwingen und so den Zugang vereinfachen. Bei Bedarf kann man die große Tür auch einfach aushängen. Eine, mit Alu verkleidete, Frontblende schützt die Laufwerke vor äußeren Einflüssen. Sie lässt sich äußerst komfortabel öffnen beziehungsweise schließen und fühlt sich auch recht massiv an. Zudem ist das Thermaltake T81 komplett modular aufgebaut und es lassen sich alle drei Laufwerkskäfige, inklusive 5,25-Zoll-Käfig, ausbauen und durch große 200-mm-Lüfter ersetzen. Wer möchte, kann auch größere Radiatoren (bis zu 420 mm) hinter der Front unterbringen – Dazu später mehr. Die Festplatten werden dann am Rahmen der Käfighalterungen befestigt und nicht hinter dem Mainboardtray, wie es mittlerweile üblich ist. Soweit bekannt ist das T81 das erste Gehäuse auf dem Markt, welches Platz für vier 200-mm-Lüfter bietet.

Thermaltake T81 Gehäuse

Bastler, Modder und Liebhaber werden gleichermaßen bedient

Ich möchte hier noch mal anmerken, dass ich schon seit einer ganzen Weile auf der Suche nach einem geeigneten Full Tower Gehäuse bin, welches für umfangreichere Bastelarbeiten, inklusive Modding, Cooling und Overclockung, geeignet ist. Hierbei muss das Thermaltake T81 allerdings erst einmal am Fractal Arc XL vorbeiziehen, welches mit vielen Features zu einem günstigen Preis Punkte abräumen konnte. Bis jetzt stehen die Zeichen ganz gut und das Gehäuse bietet alles, was Bastler, Modder und Liebhaber brauchen: ein cooles Design, ausreichend Features und viel Platz. Der Preis ist hierfür angemessen und so werden knappe aber berechtigte 150 Euro für das Thermaltake T81 fällig.

Das Gehäuse wird nicht nur mit reichlich Montagematerial und der Bedienungsanleitung ausgeliefert. Es liegen auch Kabelbinder, ein Systemspeaker, eine Verlängerung für den 8-Pin-EPS-Strang und Adapterschienen für die Montage eines 3,5-Zoll-Laufwerks in einem 5,25-Zoll-Einschub bei.

Bevor wir mit dem eigentlichen Test beginnen, hier die Eckdaten zum Thermaltake T81:

BezeichnungThermaltake Urban T81
MaterialStahl, Aluminium, Kunststoff
Maße235 x 585 x 602 mm (B x H x T)
FormfaktorMicro-ATX, ATX, E-ATX
Laufwerke2x 5,25 Zoll (extern), 1x 3,5 Zoll (extern, adaptiert aus 1x 5,25 Zoll), 8x 2,5/3,5 Zoll (intern), 1x 2,5/3,5 Zoll (am Querträger nach Entnahme der Laufwerkskäfige)
Lüfter:1x 120/140 mm (Rückseite, 1x 140 mm vorinstalliert), 3x 120 oder 2x 140/200 mm (Vorderseite, 2x 200 mm vorinstalliert), 3x 120 oder 2x 140/200 mm (Deckel, 1x 200 mm vorinstalliert), 2x 120/140 mm (Boden, optional)
Gewichtcirca 13,8 kg
Preis149 Euro UVP

Urban T81 Gehäuse

Hier gibt es knappe 14 kg voller Featueres

Mit 13,8 kg und Maßen von 235 x 585 x 602 mm (B x H x T) ist das Thermaltake Urban T81 ein sehr beeindruckendes Gehäuse. Hierbei zählen aber nicht nur die nackten Fakten des Gehäuses, sondern auch das schlichte Design in Verbindung mit der edlen Alu-Front. Die Fronttür schwingt nach links auf und lässt sich knapp um 170 Grad öffnen. Schade, dass man hier die Aufhängung nicht verändern kann. Hier erkennt man neben den 5,25-Zoll-Einschüben auch die großen Staubfilter der beiden 200 mm Lüfter, die ab Werk im Gehäuse sitzen. Mit nur einem Handgriff lassen sich die Filter zur Reinigung entfernen.

Auch am vorderen Teil des Deckels kommt gebürstetes Aluminium zum Einsatz und präsentiert das umfangreiche I/O-Panel mit den Audiobuchsen, vier USB 2.0 Anschlüssen und zwei USB 3.0 Ports. Die Bedienelemente fallen auch umfangreich aus und neben Power- und Resetschalter gibt es auch zwei Taster für die zweistufige Lüftersteuerung. Per LED wird der Status des Systems und Lüftersteuerung ausgegeben.

T81 Case

Zwei 420 mm Radiatoren sind kein Problem und 200-mm-Lüfter erst recht nicht

Der restliche Deckel besteht aus einem großen Mesh-Element mit integriertem Staubfilter. Per Fingerdruck, an der vorgesehen Stelle, lässt sich das Element leicht entfernen und man kommt so an den dritten vormontierten 200-mm-Lüfter des Thermaltake Urban T81. Hier würde auch noch ein weiterer 200-mm-Lüfter Platz finden oder der zweite 420-mm-Radiator. Natürlich kann man auch einfach kleinere Lüfter einbauen.

