Hardware
01.08.2014

Thermalright Silver Arrow IB-E Test / Review: Lüftest du noch oder kühlst du schon?

Gerade im Sommer kommt das Thema PC-Kühlung vermehrt auf und nicht selten sterben Rechner einen qualvollen Hitzetod. Um dem entgegenzuwirken, hat es sich Thermalright vor langer Zeit zur Aufgabe gemacht, Rechner vor dem Super-GAU zu bewahren. Mit dem massigen PC-Kühler Silver Arrow IB-E in neuer Auflage will das Unternehmen für annehmbare Temperaturen in heimischen Gehäusen sorgen. Wie sich der überarbeitete Kühlblock im Test schlägt, erfahrt ihr in unserer Review.


Thermalright Silver Arrow IB-E

Eins vorweg: Der Markt ist derzeit reichhaltig mit den unterschiedlichsten Kühllösungen besiedelt und die neuen Kompaktwasserkühlungen (wie die Antec H2O 950) stellen eine scharfe Konkurrenz für die doch schon sehr klobigen Standardkühlkörper dar. Für höchste Ansprüche gibt es dann noch komplexe Wasserkühlungskreisläufe, bei denen allerdings ein wenig mehr PC-Verständnis und Geschick beim Einbau gefragt ist und der Zeitaufwand dementsprechend höher ist. Thermalright hingegen setzt nach wie vor auf die altmodischen Windmaschinen und macht, was sie am Besten können. Nämlich kräftig blasen!

Bewährte Technik neu aufgelegt

Wie bereits erwähnt ist das kein komplett neues Modell, sondern nur ein leichtes Facelift, welches nicht unbedingst stärker kühlt, sondern kompatibler zu den unterschiedlichen Plattformen sein soll.

Thermalright ist seit 2002 am Markt und spielt in einer Liga mit anderen großen Kühlprofis wie Noctua und be quiet! Erfahrungen sammelte das Unternehmen bereits auf der AMD-Plattform und das in Zeiten der extrem heißen Thunderbirds und unglaublich lauten 6 cm Lüftern, die in kreissägeartigen Lautstärken ihren Dienst verrichteten. Klar, dass sich hier genügend Möglichkeiten bieten, um für Ruhe im Karton… Gehäuse zu sorgen. Unvergessen hierbei der legendäre SK-6, der Thermalright an die Spitze katapultierte. Seitdem verteidigt der Hersteller (zur Webseite) seinen Platz als Elitekühler.

Thermalright Silver Arrow IB-E Verpackung

Wenn wir uns die Geschichte des Silver Arrows genauer anschauen, wird deutlich, dass das Gerät schon vor circa vier Jahren auf den Markt kam und auch viele Preise einheimste. Mit der Einführung des 2011er Sockels von Intel konnte Thermalright mit dem SB-E Extreme Edition die Konkurrenz ausstechen und war gleichauf mit dem NH-D14 SE2011 von Noctua. Das sollte eigentlich reichen, um zu zeigen wo Thermalright steht. Schauen wir uns das Blasgerät mal genauer an.

Ich kann mich dunkel erinnern, dass ich vor Jahren auch mal einen Thermalright Kühler auf meinem AMD X2-6000 hatte und ich bin mir ziemlich sicher, dass für den haargenau dieselbe Verpackung benutzt wurde. Das ist nicht verkehrt, denn Thermalright verpackt schlicht, zweckmäßig und sicher. In der Verpackung wird alles Wichtige durch Styropor geschützt und eine kleine Pappschachtel enthält die benötigten Anbauteile.

Korrosionsschutz mit an Bord

Der Silver Arrow IB-E ist recht groß und kommt mit den Maßen 154 x 103 x 163 mm (B x H x T) daher und bringt dennoch gerade mal 750g auf die Waage (inklusive Lüftern dann 1090 g – siehe Datenblatt) Die Kühleinheit besteht aus insgesamt 44 Alu-Lamellen, die auf jeder Seite der zwei Heatsinks platziert wurden. Gut erkennbar ist hier auch das spezielle Bogendesign, welches von Thermalright entwickelt wurde, um den Airflow zu steigern. Insgesamt finden sich sechs vernickelte Kupferplatten auf dem Silver Arrow IB-E, wobei die Vernickelung keinen Sinn hat, außer schön auszusehen. Laut Hersteller soll es vor Rost schützen, aber wann rostet denn schon mal ein Kühler im Gehäuse?

