Hardware
14.08.2014

Thermaltake Berlin 630W Test / Review – Der Sparpreishammer?

Thermaltake hat vor geraumer Zeit die „German Series“ auf den Markt gebracht. Darin enthalten sind das Munich 430W, Hamburg 530W und das Berlin 630W. Letzteres hat Thermaltake uns zum Testen zur Verfügung gestellt. Und da das Thermaltake Berlin 630W die meiste Power unter der Haube hat, sind wir gespannt was dahinter steckt.

Es ist bekannt, dass die Jungs von Thermaltake nicht nur mit Netzteilen ihr Geld verdienen, sondern auch mit Gehäusen und Tastaturen. Gerade die Tt eSports Serie mit den Mäusen, Headsets, Tastaturen und Mauspads ist unter den Gamern sehr beliebt, da man hier von sehr hoher Qualität sprechen kann. Aber nicht nur unter Tt eSports kann Thermaltake was, nein, auch mit der Netzteilgruppe „Europe“ haben sie schon bewiesen, was so alles möglich ist. Das Thermaltake London 550W zum Beispiel lag auch schon bei uns auf dem Tisch. Wir möchten Thermaltake hier einmal mehr für die enge Zusammenarbeit danken und freuen uns auf weitere Gelegenheiten.

Es gab mal eine Zeit, da waren 1000 Watt Netzteile ganz groß in Mode, je mehr Power, desto besser. Irgendwann stellte man fest, dass so ein Kraftwerk auch eben seinen (gar nicht so geringen) Beitrag zur Stromrechnung leistet. Und so wurden die Netzteile wieder kleiner und kleiner in der Leistung und dennoch ist wieder ein Anstieg zu bemerken. Das hat den einfachen Hintergrund, das die Grafikkarten einfach immer mehr vom Netzteil abverlangen. Gerade dann, wenn man zwei Grafikkarten im SLI-Modus auf dem Board hat, dann kommen da schon mal gut und gerne um die 400 Watt oder mehr nur für Grafik zusammen.

Thermaltake Berlin 630W

Entpacken und begutachten

Über die Verpackung muss man keine großen Worte verlieren. Sie ist stabil, ansehnlich und beherbergt das Netzteil sehr sicher. Auf der Verpackung selbst stehen sämtliche wichtigen Angaben zum Netzteil Berlin 630W. Entpackt weist das Gehäuse des Netzteils keinerlei Verarbeitungsfehler auf und ist schlicht elegant. Es muss also nicht immer protzig sein. Bei einem Preis von circa 50 Euro sollte man aber auch nicht zu viel erwarten. Denn alleine das Kabelmanagement ist doch eher schwach. So ist lediglich der 24-polige ATX-Stecker gesleeved worden und alle anderen Kabel bleiben “blank”. Schade, aber auch verschmerzbar. Die Kabel selbst machen einen stabilen Eindruck und wirken grundsolide auf uns. Beim Öffnen des Gehäuses war uns wichtig darauf zu achten, wie gut der Deckel des Netzteil-Gehäuses gearbeitet wurde. So sind scharfe Kanten und nicht entgratete Lüftungsschlitze auch bei Netzteilen nervig.

Das 80 Plus zertifizierte Berlin 630W verfügt leider über kein modulares Kabelmanagement. Das ist aber nur ein kleiner Haken an der Geschichte und sollte einen in keinster Weise vom Kauf abschrecken. Auch wenn man dazu gezwungen ist, sich über die korrekte und saubere Kabelführung im Gehäuse Gedanken zu machen. Des Weiteren haben wir hier auch nur das ATX-Kabel, welches sauber ummantelt wurde. Das ist schade, denn gesleevte Kabel gehören mittlerweile eigentlich zum guten Ton bei den Herstellern. Auch hier könnte man das wieder auf Einsparungen schieben.

Thermaltake Berlin 630W

Das Innenleben eines Netzteils

Das Innere des Berlin 630W wirkt sauber und aufgeräumt. Die Lötstellen sehen ordentlich aus und es gibt hier keinen Grund etwas zu bemängeln. So kann man diese Bereiche ordentlich in Augenschein nehmen. Der Lüfter ist ein alter Bekannter. Der Globefan S1202512L gehört nicht zur Oberklasse der Netzteillüfter ist aber robust und langlebig und somit eigentlich das, was man erwarten kann.

Das klingt alles nach Einsparungen, welche im Grunde auch beabsichtigt ist, denn bei dem günstigen Preis kann man einfach keine High-End Materialien erwarten. Das schlägt sich auch beiden Kondensatoren nieder. Der Hauptkondensator von Panasonic ist mit 390 μF etwas knapp bemessen. Er wurde mit der 85 Grad Celsius Kategorie ausgestattet und sollte daher immer etwas kühler als zu warm gehalten werden. Sonst ist schnell vorbei mit der deutschen Power.