Die ohnehin schon hervorragende Ausstattung mit Staubfiltern wird durch den riesigen Bodenfilter komplettiert, der der den Lufteinlass des Netzteiles und auch die Bodenlüfterplätze abdeckt. Das Urban T81 steht fest auf großen Kunststoffstandfüßen mit Gummiauflagen. An der Rückwand findet man den letzten vormontierten Lüfter, der mit seinen 140 mm doch schon etwas mickrig wirkt. Auffällig ist hier noch die Schlüsselhalterung, die zusammen mit einem weiteren Bügel neben der Netzteilblende als Diebstahlschutz für die Eingabegeräte benutzt werden können. Die Rändelschrauben können nämlich nur im Innenraum gelöst werden.

Thermaltake T81 Front

Die hervorragende Ausstattung mit Staubfiltern wird mit einem riesigen Bodenfilter komplettiert, der sowohl den Lufteinlass des Netzteils, als auch die Bodenlüfterplätze abdeckt. Dieser Filter kann zur Reinigung nach hinten herausgezogen werden. Allgemein steht das Urban T81 sehr sicher auf vier großen Kunststoffstandfüßen mit schützenden Gummiauflagen. Das konventionelle Seitenteil auf der rechten Gehäuseseite kann jederzeit gelöst werden, dafür sorgen zwei Rändelschrauben. Eine leichte Wölbung nach Außen soll den Kabelsträngen ein wenig mehr Platz einräumen.

Platz bis zum Abwinken …

Kommen wir nun noch mal zurück zum Innenraum und der Flügeltür, die wir bereits erwähnt haben. Falls diese doch mal stören sollte, kann man sie einfach aushängen und hat mehr Platz zum Arbeiten. Die andere Tür müsste hingegen erst losgeschraubt werden.

Im Innenraum des Urban T81 findet sich so viel Platz, dass auch ein E-ATX Mainboard problemlos untergebracht werten kann. Und ist das Mainboard, egal welches, dann erst einmal verbaut, bleiben zwischen Mainboardoberkante und Gehäusedeckel noch ein Abstand von circa 70 mm. Da die Lüfter sogar oberhalb des Stahldeckels verbaut werden, bietet sich ein Einbau von dicken Radiatoren unterhalb des Deckels geradezu an. Maximal passt hier ein Tripple-Radiator mit 120- oder 140-mm-Lüftern. An der Rückwand passt ein 120- oder 140-mm-Single-Radiator. Weitere Plätze finden sich am Boden und hinter der Front.

Thermaltake Urban T81 Modular

Zwischen Mainboardoberkante und Gehäusedeckel bleibt ein Abstand von rund 70 mm. Weil die Lüfter sogar noch oberhalb des Stahldeckels montiert werden, sind das optimale Voraussetzungen für die Installation von dicken Radiatoren unterhalb des Deckels. Maximal kann ein Triple-Radiator mit 120- oder 140-mm-Lüftern montiert werden. An der Rückwand ist Platz für einen 120- oder 140-mm-Single-Radiator. Weitere Radiatorenplätze gibt es am Boden (maximal 240 oder 280 mm) und hinter der Front.

Im Auslieferungszustand finden sich im Gehäuse zahlreiche Laufwerkskäfige, die Festplatten müssen hierbei mit den Laufwerksschubladen verschraubt werden, die optischen Laufwerke können jedoch ohne Werkzeuge verbaut werden. Wer nun überhaupt nichts mit vielen Laufwerken anfangen kann und mehr Platz für Radiatoren oder Ausgleichsbehälter, Kabel und so weiter braucht, kann hier ohne viel Aufwand alle Käfige entfernen. Dafür findet nun beispielsweise ein 420-mm-Radiator seinen Platz.

Allerdings gibt es keine weiteren Laufwerksplätze hinter dem Mainboard-Tray oder am Gehäuseboden. Wer alle Käfige ausbaut, kann immer noch eine SSD oder HDD an einem Querträger des Laufwerksschacht einbauen. Die Kabeldurchführungen und Kabelhalterungen sind beim Thermaltake T81 wohldurchdacht und einzig und allein der magere Stauraum hinter dem Tray, kostet das Gehäuse einige Punkte in der A-Wertung. Auf der Rückseite findet sich die Verteilerplatine für die Lüftersteuerung, wo ganze zehn Lüfter mit 3-Pin-Anschluss in zwei Stufen geregelt werden können.

