Hardware
17.06.2014

Super Flower Leadex Gold 650 Test / Review: Souveränes Kraftwerk

Es ist bereits eine ganze Weile her, dass wir einen Netzteil Test (Thermaltake London 550W) online gebracht haben. Mit der heutigen Review wird sich das ändern und „wir werfen in unserem heutigen Test einen kritischen Blick auf …“ Halt nein, so tief sind wir auch nicht gesunken. Auf jeden Fall schauen wir uns mal das Superflower Leadex 650 Watt Gold Netzteil mal genauer an und erzählen euch, ob es sein Geld wert ist oder lieber als Ladenhüter fungieren sollte.

Auch für Normalsterbliche lohnt sich das Leadex 650 Watt

Einleitend möchte ich an dieser Stelle sagen, dass Netzteile über 650 Watt schon den Gebrauch von SLI-Lösungen oder besonders starken Grafikkarten implizieren. Sozusagen fällt das Leadex 650 Watt Gold Gold in den Bereich der Overclocker, Enthusiasten und Gamer. Die Enthusiasten werden in mehrfacher Form glücklich mit dem Netzteil. Zum einen besticht es durch seine coole Optik (später dazu mehr), der sauberen Verarbeitung und dem vollmodularen Aufbau, der dem Bastler die volle Kontrolle beim Verlegen der Kabel lässt.

Aber bevor ihr nun aufschreit und der Meinung seid, dass das Netzteil viel zu stark für euer System ist, wartet noch einen Moment und lest das hier: Die Komponenten im System sollten das PSU im Idealfall eh nur zu 60 Prozent oder maximal 70 Prozent im Gaming oder Lastmodus fordern. Damit wird das Netzteil nicht zu warm, der Wirkungsgrad erreicht den höchsten Wert und der Lüfter läuft mit wenigen oder gar keinen Umdrehungen.

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Die technischen Daten:

Maße150 x 86 x 200 mm
Gewicht1,85 Kilogramm
Lüfter140 mm
FarbeSchwarz, Weiß
BeleuchtungWeiß, Anschlüsse
Effizienzmax. 92 %
80 Plus Gold Zertifikat
Active PFC
FormfaktorATX12V 2.32/EPS12V 2.92
Leistung650 Watt
+3,3V: 22 A
+5V: 22 A
+3,3V & +5V kombiniert: 110 W
+12V: 649,2 W / 54,1 A
-12V: 6 W / 0,5 A
+5Vsb: 15 W / 3,0 A
Garantie5 Jahre
Anschlüsse1 x 20+4 Pin
2 x 8 Pin EPS
4 x 6+2 PCI-E
10 x SATA5 x Molex
1 x Floppy
Die einzelnen Anschlüsse sind dabei auf insgesamt 10 modulare Kabel aufgeteilt.
SicherheitsmodiOVP: Over Voltage Protection
OCP: Over Current Protection
SCP: Short Circuit Protection
OPP: Over Power Protection
OTP: Over Temperatur Protection
LieferumfangKabelset
Schraubenset
Anleitung
Stromkabel

Sicher ist sicher und Super Flower sieht das wohl ähnlich

Klar ist, dass alle Produkte die aktuellen gesetzlichen Auflagen erfüllen, wie RoHs, CE, WEEE-Verordnung und Bestimmungen der EAR-Stifung. Die meisten Artikel gehen in Ihren Zertifizierungen noch über die gesetzlichen Bestimmungen hinaus.

Zur Verpackung gibt es nicht viel zu sagen – die Verpackung ist in dem Sinne zweckdienlich und schützt das Netzteil vor Beschädigungen während des Transports. Auf der Außenseite befinden sich noch die nötigen Informationen über das Netzteil und die Verpackung ist auf der Vorderseite mit einem coolen Logo in 3D versehen.

