Hardware
15.01.2016

SteelSeries Siberia V3 Test / Review: Alles besser beim dritten Mal

Mit dem Siberia V3 geht das beliebte Headset in die nächste Runde. Wir haben die schicke Kopfbekleidung von SteelSeries vorgeladen und prüfen das Gerät auf Herz und Nieren. Was sich nun im Vergleich zum Vorgänger geändert hat oder auch nicht, erfahrt ihr in unserem Test. Mehr Informationen und das gesamte Review nach dem Break.

Aus V2 mach V3

SteelSeries selber ist noch ein recht junger Hersteller, der erst seit 2001 auf dem Markt ist, sich aber in der verhältnismäßig kurzen Zeit in der Produktion von Gaming-Peripherie wie Headsets, Mäusen, Keyboards und Weiterem einen Namen machen konnte. Zusammengefasst gehört SteelSeries (zur Webseite) nun zu den Top-Herstellern auf dem Peripherie-Markt für Gamer.

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Das Siberia V3 Testmuster, welches uns vorliegt, kommt in einem dezenten Schwarz und mit klassischen Klinkenanschlüssen daher. Zusätzlich findet sich im Lieferumfang außerdem ein zwei Meter langes Verlängerungskabel, aber das war es auch schon, wenn man von einer kleinen Pappschachtel mit Anleitung und zwei Stickern von SteelSeries mal absieht. Wie von SteelSeries gewohnt, kommt das Siberia V3 mit dem klassischen Bügelsystem, welches einer kleinen Überarbeitung unterzogen wurde. Hierbei sorgen zwei ummantelte Drähte, die direkt mit den Ohrmuscheln verbunden sind, für den nötigen Halt. Direkt auf dem Kopf befindet sich das weiche PU-Lederband, das den Bügel ersetzt und sich weich am Kopf anschmiegt. Im Vergleich zu dem Vorgängermodell ist dieses ein wenig schmaler geraten, aber das ist auf keinen Fall negativ. Die großen Plastik-Ohrmuscheln sind mit Memory Foam gepolstert, welche ebenfalls von PU-Leder umhüllt sind und einen maximal entspannten Tragekomfort ermöglichen. Auf der Außenseite der Ohrmuscheln sind Earcups im Gitter-Look angebracht, die aber nur Show sind. Das Siberia V3 setzt auf eine geschlossene Bauweise, um den Lärm von außen abzuhalten. Aber auf jeden Fall sieht das Mesh-Design sehr schick aus.

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Setzt man das Headset auf, liegt es, ohne zu drücken auf dem Kopf. Das schöne ist, dass hier auch nichts verrutscht. Auf der linken Ohrmuschel befindet sich ein dezenter Mute-Schalter und das einschiebbare Mikrofon. Auch Brillenträger werden sich mit dem Siberia V3 wohl fühlen und im Praxischeck gab es keine Probleme, während ich einige Zockerrunden mit dem Headset absolvierte. Das Anschlusskabel am Siberia V3 ist nun ein wenig kürzer geraten, nämlich 1,3 Meter exakt. Das ist wahrscheinlich wegen den Mobilgeräten so gehalten, damit man nicht mit einem ewig langen Kabel am Smartphone durch die Gegend rennen muss. Beide Verbindungskabel, inklusive der 2-Meter-Verlängerung kommen in einfacher Form und ohne zusätzliche Ummantelung daher. Hier könnte es daher leicht passieren, dass man sich einen Kabelbruch einfängt, wenn man aus Versehen mit den Rollen des Bürostuhls einmal darüberfährt. Nicht, dass mir das jemals passiert ist …

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Negativ fällt hierbei auf, dass sich weder am Siberia V3 noch am Kabel eine Lautstärkesteuerung befindet. Hier könnte man eigentlich meinen, dass sowas für knappe 100 Euro locker drin sein sollte. Mehr Features zum selben Preis bietet das Kingston HyperX Cloud (zum Test), welches aber klanglich nicht mit dem SteelSeries-Pedant mithalten kann. Später gehe ich auf das Thema klang genauer ein. Hier erst einmal die technischen Daten im Überblick:

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Technische Daten

ModellnameSteelSeries Siberia V3
FarbeSchwarz, Weiß
U.v.P99,00 Euro
Allgemeine Daten
TrageartDoppelseitiger Kopfbügel
Kabellänge1,3 m + 2,0 m
Anschlüsse3,5 mm Klinke +2x 3,5 mm
Gewicht250 g
Kopfhörer
Übertragungsbereich16 – 28.000 Hz
Impedanz150 Ω
Schalldruckpegel80 dB
Mikrofon
Übertragungsbereich100 – 10.000 Hz
RichtcharakteristikUni-Direktional
Eingangsempfindlichkeit-42dBV/Pa
BauweiseEinschiebbar

Robust und klasse Tragekomfort: Noch besser als beim Vorgänger

Insgesamt ist das Siberia V3 sehr widerstandsfähig geraten (abgesehen von den dünnen Kabeln) und kann mit einem tollen Tragekomfort überzeugen, obwohl ich das Siberia Elite als angenehmer empfand, was nicht zuletzt an dem tollen Leder und der üppigen Polsterung lag.
Weiterhin kann man das Siberia V3 an PC, Mac, Mobilgeräten sowie PlayStation 4 anschließen. Eine Xbox One Version soll wohl auch bald folgen. Im Vergleich zu dem Vorgängermodell Siberia V2 wurden einige Änderungen an den Treibern unternommen, um klanglich das Maximum herauszuholen. Aber in unserem Praxistest werden wir sehen, ob SteelSeries den Mund beim Anpreisen des Siberia V3 nicht zu voll genommen hat.

