Hardware
03.10.2014

Logitech G602 Test / Review – Wireless Gaming Mouse

Kabellose Mäuse sind zwar durchaus praktisch, aber Gamer stehen in der Regel überhaupt nicht darauf. Der Akku muss zu oft geladen werden oder Batterien ausgetauscht, die Verbindung unterbricht und auch die Reaktionszeit kann doch niemals so gut sein, wie bei einer kabelgebundenen Maus. Hier will Logitech ansetzen und leidenschaftliche Spieler da von überzeugen, dass es eben doch möglich ist. Ob das mit der Logitech G602 gelingt? Lest es im Test!

Logitech (zur Webseite) wird fast jedem unserer Leser ein Begriff sein und wenn nicht, dann habt ihr durchaus Nachholbedarf in diesem Segment. Der Hersteller ist nämlich seit vielen Jahren bekannt wie ein bunter Hund und kann auf einiges an Erfahrung im Bereich der Eingabegeräte zurückgreifen. Genauer gesagt sind es Jahrzehnte, denn Logitech wurde im Jahre 1981 in der Schweiz gegründet und konnte sich mittlerweile weltweit in über 100 Ländern etablieren. Mittlerweile hat man das Tätigkeitsfeld natürlich enorm ausgeweitet und bietet neben Gaming Mäuse viele weitere Produkte, wie zum Beispiel Headsets, Tastaturen oder auch Webcams.

Logitech G602 Verpackung

Lieferumfang und technische Daten

Selbstverständlich liefern die Schweizer Jungs von Logitech alles, was man braucht mit im Paket. Und das Paket ist wirklich wunderbar verpackt, denn Logitech setzt da auf eine Schachtel, die ich so noch nicht bei anderen Hersteller gesehen habe. Während man bei anderen Mäusen eher den Karton aufmachen muss und zusätzlich eine Klappe zur Ansicht des Eingabegeräts hat, ist hier die Klappe zur Ansicht auch gleichzeitig die Öffnung. Hier muss man einfach die Logitech G602 heraus ziehen und man kann die Maus in der Hand halten.

Dabei finden wir auch noch den kabellosen Empfänger, Verlängerungskabel für den Empfänger, zwei Batterien vom Typ AA (bereits eingelegt) und die unwahrscheinlich sinnvolle Bedienungsanleitung.

Modellname:Logitech G602 Gaming Mouse
Auflösung:250 – 2500 DPI
Max. Beschleunigung:> 20 G
Max. Geschwindigkeit:Bis zu 2m/Sekunde
USB-Datenformat:16 Bit/Achse
USB-Signalrate:Bis 500 Signale pro Sekunde
Strapazierfähigkeit Tasten:20 Millionen Klicks
Strapazierfähigkeit Füße:250 km
Akkulaufzeit im Leistungsmodus:Bis zu 250 Stunden
Akkulaufzeit im Ausdauermodus:Bis zu 1440 Stunden
Kabellose Reichweite:Bis zu 3 Meter
Garantie:3 Jahre eingeschränkte Hardwaregarantie

Logitech G602

Verarbeitung und Ersteindruck

Genau hier liegt die Stärke von Logitech: bei der Verarbeitung und in der Qualität ihrer Produkte. Dass sich da auch die Logitech G602 nicht wirklich verkriechen und den Vergleich zu Konkurrenzprodukten scheuen muss, erübrigt sich schon fast. Ehrlich gesagt wäre ich auch äußerst enttäuscht und entsetzt gewesen, wenn man hier ein anderes Ergebnis im wahrsten Sinne in der Hand gehalten hätte.

Wie gewohnt kann man hier nur Lob aussprechen und Logitech zu der hervorragenden Qualität gratulieren. Die gesamte G602 fühlt sich hochwertig und durch und durch solide an. Dabei kommen auch die seitlichen G-Buttons nicht zu kurz, die man gut mit dem Daumen erreichen kann.