Thermaltake T81

… Bis auf den Stauraum für die Kabel

Wenn man ein Midi Gehäuse als einen Kleinwagen sehen würde, dann ist das Urban T81 mindestens ein Minivan oder ein T5, denn hier steht mehr als genug Raum für Installationen zur Vefügung und Hardware lässt sich problemlos verbauen. Bis auf die Tatsache mit dem Platzmangel hinter dem Seitenteil, hat Thermaltake hier wunderbare Arbeit geleistet. Hier könnte es ein wenig eng werden.

Zeit für die Temperaturwerte in dem Gehäuse und die Vorstellung unseres momentanen Testsystems. Hierbei sei erwähnt, dass wir zum Testzeitpunkt eine Umgebungstemperatur von 30 Grad in einer Dachwohnung hatten und sich momentan (noch) auf der CPU der Standardkühler befindet.

T81 Lüftung

Das Testsystem:

  • Intel Corel i7-4790K @4,0 GHz
  • ASRock Z97 Fatal1ty Killer
  • Patriot 8 GB @ 1600 MHz
  • EVGA GeForce 770 GTX OC

  • Samsung Pro 840 240 GB
  • Seagate Momentus XT 750 GB
  • Betriebsystem: Windows 8.1 x64

Die Temperaturen bewegten sich in der niedrigen Stufe bei 45-60 Grad, auf der hohen bei 38 – 55 Grad. Dies ist für den Standardlüfter ein extrem guter Wert, der wahrscheinlich nur durch die gute Belüftung des Thermaltake Urban T81 erreicht werden konnte. In ein paar Wochen werde hier noch mal die aktuellen Daten mit dem finalen Kühlsystem nachtragen.

Fazit zum Thermaltake Urban T81

Award 94Mit dem Urban T81 versucht Thermaltake auf einem hart erkämpften Markt ein Stück vom Kuchen zur ergattern. Schon beim Auspacken des Gehäuse wurde mir klar, dass das Gehäuse mehr als genug Potenzial hat, um für Käufer attraktiv zu sein. Äußerlich zeigt schon die Aluminiumfront, dass es bei dem Gehäuse alles andere als billig zugeht und die Doppeltür, die Lüftersteuerung sowie die Staubfilter zeigen, dass es sich hierbei Produkt der Extraklasse handelt.

Der Innenraum wird in allen erdenklichen Varianten genutzt und die Modularität des Gehäuses macht es vielseitig einsetzbar. Einziger Negativpunkt wäre hier nur der geringe Platz für Kabel hinter dem Tray. Auch beim Platz für große Radiatoren und Lüftern schlägt das Urban T81 aktuelle Modelle von Corsair, dem Aerocool Predator und auch das Fractal Arc. Abgerundet wird das Ganze durch den sehr fairen Preis der wiederum nur von dem Fractal Gehäuse unterboten werden kann, welches bei knappen 100 Euro liegt,.

Bei allen Wasserkühlungsmöglichkeiten kommen auch Fans von Luftkühlungen nicht zu kurz, die alleine mit den drei vormontierten 200-mm-Lüftern und dem rückwandigen 140-mm-Lüfter schon im Auslieferungszustand eine sehr beeindruckende Kühlleistung erzielt. Dank der zweistufigen Lüftersteuerung kann man die Lautstärke deutlich reduzieren, ohne dass die Kühlleistung zu sehr abfällt. Die sehr gut erreichbaren Bedienelemente der Lüftersteuerung sitzen in unmittelbarer Nachbarschaft zum umfangreichen I/O-Panel. Neben dem Bedienkomfort punktet das Thermaltake Urban T81 auch durch einen unkompliziertem Einbau, der dadurch garantiert wird, dass optische Laufwerke und Erweiterungskarten werkzeuglos montiert werden können, das Kabelmanagement überzeugend funktioniert und sogar eine nachträgliche Montage eines CPU-Kühlers mit Backplate selbst dann möglich ist, wenn das Mainboard schon im Gehäuse verbaut wurde. Festplatten und SSDs müssen zwar erst mit den Laufwerksschubladen verschraubt werden und der Platz hinter dem Mainboardtray könnte noch etwas großzügiger ausfallen.

Zusammengefasst bietet Thermaltake mit dem Thermaltake Urban T81 ein Flagschiff an, welches kaum Wünsche offen lässt. Durch die Modularität und dem riesigen Stauraum schafft es bei uns in die Bestenliste und verdrängt das Arc XL vom Thron. Vielen Dank an Thermaltake für die Bereitstellung des Testmusters.

Pro und Kontra

  • Sehr gutes Preis-/Leistunsverhältnis
  • Umfangreiche und durchdachte Features
  • Wunderbare Verarbeitung
  • Viel Platz für Bastelarbeiten

  • Kabelstauraum etwas gering


Wertung

Verarbeitung93

Leistung95

Preis93

Gesamtwertung
94/100



Über Patrick
Patrick ist hauptverantwortlich für den redaktionellen Part von RIGGED und sorgt dafür, dass ihr immer auf dem neuesten Stand rund um Technik, Mobile und Games seid. Darüber hinaus betreut und bespaßt er die Social Media Kanäle.

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