Hardware
22.09.2014

OCZ RevoDrive 350 480 GB Test / Review: Leistung satt

Mit der Einführung der SSDs vor ein paar Jahren wurde auch die letzte lahme Schwachstelle in Servern wie auch Heimcomputern ausgemerzt und die Datenübertragungsrate stieg in ungeahnte Dimensionen. Mit dem RevoDrive 350 bietet OCZ eine PCI-Express SSD, die leistungstechnisch alles bisher dagewesene übertreffen soll. In unserem Test stellen wir euch das Leistungsmonster genauer vor.

Das amerikanische Unternehmen OCZ, welches im Jahr 2000 gegründet wurde, und seinen Hauptsitz in San Jose, Kalifornien hat, ist längst kein unbeschriebenes Blatt auf dem Speichersektor mehr. Nach der Übernahme von Toshiba gab man die Entwicklung von leistungsstarken Arbeitsspeichern und Ähnlichem auf und konzentrierte sich noch stärker darauf, potente SSD-Laufwerke zu entwickeln. OCZ stellte die letzte Version des PCI-Express-basierten RevoDrives vor drei Jahren vor. Im Jahr 2011 setzte man bei diesem Laufwerk auf bis zu zwei SandForce SF-2281 Controller, die in der Lage waren mehr als 1000 Megabyte pro Sekunde über den PCI-Express-Bus zu jagen. Diese Leistung ist auch heute noch mehr als respektabel.

First thing first: Mit 1800 MB/s mehr als dreimal so schnell wie normale SSDs

Mit dem bisher Erreichten gaben die Amerikaner von OCZ sich nicht zufrieden und stellte vor einigen Monaten den Nachfolger RevoDrive 350 vor, wobei bis zu vier Controller auf einer Platine (PCB) zum Einsatz kommen. Mit dem neuen RevoDrive, welches in 240, 480 und 960 GigaByte verfügbar ist, sind theoretisch Leseraten von bis zu 1800 MB und 1700 MB Schreiben möglich. Vergleicht man die PCI-Express-SSD mit handelsüblichen SSDs, die an den SATA 3 Anschluss angebunden werden, kommen diese gerade mal auf lahme Datenraten von bis 550 MB/s.

ocz-revodrive-350-aufmacher

Technische Daten der RevoDrive 350

Modellname:RevoDrive 350 480GB
Gerätetyp:PCI-Express Solid State Drive (SSD)
Sequentielles Lesen:1800 MB/s
Sequentielles Schreiben:1700 MB/s
Zufälliges Lesen (4K, QD32):90.000 IOPS
Zufälliges Schreiben (4K, QD32):140.000 IOPS
NAND Komponenten:19nm Multi-Level Cell (MLC) Flash
Schnittstelle:PCI Express Gen. 2 x8
Formfaktor:Volle Bauhöhe / Halbe Länge (FH/HL)
NAND-Controller:LSI® SandForce® SF-2282
Speicher-Controller:VCA 2.0 (Virtualized Controller Architecture™)
Maße:180,9 (L) x 126,3 (W) x 21,6 (H)
Gewicht:310 Gramm (variiert je nach Kapazität)
Stromverbrauch:480GB: Leerlauf 9,5W, Aktiv 14,0W
BetriebstemperaturM0°C bis 55°C
Mittlere Betriebsdauer zwischen Ausfällen(MTBF):2 Millionen Stunden
Lebensdauer:Schreibaufkommen von 50 Gigabyte pro Tag über einen Zeitraum von drei Jahren bei typischen Lasten eines Endusers
Datenverschlüsselung:AES 128 konform
Einsatzgebiet:Workstations und leistungsfähige Gaming-Systeme
Leistungsoptimierung:TRIM (Setzt betriebssystemseitige Unterstützung voraus)
Garantie:3 Jahre Garantie, Toll-Free Tech Support, 24 Hour Forum Support

Das RevoDrive ist sehr vielseitig einsetzbar und dank der extremen Performance zielt es auf Servereinsätze und professionelle Anwender im Allgemeinen ab. Performance-Junkies und auch Liebhaber dürfen sich also gerne in die schmucke Platte verlieben. Wir haben die RevoDrive 350 mit 480 GB im Test, welche mit mehreren Hundert Euro zu Buche schlägt. Tja, wer Leistung haben will, muss leiden… oder eben blechen. Abgesehen von den Leseraten bietet das RevoDrive auch eine gleichbleibend hohe Performance, mit denen auch riesige Datenmengen verarbeitet werden können, ohne dass der SSD auf halben Weg die Puste ausgeht und die Leistung einbricht.