Logitech G602 Verpackung

Palm Grip an die Macht

Logitech bietet mit seiner G602 gewohnte Qualität, sowohl was Design als auch was die Ergonomie angeht. Es handelt sich um eine kabellose Gamer-Maus, aber das dezente Design macht sie auch zu einer guten Wahl, wenn es um das Wohnzimmer geht.

Zwar ist die Maus besonders auf Gamer mit Palm Grip zugeschnitten, doch auch für den Claw Grip ist sie theoretisch geeignet. Wer über eine eher kleine Hand verfügt, hat jedoch das Nachsehen. Hervorragend ist die mittig angelegte gummierte Fläche, die für guten Halt ohne Ab- und Verrutschen sorgt. Dabei ist die Gamer Maus konsequent auf Rechtshänder ausgelegt, weshalb Linkshänder dann doch eher auf ein anderes Eingabegerät zurück greifen oder sich an diesen Umstand kurzerhand gewöhnen müssen.

Logitech G602

Das ist aber keinesfalls schlimm. Die Schwächen sind auf anderer Seite die Stärke der Logitech G602. Zwar ist sie rein theoretisch mit dem Claw- und Fingertip-Grip einsatzbereit, doch gibt es hierfür zahlreiche Alternativen, die besser geeignet sind. Dafür punktet die G602 auf ganzer Linie, wenn es um den Palm Grip geht. Aber ohne nun weiter auszuholen, ist eine MMO-Maus, wie es auch die Razer Naga eine ist, lediglich im Palm Grip vernünftig nutzbar. Das ist vor allem auf die seitlich platzierten G-Tasten zurückzuführen, die man als Nutzer der anderen Griffarten nahezu gar nicht einsetzen kann.

Logitech G602
Logitech G602

Alles gut erreichbar?

Ganze elf programmierbare Tasten hat die G602, wovon sechs in Daumenreichweite platziert sind. Diese Buttons sind allerdings nicht so leicht zu bedienen, wie man es sich wünschen würde. Sie sind sehr nah aneinander angebracht und unterscheiden sich kaum in ihrer Größe und Form. Da sucht der Daumen schonmal vergeblich den richtigen Schalter. Gerade Leute die von einer herkömmlichen Maus mit Vor- und Zurückbutton umsteigen wollen, werden hier etwas Eingewöhnungszeit benötigen. Zumindest dann, wenn man die Tasten explizit treffen möchte. So ging es mir zumindest wären der Testphase, aber das ist ohnehin nur ein persönlicher Eindruck. Möglicherweise weiß hier die Logitech G600 MMO Gaming Maus eher zu überzeugen, denn dort sind die Buttons größer gewählt. Mit diesem Modell scheint man einen Mittelweg einschlagen zu wollen, was mit einiger Umgewöhnung auch funktionieren kann.

Die DPI-Buttons sind keinesfalls im Weg und im vorderen linken Bereich der Maus platziert worden. Allerdings könnt ihr bei der Logitech G602 Maus nur den Bereich zwischen 500 und 2500 DPI abdecken, da ist man durchaus höhere DPI-Werte gewöhnt. Für Spieler, die gerne besonders langsames oder besonders schnelles Tracking bevorzugen, steht die G602 also nicht zur Debatte. Für mich reicht die DPI Bandbreite aber vollkommen aus und das wird bei den meisten der gleiche Fall sein.

Logitech G602

Satte 1550 Stunden oder 250 Stunden Akkulaufzeit?

Geliefert wird die Logitech G602 mit langem USB Kabel und Dongle. Ein fest programmierter Button gibt euch die Option, die Maus in einer Art Energiespar-Modus zu betreiben. Laut Logitech hält die Batterie im High-Energy-Modus 250 Stunden und satte 1550 im Sparmodus. Wenn ihr gerade lediglich gemütlich eine Runde spielen möchtet, werdet ihr im Energiesparmodus kaum einen Unterschied erkennen. Bei Turnieren oder wenn es auf Performance stark ankommt, solltet ihr die Maus auf den High-Energy-Modus stellen, da hier die Kommunikation zwischen PC und Maus etwas fixer (weil die Daten häufiger vom PC abgefragt werden) ist.