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Wo ist denn nun der Haken? Das Leadex leistet sich keine Schwächen

Im Inneren des Leadex Gold 650 Watt wurde von Super Flower auf eine saubere und hochwertige Verarbeitung geachtet. Hierbei fällt auf, dass die Lötstellen sehr sauber sind und auf Kleber verzichtet wurde. Auch bei den einzelnen Komponenten lässt Super Flower sich nicht lumpen und verwendet hochwertige Kondensatoren von Nippon-Chemicon und MosFets von Infineon. Alle Anschlüsse und Buchsen wurden hervorragend verarbeitet und auch die Kabel sehen schick aus, da sie entweder ummantelt sind oder als Flachbandkabel umgesetzt wurden. Dies ist vor allem vorteilhaft für ein aufgeräumteres System und verbessert den Luftfluss im Gehäuse. Auch die Kabel sind lang genug und bieten keinerlei Anlass zu meckern.

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Von der technischen Seite lässt sich ebenfalls nur Gutes über das Leadex 650 Watt berichten. Hierbei möchte ich noch erwähnen, dass das Netzteil mit 650 Watt das kleinste der Reihe ist und PSUs bis zu 1300 Watt geboten werden. Aber Super Flower spart auch nicht beim Mini-Modell der Leadex Reihe, sondern macht hier Nägel mit Köpfen und spendiert dem Netzteil fette Infineon Mosfets. Des Weiteren ist die Zero-Load Technologie möglich, welche die neuen Haswell Prozessoren seit kurzem unterstützen. Hierbei wird im Stromsparmodus nur noch ein Minimum an Energie verbraucht.

Das Leadex Gold 650 Watt Netzteil erfüllt die ErP Lot 6 EU-Norm, welche vorschreibt, dass das System im Standby und im ausgeschalteten Zustand nicht mehr als 1 Watt verbrauchen darf. Seit Januar 2012 liegt die Obergrenze sogar nur noch bei 0,5 Watt. Der 12V-Single-Rail stehen bei dem Leadex Gold 650 Watt 54,1 Ampere zur Verfügung, welches für Single Grafikkarten wie eine GTX 780 Ti locker ausreicht und sogar auch noch einige SLI-Lösungen stemmen kann.

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ECO schont den Geldbeutel

Hier noch mal eine weitere Besonderheit, warum ich das Super Flower unbedingt empfehlen würde: Auf der rechten Seite findet sich neben dem Powerschalter ein kleiner Schiebeschalter, welcher zum Umschalten des Lüfters vom Auto-Modus in den ECO-Modus dient. Dieser verbaute Lüfter kann in zwei verschiedenene Varianten betrieben werden. Die erste Variante nennt sich ECO-Modus. Hierbei fängt der Lüfter erst an zu drehen, wenn das PSU wärmer als 55 °C  wird. Hierbei sind das vorerst nur 750 Umdrehungen pro Minute. Steigt die Temperatur dann auf 65 °C dreht der Lüfter mit der Maximalgeschwindigkeit von 1500 RPM. Fällt die Temperatur dann wieder unter 60 Grad, dreht der Lüfter dann nur noch mit 750 Touren. Unter 45°C schaltet sich der Lüfter wider aus. Im automatischen Modus startet der Lüfter gleich nach dem Einschalten des Computers und der Lüfter wird nach der anliegenden Temperatur geregelt.

Hat man nun endlich das Leadex Gold 650 Watt aus seiner Verpackung geschält, fällt dem Betrachter sofort das exklusive Design des PSUs auf. Das Lüftergitter wurde nämlich direkt in das Gehäuse gestantzt, wo andere Hersteller sonst normale Lüftergitter einlassen. Hinter dem Lüftergitter befindet sich ein schwarzer 140 mm-Lüfter, der als weitere Abweichung von der Norm mit Torx-Schrauben befestigt wurde. Alle Kanten des Gehäuses wurden abgerundet, um die Schnittgefahr beim Einbau zu minimieren. Und dafür danke ich Super Flower ehrlich und aufrichtig.

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Auch der Lack wird bei dem Netzteil gut in Szene gesetzt, wobei ich hier nur von der schwarzen Version ausgehen.Hier kommt der matte Metallic-Effekt gut zur Geltung. Nasen oder ähnliches sind mir nicht aufgefallen und das schwarze Netzteil dürfte mit diesem edlen Look in jedes Gehäuse hineinpassen. Als Highlight wurde zusätzlich noch der Herstellername auf der linken Außenseite in des Blech geprägt. Der Rest ist halt Norm, wie man es von Netzteilen kennt und daher spar ich mir einfach das Geschwafel und komme zum interessantesten Teil der Leadex Reihe: Die Anschlussbuchsen.