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Play the music loud: Soundcheck

Im Grunde kommt es bei einem Headset, neben Tragekomfort und Verarbeitung, auch auf den Klang und das Mikrofon an. Für den Test haben wir uns eine gewisse Bandbreite an unterschiedlichen Musikgenres angehört und auch ein paar Spiele gedaddelt. Hier gleich vorweg: Bass ist definitiv die Stärke des Siberia V3. Wohlmoduliert und präzise, leider dadurch oftmals im Vordergrund. Dies macht durchaus Spaß beim Hip Hop und da sind wuchtige Bässe nie verkehrt. Beim Metal können die Höhen ihre Stärken ausspielen. Ich würde mir jedoch etwas knackigere Mitten wünschen. Versteht mich jetzt nicht falsch, die Treiber geben die Mitten schon besser wieder als viele Konkurrenten, jedoch könnte es noch ein Fitzelchen mehr sein. Klassische Musik wirkt meiner Meinung nach etwas zu dünn aber dafür wurde das Headset auch nicht gemacht und traditionelle Kopfhörer sollten diesen Musikgeschmack wahrscheinlich besser decken.

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Für Headsets nutze ich sehr gerne den Dubstep-Track „Alice“ von Ctwo. Hier werden alle Klangbreiten abgedeckt und es reizt eigentlich jeden Treiber aus. Hierbei hätte ich mir gerade etwas mehr Präsenz von den Mitteltönen gewünscht. Die Mitten machen sich vor allem bei Shootern bemerkbar. Hier könnten die Schüsse noch ein wenig mehr peitschen, jedoch liefert das Headset allgemein eine tolle Darstellung. Die Lautstärke ist eher moderat. Wer also seine Ohren noch ein wenig mehr malträtieren möchte, kann gerne den tragbaren Verstärker E1 von Creative (zum Test) dazwischenklemmen oder an Lautsprecher mit Vorverstärkerfunktion.

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Fazit zum SteelSeries Siberia V3

award-85Alles am SteelSeries Siberia V3 zeigt die Verwandtschaft zu seinen Vorgängermodellen und der neue Style ist ästhetisch eine Steigerung und definitiv moderner als das Siberia V2. Hierbei wurde der Tragekomfort merkbar verbessert. Natürlich hat das Siberia einige Schwachstellen, die man anmerken sollte. Zum Beispiel ist es nicht vollmodular und besitzt auch keine Kabelfernbedienung oder allgemein eine Lautstärkeregelung. Schade ist auch, dass das Mikrofon nicht komplett abnehmbar ist. Da es in der Nähe des linken Treibers sitzt, kann es passieren, dass andere Leute im Chat mitbekommen, was man sich gerade ansieht oder spielt. Oder was noch nerviger ist, dass die Gesprächspartner eine Rückkoppelung haben und sich selber hören. Aber auch hier kann man mit den entsprechenden Noiseblocking Features der Soundkarte effektiv entgegenwirken.

Eine weitere Schwachstelle ist, dass der Bass ein wenig zu dominant ist. Und gerade bei Musik kann sich das negativ auswirken, weil jedes Lied eher als eine Arie aus Bässen empfunden wird und sich nach einer Weile alles gleich anhört und den Spaß am Musikhören mindert. Dennoch ist die Konstruktion und Verarbeitung sowie der Komfort des Headsets sehr gelungen und wird definitiv der breiten Masse an Gamern zusagen. Faktisch nimmt das Siberia V3 alles was wir am V2 lieben mit und verfeinert die Zutaten zu einem gelungenen Mix. Abzüge in der Verarbeitung gibt es lediglich wegen der allzu dünnen Kabel, die den Lebensdauer des Siberia V3 wesentlich schmälern können. Aber Gamer werden den warmen Klang und den perfekten Tragekomfort nicht mehr missen wollen.

Pro und Kontra

  • Hervorragende Verarbeitung und Materialien
  • Geschlossene Bauweise
  • Flexibel und funktional einsetzbar, auch an Mobilgeräten

  • Recht hoher Preis
  • Keine Kabelfernbedienung


Wertung

Verarbeitung89

Leistung88

Preis81

Gesamtwertung
85/100

 


Über Patrick
Patrick ist hauptverantwortlich für den redaktionellen Part von RIGGED und sorgt dafür, dass ihr immer auf dem neuesten Stand rund um Technik, Mobile und Games seid. Darüber hinaus betreut und bespaßt er die Social Media Kanäle.

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Maverick
Donnerstag, 05.05.2016

Hallo, derzeit habe ich noch das v2. Leider ist auf einer Seite der Köpfhörer locker da es mir mal runtergefallen ist. Das Kabel verdreht sich auch immer wieder was ein bisschen nervig ist. Aber vom Klang und Mic war ich sehr zufrieden. Lohnt es sich das V3 zu besorgen oder sollte man doch lieber auf eine günstigere variante zurückgreifen die man dafür öfter mal erneuern kann?

LG mave

Bbay
Donnerstag, 30.06.2016

Eigentlich eine gute Review, bis auf die Beurteilung der Verarbeitung. 89 Punkte sind hier definitiv fehl am Platz, aber das merkt man erst, wenn man das Headset einige Monate benutzt.
Jeder der an diesem HEadset interessiert ist sollte sich Kundenbewertungen anschauen die das Headset schon länger haben.
Das Kopfband ist extrem billig verarbeitet. Es hat sich nach 3 Monaten von alleine der Kleber gelöst und Wellt sich jetzt dadurch. Ich bin nicht der einzige mit dem Problem, es scheint ein Serienfehler zu sein. Vorsicht hier! 3 Monate sind deutlich zu kurz für diesen satten Preis…


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