Hardware
08.07.2014

Sharkoon WPM600 Bronze Test / Review: PSU für Preisbewusste

Und zum Abschluss meiner Netzteil-Test-Trilogie für RIGGED habe ich hier noch ein preiswertes Sharkoon WPM600 Bronze (zur Herstellerseite) auf dem Testtisch. Das kleine Kraftwerk ist bis jetzt der günstigste Testkandidat in der RIGGED-Historie und verspricht Käufern viel Leistung für den schmalen Geldbeutel. Ob das wirklich so ist, werden wir euch im folgenden Test verraten.


Sharkoon WPM600

Kleiner Karton, kleine Ausstattung?

Auf den ersten Blick fällt auf, dass das der Karton des Sharkoon Netzteils fast um die Hälfte kleiner ist, als die Verpackungen der anderen Netzteile (z.B. Super Flower Leadex 650W) oberhalb der 80 Euro Marke. Allzu viel Zubehör kann man hier wohl kaum erwarten. Technisch sieht das Ganze besser aus und das Sharkoon WPM600W Bronze bietet ein modulares Kabelmanagement, eine aktive Lüftersteuerung, einen leisen 140-mm-Lüfter und eine Bronze-Zertifizierung.

Innerhalb des Kartons befinden sich das Netzteil, eine Kabeltasche mit den Anschlusskabeln, dem Netzkabel und ein Faltblatt. Die Kabel machen einen sehr guten Eindruck und wurden sauber verarbeitet sowie ummantelt. Hier braucht sich Sharkoon nicht verstecken und die Kabel würden auch bei teueren PSUs nicht fehl am Platz sein. Das Netzteil wurde mit mattschwarzer Farbe lackiert und einzig und das silberfarbene Lüftergitter in Verbindung mit den zwei grellroten Anschlussbuchsen sorgt für Abwechselung. Ansonsten ist es sauber verarbeitet und weist keinerlei Verarbeitungsfehler auf. Auch im Innereren herrscht Ordnung, davon könnt ihr euch auch auf den Bildern überzeugen. Auf die Technik, die im Sharkoon WPM 600 Bronze zum Einsatz kommt, gehe ich später noch mal ausführlicher ein.

Sharkoon WPM600 Lieferumfang

Das Sharkoon WPM600 ist energiesparend und kommt mit einer Bronze-Zertifizierung daher, was dem Gerät einen Wirkungsgrad von über 80 Prozent bescheinigt. Dank des Kabelmanagements kommen nur jene Kabel zum Einsatz, die auch wirklich notwendig sind. Dadurch wird Kabelsalat effektiv vermieden und der klassische Hitzestau im Rechner kann so einfach umgangen werden. Dies ist gerade in der Sommerzeit ein Thema, wo Rechner ohne ausreichende Belüftung schon bedenkliche Temperaturen erreichen. In Bezug auf die Schutzschaltungen bietet Sharkoon beim WPM 600 Bronze eine aktive PFC, Überstromschutz, Überspannungsschutz und Kurzschlussschutz an. Für Besitzer mit großen und leistungsstarken Grafikkarten stehen ein 6-poliger PCIe, ein 6+2-poliger PCIe-Stromanschluss und einer Leistung von satten 48 Ampere zur Verfügung. Das ist absolut ausreichend für Systeme mit einer Single-GPU-Lösungen.

Sharkoon WPM600

Die technischen Daten

ProduktnameSharkoon WPM600 Bronze
GerätetypStromversorgung – aktive Power Factor Correction (PFC) – intern
SpezifikationseinhaltungATX12V 2.0
Maße (B x H x T)150 mm x 160 x 87 mm
Gewicht1,7 Kg
EingangsspannungWechselstrom 100-240 V
Nötige Frequenz47 – 63 Hz
MaßeStandard ATX 150 x 165 x 86 (mm)
80-PLUS Certification80PLUS Bronze
Ausgangsspannung+3.3, +5, ±12 V
Angaben zu Ausgangsleistungsanschlüssen1 x Stromversorgung: ATX, 24-polig, mit abnehmbarem 4-poligem Aufsatz
1 x 8-poliger +12V-Stromanschluss mit abnehmbarem 4-poligem Abschnitt
1 x 4-Pin-Mini-Stromversorgungsstecker
5 x interne Stromversorgung, 4-polig
6 x 15 PIN Serial ATA Power1 x PCI-Express-Stromversorgung, 6-polig
1 x 8-poliger PCI Express-Stromanschluss mit abnehmbarem 2-poligem Abschnitt
Leistungskapazität600 Watt
Ausgangsstrom+3.3V – 24 A+5V – 24 A+12V – 48 A-12V – 0.5 A+5VSB – 3 A
Zubehör im LieferumfangKabeltasche
Modulares KabelmanagementJa
Enthaltene Kabel2 x 3 Serial ATA-Modularkabel
1 x 6-poliges PCI Express-Spannungsversorgungs-Modularkabel
1 x 5x 4-poliges internes Spannungsversorgungskabel + 4-poliges Mini-Power-Anschlussmodulkabel
Kühlsystem140-mm-Lüfter
BesonderheitenÜberstromschutz, Überspannungsschutz, Kurzschlussschutz
KennzeichnungCB
Service und Garantie2 Jahre
Min- Betriebstemperatur / Max. Betriebstemperatur0 – 50 °

Um mit den Vorurteilen gegenüber preiswerten Netzteilen aufzuräumen, untersuchen wir das Gerät in diesem Test ein wenig intensiver. Auf den ersten Blick kann das Sharkoon WPM600 Bronze punkten, denn hier gibt es keinen Fusch an den Lötstellen, oder große Schweinereien mit dem Kleber, der dann über die Platine verteilt sein könnte. Das habe ich alles schon gesehen, kein Witz! Der einzige Ausrutscher scheint hier ein Klebeklecks auf den Spulen zu sein und ich kann es mir einfach nicht anders erklären, als dass ein müder Chinese beim Zusammenbau mit der Klebepistole in der Hand eingeschlafen ist.