Thermalright Silver Arrow IB-E

Technische Daten

Modellname Thermalright Silver Arrow IB-E
Maße mit Lüftern(B x H x T) 155 x 130 x 165 mm
Gewicht mit Lüftern 1.100 g
Material Hybrid
Abmessungen Lüfter(B x H x T) 140 x 152 x 26,5 mm
Drehzahl 900 – 1300 U/min
Geräuschentwicklung 17-21 dBa
Lager Double Ball Bearing
Heatpipe 8 x 6 mm
Lüfter-Montage: Befestigung: Drahtbügel
Entkopplung: Entkoppler-Pads (siehe Zubehör)
weitere Halterung beigelegt
Zubehör: Chill Factor III’-Wärmeleitpaste, Montagehilfe, verklebbare Entkopplungsgummis für zwei Lüfter, einen Y-Adapter zur Steuerung zweier Lüfter über einen PWM-Anschluss, sechs Halteklammern zum Arretieren von bis zu drei Lüftern und einemehrsprachige, sehr eindeutige und ausführlich bebilderte Montageanleitung.
Preis: 64,99 Euro

Thermalright Silver Arrow IB-E

It’s gettin hot in here – So take off all your clothes

Das Gehäuse, welches wir für den Test verwenden, ist ein überaus große dimensioniertes Thermaltake Urban T81 (zum Test), welches standardmäßig schon drei potente 200-mm-Lüfter an Bord hat. In diesem speziellen Fall ist es von Vorteil, dass hier noch der Standardkühler von Intel auf der CPU sitzt. So sollte es möglich sein, durchaus treffende Aussagen in Bezug zur Leistungsfähigkeit des Silver Arrow IB-E zu geben. Leider ist die neue Wasserkühlung noch nicht angekommen und kann daher nicht als Referenzwert gegeben werden. Dies wird in den nächsten Monaten sicherlich noch folgen. Die Lautstärkemessung erfolgt in zwei Stufen (Idle und Last aus einem Meter Entfernung).

Wir verwenden die beigelegte Leitpaste. Wenn es um Kühlung und um das Wohl meines PCs geht, hört jeder Spaß auf und ich stelle hohe Anforderungen an den Kühler. In dem Fall verwenden wir hier einen Intel Core i7-4790K mit einem vorläufigen Standardtakt von 4,0 GHz. Da wir uns eine hervorragende Kühlleistung vom Silver Arrow IB-E versprechen, werden wir die CPU leicht übertakten und dann erneut die Werte auslesen. Die Temperaturen mit dem Standlüfter schwanken im Idle zwischen 36 – 42 Grad und und unter Last geht das System bis 86 Grad(!). Vom Übertakten kann hier noch keine Rede sein und ein Handlungsbedarf ist hier dringend erforderlich. Aber dafür haben wir ja nun den Silver Arrow IB-E von Thermalright am Start.

Thermalright Silver Arrow IB-E

Der leichte Einbau und das ohne Abnutzungserscheinungen

Man kennt das ja: Einige Lüfter stehen für einen fummeligen Zusammenbau und die dritte Hand wird schon fast zu einem Muss beim Einbau. Legendäres Beispiel hier die Corsair H55, die mich mit der kaum passenden Plastikbackplate an den Rand des Wahnsinns brachte. Und so schwer sich die All-in-One-Kühlung verbauen ließ, genau so schwer war der Ausbau.

Hier ist es jedoch anders, wobei man das Mainboard vorher ausbauen sollte. Denn auch wenn das Gehäuse ein zum Teil offenes Mainboard-Tray besitzt, ist ein vertikaler Lüftereinbau in jedem Fall kniffelig. Die Backplate sorgt für einen stabilen Halt und das Schraubsystem ist besser verarbeitet, als die sonst üblichen Kühlerhalterungen aus Plastik. Hier kann das System auch mal öfter auseinandernehmen ohne sich Sorgen zu machen, dass irgendwelche Teile ausleiern. Im Vergleich zu anderen Kühlern, ist die dritte Hand nicht erforderlich. Danke, Thermalright. Allerdings fällt hier wieder auf, dass der konvexe Boden nicht AMD optimiert und das die universelle Kompatibilität dann doch wieder einigermaßen einschränkt ist. Und zum Abschluss fiel uns noch auf, dass der Arbeitsspeicher nicht mehr entfernt werden konnte, da der Lüfter zuviel Platz einnimmt. Hingegen konnte man jedoch den obersten PCI-e Slot in Beschlag nehmen. Ein Punkt mehr, sich eine Kompaktwasserkühlung zuzulegen.