Vollmodular ist einfach besser für Ordnungsfanatiker

Hier legt das ohnehin schon sehr solide Netzteil noch mal direkt Einen nach! Im Vergleich zu vielen anderen Netzteilen auf dem Markt, hat sich Super Flower entschieden das Netzteil vollmodular zu gestalten. Bedeutet, dass hier alle Kabel entfernt werden können und gerade solch fast obsessiven Ordnungsfanatiker können hier alle Kabel nach Bedarf so verlegen wie es ihnen gefällt. Ich befürworte das vollkommen, warum machen das nicht mehr Hersteller so?

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Aber hier kommt wiederum noch mal der Style ins Spiel, denn jedes Netzteil der Leadex-Reihe verfügt über transparente Anschlussbuchsen, die in einem dezenten Weiß beleuchtet sind. Alleine hier gibt es wieder Bonuspunkte für den coolen Style. Aber was bringt’s, wenn das Netzteil noch so geil aussieht aber technisch nicht einen Cent wert ist?

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Bild Caseking GmbH

Für den tatsächlichen Lasttest verwenden wir ein Standardsystem mit folgenden Spezifikationen:

  • Intel i7 2600k @ 3,4 GHz
  • Gigabyte P67 D3-B3
  • 8GB Patriot Ram @1600 MHz
  • 256 GB Samsung SSD 840 Pro
  • Seagate Momentus XT 750 GB
  • EVGA Geforce GTX 770 ACX

Der Einsatz

Aufwendige Tests mit eventuellen zusätzlichen Lasten vermeide ich hier, da das Netzteil für Extreme eher underpowered ist. Dieser Test zielt auf Gamer und Enthusiasten, die ein schickes und brauchbares Netzteil für ihren Gaming PC suchen.

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Im Idle zieht das Netzteil moderate 120 Watt aus der Steckdose. Unter Last wurden 350 Watt verbraucht. Hier wird das elegante Netzteil nicht mal im Ansatz gefordert. Auch mehrstündige Zockereinlagen konnten das Netzteil nicht aus der Ruhe bringen. Hier möchte ich noch mal auf den ECO-Modus des Netzteils verweisen, denn in meinem Fall und dem intensiven Einsatz von Battlefield Hardline sprang der Lüfter nur gefühlte dreimal an. Allerdings muss ich dazu sagen, dass hier auch mehr drin ist. Zwei 770 GTX im SLI Modus wären durchaus denkbar und eine GTX 780 Ti steckt das Netzteil locker weg.

Fazit zum Super Flower Leadex Gold 650

AwardEs ist eigentlich offensichtlich, dass sich das Leadex 650 Watt in Computern aller Art wohlfühlt. Durch den vollmodularen Aufbau, der Top-Verarbeitung und dem fairen Preis von 110 Euro ist der Einsatz des Netzteils recht universal. Dank der weißen Ausführung findet das Leadex 650 Watt Gold auch Platz in den immer beliebter werdenden weißen Gehäusen. Dabei spielt die Tatsache, dass 650 Watt für einen normalen PC zuviel sind, kaum eine Rolle. Dank des passiven Modus und der Buchsenbeleuchtung bietet sich das Leadex PSU in der kleinsten Ausführung für viele Gehäuse an. An dieser Stelle noch mal einen freundlichen Dank an Caseking, die das Netzteil in Deutschland vertreiben und es uns für den Test zur Verfügung gestellt haben.

Wertung

  • Top Verabeitung
  • Viele Features
  • Energieeffizient

  • Preis etwas hoch


Verarbeitung93

Leistung93

Preis87

Gesamtwertung
91/100



Über Patrick
Patrick ist hauptverantwortlich für den redaktionellen Part von RIGGED und sorgt dafür, dass ihr immer auf dem neuesten Stand rund um Technik, Mobile und Games seid. Darüber hinaus betreut und bespaßt er die Social Media Kanäle.

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