Eigenschaften

OCZ Icon 1
Überragende Bandbreite
Mehr verfügbare Bandbreite mit PCI Express Gen 2 x8 Schnittstelle
OCZ Icon 2
RAID ohne Aufwand
Erhalten Sie einen RAID-Verbund aus SSDs als einfach zu installierende Erweiterungskarte
OCZ Icon
Virtualized Controller Architecture™ (VCA) 2.0
Interner Speichercontroller ermöglicht TRIM, SMART und „Secure Erase“
OCZ Icon
Verbesserte Thermik
Integrierte Kühlung bietet eine stabile und wohltemperierte Umgebung für SSDs
OCZ Icon
Entwickelt für Workstations
Gebaut für professionelle Anwendungen
OCZ Icon
Optimierte Treiber
Von Grund auf neu entwickelte Treiber für ultimative Performance und Effizienz
OCZ Icon
Enterprise-Hintergrund
Design basiert auf dem OCZ Z-Drive 4500 für Enterprise- und Serveranwendungen
OCZ Icon
Auf Nimmerwiedersehen Flaschenhals
Eliminiert SATA Flaschenhälse und steigert die Performance um den Faktor Drei

Blaues Licht! Was kann es?

Es leuchtet blau! Schon Rambo wurde gefragt, was das blaue Licht denn zu bedeuten hat. Wie auch bei der RevoDrive lautet die Antwort: Es leuchtet blau. Denn hier ist die blaue Beleuchtung nur gedacht, um die schicke silbernen PCB-Verpackung der RevoDrive 350 passend in Szene zu setzen. Des Weiteren verfügt die SSD über Status LEDs, um über die Auslastung zu informieren. Wer also einen PC mit Seitenfenster sein Eigen nennt, hat auch gleich ein optisches Highlight mehr zu verzeichnen. Optisch wurde das Gehäuse sowie die PCB sauber verarbeitet und es gibt keinen Grund zu meckern. Bei dem Preis wäre eine andere Aussage auch sehr verwunderlich, oder?

OCZ RevoDrive 350

Leistung satt kostet seinen Preis

Abgesehen vom Einsatz im High-End Superserver von Dr. Evil kann die Platte auch intensive Anwendungen immens beschleunigen und Photoshop und leistungshungrige MMOs wie beispielsweise ArcheAge starten in wenigen Sekunden. Gefühlt ist die Platte im Starten von umfangreichen Programmen noch ein wenig schneller als die SSDs von SanDisk oder meine eigene Samsung 840 Pro, die auch schon sehr gute Werte erzielten. Aber mehr Leistung ist auch Zeitersparnis und Zeit ist Geld – und Geld sparen ist immer gut.

Technisch gesehen verspricht die RevoDrive Leistung satt: Als Solid State Drive welches in einem x8 PCIe Slot verbaut wird, (vorsicht: abgedroschene Phrase!) umgeht die Platte elegant den SATA 3 Flaschenhals und erreicht damit extreme Performance-Raten. Möglich wird dies durch mehrere SSD Cluster, die auf der Platine verbaut sind. Diese SandForce 2282 Multi-Channel-Controller (zwei auf der 240 GB Version und jeweils vier auf der 480 GB / 960 GB werden wiederum von einem RAID Controller gesteuert).

Mit dem leistungsstarken 19 nm NAND Flash von Toshiba, den SandForce Controllern und der Raid Lösung von OCZ steht der Datenpower nichts mehr im Wege. Und die hat es nun wirklich in sich: Leseraten von 1800 MB/s und Schreiberaten von 1700 MB/s kein Problem. Zudem erreicht der Flash-Speicher im Schreibmodus bis zu 140.000 IOPS (4k Random).

OCZ RevoDrive 350

Um Welten schneller als der Vorgänger: Das RevoDrive 350

Wie die vorherigen RevoDrive Laufwerke von OCZ setzt der Hersteller erneut auf die Idee, mehrere SSDs auf einer Platine zu verbauen und mit einem Raid Controller anzusteuern. Jedoch wurde nun die Technologie dahinter von Grund auf überarbeitet. OCZ benutzt nun seine eigene Lösung, in der eine propietäre VCA 2.0 Software zum Einsatz kommt. Der 19nm NAND Flash auf der Platine kommt (logischerweise) von Toshiba und als Controller kommen die LSI Sandforce 2282 als Multikanal-ASIC zum Einsatz, die in einer RAID-0-Konfiguration verwendet werden. Auf dem 240-GByte-Modell befinden sich zwei Chips sowie vier auf den 480- und 960-GByte-Versionen. OCZs virtualisierte Controller-Architektur VCA 2.0 zeigt dem Host das Multi-Controller-Laufwerk als ein Drive an. Dies ermöglicht SSD-Funktionen wie TRIM, SMART, Secure Erase und Firmware-Updates und macht die RevoDrive 350 um Welten schneller als seine Vorgänger.

Nach dem simplen Einbau in den PCI-Express-Slot, kann man das RevoDrive auch als Bootlaufwerk einsetzen. Vorher muss man aber Windows mit den entsprechenden Treibern füttern, um den Controller zu erkennen. Das RevoDrive 350 liefert, was es verspricht: mehr Performance, als wir jemals zuvor gesehen haben – wesentlich mehr Performance. Spitzenwerte wie rund 1,5 GByte/s lesend und 800 MByte/s schreibend waren bisher nur bei spezialisierten Flash-Arrays zu sehen und nicht bei einer MLC-Lösung.