Silver Arrow IB-E Kühlkörper

Temperaturen und Lautstärke

Das Testsystem

  • Intel Corel i7-4790K @4,0 GHz
  • ASRock Z97 Fatal1ty Killer
  • Patriot 8 GB @ 1600 MHz
  • EVGA GeForce 770 GTX OC
  • Samsung Pro 840 240 GB
  • Seagate Momentus XT 750 GB
  • Betriebsystem: Windows 8.1 x64

Für den Test benutzen wir den CPU-Burner von Furmark und lassen diesen jeweils 10 Minuten laufen. Dabei machen wir jeweils 10 Minuten Pause, um den Prozessor abkühlen zu lassen. Die Raumtemperatur beträgt zum Testzeitpunkt 23 Grad Celsius. Da meine CPU, wie bereits erwähnt, ein brandneuer Devil’s Canyon Core i7-4790K ist, eignet sie sich gut zum Übertakten. In Verbindung mit dem Silver Arrow haben wir uns entschieden, die Kühlleistung mit 4,5 Ghz zu messen, was durchaus moderat ist. Als Ergebnis kamen wir dann auf 27 Grad im Idle und maximal 55 Grad unter Last. Hier herrscht auch noch locker Luft nach oben und 5 GHz würde ich dem System locker zutrauen, doch reicht mir das für den Anfang völlig aus.

cpu-z-vorher
cpu-z-nachher

Auch die produzierte Lautstärke war sehr gering und weit unter 30 Dezibel und damit nicht mehr messbar für unser Schallpegelmessgerät. Mit unserem Pyrometer wurden auch nur geringe 26 Grad im Innenraum des Gehäuses gemessen, was durchaus sehr human ist.

Thermalright Silver Arrow IB-E

Fazit zum Thermalright Silver Arrow IB-E

Award 89Im Vergleich zu anderen Kühlern seiner Klasse ist der Silver Arrow nicht nur leichter, sondern auch wesentlich günstiger. Für Boliden der selben Klasse werden locker mal 80 Euro fällig, einzig und allein der Cryorig kann hier mithalten, der ebenfalls eine gute Kühlperformance bietet, allerdings noch etwas wuchtiger ist. Schwachstellen bietet das Produkt keine, bis auf die Maße, die einen Einbau in kleinere Gehäuse erschweren, hierbei bietet sich der be quiet! Dark Rock Pro 3 an und für HTPCs empfehlen wir dann doch eher die Cooltek Kühler.

Ansonsten bietet der Silver Arrow alles was man braucht: Saubere Verarbeitung, gute Kühlperformance und ein sehr gesundes Preis-Leistungs-Verhältnis. Allerdings bekommt man für dasselbe Geld auch die gängigsten Kompaktwasserkühlungen, die ähnlich gute Werte erbringen und mehr Platz im Gehäuse bieten. Alternativ könnte man sich noch den Cryorig R1 Ultimate zulegen, wobei das auch ein Stück weit Geschmackssache ist, da sich die beiden Lüfter nicht allzu sehr unterscheiden und das Modell, wie erwähnt, sogar noch etwas größer ist.

Pro und Kontra

  • Top-Verarbeitung
  • Gute Performance
  • Dual Fan
  • Leiser Betrieb
  • Kompatibel mit allen Plattformen

  • Konvexer Boden nicht für AMD optimiert
  • Wenig Platz zwischen Kühler und Arbeitsspeicher


Wertung

Verarbeitung91

Leistung87

Preis89

Gesamtwertung
89/100



Über Patrick
Patrick ist hauptverantwortlich für den redaktionellen Part von RIGGED und sorgt dafür, dass ihr immer auf dem neuesten Stand rund um Technik, Mobile und Games seid. Darüber hinaus betreut und bespaßt er die Social Media Kanäle.

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