Thermaltake Berlin 630W

Der Monitoring-Chip ist der PS223. Er kommt aus dem Hause Silicone Touch Systems und für sämtliche Schutzschaltungen in einem Netzteil zuständig. Einige werden ihn noch aus etwas älteren High-End Netzteilen kennen. Unter anderem würde er die OTP (thermische Schutzschaltung) ausführen, wenn man diese denn mit verbaut hätte. Aber kein Grund zur Sorge. Es wurden andere Dinge berücksichtigt, da wären die Schutzschaltungen für Kurzschluss und Überlastungsschutz (OPP und OCP, auf OCP basierend) und für Unter- und Überspannung (UVP und OVP). Diese sind vollkommen ausreichend und der OTP ist nicht zwingend erforderlich, wenn man für eine gute Belüftung im Gehäuse sorgt.

Technische Daten des Thermaltake Berlin 630W

ModellnameThermaltake Berlin 630W
Maße (B x H x T)150 x 86 x 140
Garantie/Gewährleistung3 Jahre
LüfterGlobefan S1202512L, 120mm
LüfterregelungTemperaturgesteuert
PFCAktiv
Geräuschentwicklungbis 34,7 dBA
Eingangsspannungsbereich100-240VAC
Kabellänge ATX / längstes Kabel57cm / 106cm
Stecker Anzahl 5.25“ / 3.5“ / SATA / PEG4 / 1 / 6 / 2
Leistung gemäß Hersteller630W (in der Spitze bis 700 Watt)
Stromstärken 3.3V / 5V / 5VSB / -12V/ +12V24A / 24A / 3A / 0,5A/ 20A

Thermaltake Berlin 630W

Unser Testsystem

  • 128GB Samsung SSD 840 Evo
  • 128GB Plextor M5 Pro
  • 1TB Western Digital

Und los geht es!

Sagen wir mal so, wenn es um den Idle-Modus geht, dann ist das Berlin 630W ganze 4 Watt hungriger als ein Antec HC-G 620. Aber diese 4 Watt sind durchaus akzeptabel, wenn man bedenkt, dass das Berlin 630W einige Euro günstiger ist als das Antec Netzteil. Die Abweichungen der 12-Volt-Spannung liegen bei 0,2 bis 0,4 Prozent. Diese minimale Abweichung merkt man im Gebrauch kein Stück und man sollte sich daran auf gar keinen Fall aufhängen. So springen wir weiter zu der 5-Volt-Leitung und schauen einmal, was hier los ist. Die Abweichung beträgt hier 0,4 Prozent, was will man mehr? Weiter geht es zur 3,3-Volt-Leitung. Diese haut mit rund 1,2 Prozent Abweichung, im Vergleich zu den anderen Leitungen, ziemlich rein. Doch das ist völlig im Rahmen und mitunter sogar ein besseres Ergebnis, als bei manch anderen Netzteilen.

Thermaltake Berlin 630W

Jetzt sind wir gespannt, was das Berlin 630W leisten.Die Volllastmessung birgt eine kleine Überraschung. So kommen wir zur 12-Volt-Leitung. Das System genehmigt sich 450 Watt unter Volllast und hat somit noch ordentlich Luft nach oben für weitere Festplatten oder Grafikkarten. Ein topaktuelles System ist somit immer gut bedient mit diesem Netzteil. Die Abweichung auf dieser Leitung im grünen Bereich gedacht und bleibt unter der erlaubten 5%-Grenze mit ihren 1,8%. In Volt gemessen ein recht hoher Wert, aber wie bereits erwähnt noch vollkommen im Rahmen. Bei der 5-Volt-Leitung und der 3,3-Volt-Leitung haben wir ähnliche Ergebnisse, wie im Idle-Test. Wir stehen hier bei 1,5% und 0,5% Abweichung. Tolle Ergebnisse, wenn man bedenkt, wie günstig das Berlin 630W ist. Aber das zeigt eindeutig, dass dieses Netzteil keinesfalls billig wirkt oder sogar ist.

Lautstärken sind auch kaum wahrnehmbar. Das Berlin 630W ist leiser als sein Namensgeber und bringt laut Hersteller maximal 25 DbA auf die Ohren. Das schafft Neukölln nicht.

Thermaltake Berlin 630W

Fazit zum Thermaltake Berlin 630W

Award 84Wir haben uns anfangs etwas schwer damit getan ein, Netzteil aus diesem Preissegment wirklich ernst zu nehmen. Aber Thermaltake hat uns überzeugt und eines Besseren belehrt. Die Leistungen können überzeugen und man muss nicht zwingend immer ein sehr teureres Endgerät kaufen. Wer also seinen Computer nicht 24 Stunden am Tag laufen lässt, ist mit dem Thermaltake 630W wirklich gut beraten. Und bei 3 Jahren Garantie, beziehungsweise Gewährleistung ist das auch vollkommen ausreichend.

Pro und Kontra

  • Günstiger Preis
  • Leise im Betrieb
  • Gute Leistungsergebnisse
  • Saubere Verarbeitung
  • 3 Jahre Garantie bzw. Gewährleistung

  • Ungesleevte Kabel
  • Fehlender Überhitzungsschutz
  • Nichtmodulares Kabelmanagement


Wertung

Verarbeitung88

Leistung81

Preis84

Gesamtwertung
84/100



Über Michael
Artikel, Tests und die Kommunikation sind Aufgabenbereiche von Michael. Zudem ist sein Part das äußerliche Erscheinungsbild und die Vermarktung der Plattform.

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