WPM600 Innen

Bauteile: Was bietet das Sharkoon WPM 600 Bronze im Inneren?

Wir haben es uns nicht nehmen lassen, einen Blick in das Innere des Netzteils zu werfen. Soweit ich erkennen kann, setzt Sharkoon auf einen Lüfter von Yate Loon, der 12-V-Lüfter, mit 0,7 Ampere, bietet und somit Drehzahlen von mehr als 1400 Umdrehungen ausliefert. Es ist immer interessant zu wissen, welche Bauteile in Netzteilen verwendet wurden. Bei teueren PSUs, wie beispielsweise den Netzteilen von Club3D, kommen oftmals 105 und 85 °C Kondensatoren (beispielsweise von Nishi aus Japan) zum Einsatz – Diese garantieren eine lange Lebenszeit sowie zuverlässige und stabile Leistung.

WPM600 Innen top

Schaut man sich nun die Transistoren des Sharkonn WPM600 Bronze an, erkennt man wesentliche Verbesserungen zum Vorgänger. So finden sich nun 105°C Kondensatoren von Aishi, Vents und Apxon auf der Platine. Dies empfinde ich als eine Steigerung für das Netzteil, da beim Sharkoon WPM 600 nur die 85 °C von Samxon an Bord waren. Zusätzlich sind die Teile je nach Bedarf schützend eingewickelt oder sauber durch Kleber an Ort und Stelle gehalten. 

Sharkoon WPM600

Kommen wir zu den tatsächlichen Werten des Sharkoon WPM 600 Bronze. Hierbei wird das Netzteil von folgendem Testsystem geschmückt. Hierbei kann man sagen, dass mein System gut für das Netzteil ausgelegt ist und es die nötigen Leistungsreserven bietet, um auch zukunftssicher zu sein.

Das Testsystem

  • Intel Core i7 2600k @ 3,4 GHz
  • Gigabyte P67 D3-B3
  • 8GB Patriot Ram @1600 MHz CL8
  • 256 GB Samsung SSD 840 Pro
  • Seagate Momentus XT 750 GB
  • EVGA Geforce GTX 770 ACX

Um das Sharkoon WPM 600 Bronze maximal auszulasten und die Stabilität zu testen, verwendete ich den Leistungstest von SiSoftware Sandra. Danach verrichtete der Furmark eine halbe Stunde seinen Job. Im Anschluss durfte Watch_Dogs noch mal zeigen, was es drauf hat. Hierbei kam auch der Mod mit besserer Grafik zum Vorschein. Alle diese Tests liefen problemlos ab und das Sharkoon schlägt sich auch jetzt noch wacker, da ich zugegebenermaßen zu faul bin es wieder aus dem PC auszubauen. Zur Lautheit des Lüfters lässt sich aber abschließend sagen, dass das Netzteil leise hörbar ist und auch unter Last marginal lauter wird, aber in keinster Weise störend wirkt.

Sharkoon WPM600

Fazit zum Sharkoon WPM600 Bronze

Sieht man sich zuerst die Verarbeitungsqualität und das Design des Sharkoon WPM 600 Bronze Netzteils an, bekommt man hier ein Modell mit solider Verarbeitung, gesleevter Kabel mit einer Ummantelung am Ende. Die roten Anschlüsse setzen einen netten stylischen Akzent und im Inneren befindet man recht sauber verarbeitete Bauteile, wobei die Elkos sogar als 105°C Version zum Einsatz kamen. Für diese Preisklasse eine beachtliche Leistung.

Allerdings möchte ich hier noch mal darauf hinweisen, dass das Netzteil weniger für Extremeinsätze gedacht ist – Da gibt es andere Netzteile, die mehr Belastungen aushalten. Studenten, Schüler und Leute mit einem geringeren Budget werden hier aber sicherlich ihre Freude haben. Denn geht man pfleglich mit seiner Hardware um, hält auch diese mehrere Jahre. Beispielsweise ist in meinem Zweitrechner ebenfalls ein Sharkoon Netzteil mit 400 Watt schon seit mehreren Jahren im Einsatz und es gibt rein gar nichts zu beanstanden.

In Bezug zur Leistung machte das Sharkoon, für Netzteile dieser Klasse im 80 Plus Standard, einen abermals soliden Eindruck. Hierbei gab es nur eine geringe Geräuschentwicklung und dennoch zuverlässige und stabile Leistung. Aber die größte Stärke ist der Preis des Sharkoon WPM600 Bronze, welches für gerade einmal 60 Euro über den Ladentisch geht. Als Alternative kann mir hier noch das Thermaltake London anbieten, welches zwar 50 Watt weniger Leistung bietet, aber dafür über eine Gold-Zertifizierung verfügt.

Pro & Kontra

  • Verarbeitung
  • Preis

  • Kurze Garantiezeit


Wertung

Verarbeitung81

Leistung86

Preis88

Gesamtwertung
85/100



Über Patrick
Patrick ist hauptverantwortlich für den redaktionellen Part von RIGGED und sorgt dafür, dass ihr immer auf dem neuesten Stand rund um Technik, Mobile und Games seid. Darüber hinaus betreut und bespaßt er die Social Media Kanäle.

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