Das Testsystem

  • Intel Corel i7-4790K @4,0 GHz
  • ASRock Z97 Fatal1ty Killer
  • Patriot 8 GB @ 1600 MHz
  • EVGA GeForce 770 GTX OC
  • Samsung Pro 840 240 GB
  • Seagate Momentus XT 750 GB
  • Betriebsystem: Windows 8.1 x64

Hier noch einen Blick in die Benchmarks

OCZ RevoDrive 350 Benchmark

Passend für SteamOS: Demnächst sogar mit Linux Support

Mit knapp 670 Euro ist unser 480-GByte-Testmodell kein Billigkauf und die Anschaffung schlägt wohl bei jedem ein ziemliches Loch in den Geldbeutel. Performance-Freaks und Enthusiasten werden sich aber nicht davon abhalten lassen und mit der extrem schnellen Karte das letzte bisschen an Leistung aus dem Heimcomputer quetschen. Aber wenn man mit professionellen Anwendungen arbeitet, lässt sich die Ausgabe recht schnell amortisieren, wenn sich Projekte schneller abschließen lassen. Und so gesehen bietet das RevoDrive daher ein interessantes Preis-Leistungs-Verhältnis. Gamer, die auf Linux setzen, kommen mittlerweile ebenfalls in den Genuss einiger Treiber. Gerade Spieler, die ihren Gaming-PC als Spielekonsole einsetzen und auf Windows verzichten wollen, wird dieser Umstand gerade im Bezug zu Steam OS freuen.

Fazit zur RevoDrive 350

AwardMit einem genauen Blick auf die sequenziellen Durchsatzraten, besteht überhaupt kein Zweifel, dass es sich beim RevoDrive 350 mit 480 Gigabyte Speicherkapazität um das bislang schnellste Drive handelt, das wir jemals zum Test auf dem Prüftstand hatten. Mehr noch: Es ist mit Abstand schneller als alle unsere Testkandiaten und schlägt sie um mehr als das Doppelte und Dreifache.

Ist man nicht gerade am Zocken, kann man sich die Leistung des RevoDrive zu Nutze machen und auch ein wenig Video- oder Audio-Editing vornehmen, da die SSD problemlos mit umfangreichen Files klarkommt und bei solchen Vorgängen hauptsächlich geschrieben und gespeichert werden. Dem gegenüber stehen die zufälligen Durchsatzraten, die schlicht nicht so hoch sind, wie wir es von einem Drive mit vier Controllern erwartet hätten (siehe Benchmarks). Es gibt einige Single-Controller, die in dieser Disziplin schon gefährlich nahe an die Werte des RevoDrive 350 herankamen. Aber dies ist kein wesentlicher Kritikpunkt und für uns nicht sonderlich relevant.

Gestört hat mich eigentlich nur der RAID Controller. Dieser muss nämlich bei jedem Systemstart neu initialisiert werden, wodurch der Windows-Boot um mehrere Sekunden verzögert wird. Für jemanden, für den eigentlich „sofort“ fast zu langsam ist, eine recht nervige Angelegenheit. Und gerade Privatanwender, die ihren PC nicht tagelang durchlaufen lassen, werden das ähnlich sehen. Ich hoffe mal, dass OCZ in der nahen Zukunft eine Lösung findet, um die lahme Initialisierungszeit des Controllers zu verkürzen.

Unterm Strich erhalten Endkunden ein High-End-Laufwerk, das aufgrund seiner extrem hohen Leistung problemlos andere SSDs abhängt. Enthusiasten und professionelle Anwender erfreuen sich an den Leistungswerten, die viele Arbeitsvorgänge verkürzt und demnach Zeit oder sogar bares Geld sparen. Wer komplexe Anwendungen gerne schneller startet oder riesige Datenmengen hin und her schaufelt, wird bald nicht mehr auf diese außergewöhnliche Festplatte verzichten wollen. Und da das RevoDrive 350 eben Leistung satt bietet, lässt sich OCZ gut bezahlen, was für uns durchaus verständlich ist. Für den schmaleren Geldbeutel empfehlen wir hier die flotten SSDs von Crucial oder auch von ADATA, die ihre Pflicht ebenfalls erfüllen. Natürlich bei Weitem nicht so schnell wie das RevoDrive 350. Ansonsten sprechen wir eine klare Kaufempfehlung aus und verleihen den Gold Award für die SSD.

Pro und Kontra

  • Überragende Leistung
  • Top verarbeitet
  • Viele Features
  • Als Bootlaufwerk einsetzbar

  • RAID Controller verzögert den Bootvorgang
  • Hoher Preis


Wertung

Verarbeitung91

Leistung97

Preis85

Gesamtwertung
91/100

 


Über Patrick
Patrick ist hauptverantwortlich für den redaktionellen Part von RIGGED und sorgt dafür, dass ihr immer auf dem neuesten Stand rund um Technik, Mobile und Games seid. Darüber hinaus betreut und bespaßt er die Social Media Kanäle.

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