Beim Spielen reagiert die Maus in beiden Energie-Modi gut und präzise. Die sechs Schalter, die der Daumen bedienen kann, sind aber sehr gewöhnungsbedürftig. Mir persönlich ist das zu fummelig. Vielleicht gibt es aber Gamer unter euch, die da etwas anpassungsfähiger sind als ich. Meine Eingewöhnungszeit bei solchen Dingen ist verdammt lang und in der Zwischenzeit bediene ich leider viel zu häufig die falschen Schalter. Das bringt in dem einen oder anderen Spiel den Tod bzw. eine Niederlage ein.

Logitech G602

Kein Endless-Scrolling und die Gaming Software

Im Gegensatz zu anderen Logitech Mäusen hat das Scrollrad keinen Endless-Scrollmodus, wodurch die G602 allerdings ein Plus in puncto Bedienbarkeit erfährt. Eine gute Entscheidung des Herstellers. Dabei muss man aber auch erwähnen, dass nicht alle Mäuse mit der Funktion ausgestattet sind und einige hier auch einen Umschalter mitbringen – so zum Beispiel die Performance Maus MX.

Einstellen könnt ihr alles wie üblich über die Logitech Gaming Software. Damit programmiert ihr alle Produkte sehr simpel und komfortabel – Besser geht es nicht. Trotzdem ist die Maus eher für Casual- und MMO-Gamer geeignet. Hardcore-Zocker, insbesondere Shooter-Spieler, werden mit der G602 nur bedingt Freude haben und sollten besser zu einer alternativen Maus greifen. Genügend Auswahl sollte der Markt hier mittlerweile hergeben.

Logitech G602

Logitech G602
Logitech G602

Fazit zur Logitech G602

award-90Wer Logitech Mäuse kennt und liebt, wird hier mit gewohnter Qualität und Haptik versorgt. In dieser Hinsicht muss sich der Hersteller mit diesem Modell in keiner Art und Weise verstecken, sondern kann sogar auf ganzer Linie überzeugen. Vor allem Spieler, die auf den Palm Grip setzen, werden mit der Maus aus benutzerfreundlicher Sicht mehr als überzeugt sein.

Gerade die Beachtung einiger Details in der Verarbeitung, wie die gummiert Oberseite und die angeraute Seitenflächen wissen zu begeistern und werden jeden Zweifler in den Bann ziehen. In Situationen wo es dann doch mal etwas schneller und actionreicher zur Sache geht oder im Falle der Wärme unter dem Dachboden inklusive schwitziger Hände kann man meistern. Der Halt ist eigentlich immer gewährleistet und hervorragend.

Dafür, dass die Logitech G602 eine Wireless Gaming Mouse ist, kommt sie mit einigen Highlights daher. Da wäre die hervorragende Plug & Play Lösung, die hohe Reichweite sowie die wahnsinnig lange Akkulaufzeit zu nennen. Dabei sollte es sehr erfreulich sein, dass man die Maus sogar nur mit einer Batterie betreiben kann: Geben also dann doch irgendwann die Batterien den Geist auf und man hat keine mehr im Haus, reicht es schon eine einzige Batterie aus der Fernbedienung zu klauen, um die Maus weiter betreiben und nutzen zu können.

Natürlich hat auch die Maus einige Schwächen, die wir nicht unter den Tisch kehren wollen. So bietet die optische Maus gerade mal ein Maximum an 2500 DPI, was dem einen oder anderen zu wenig erscheinen könnte. Zudem ist sie durch ihren optischen Sensor nicht für spiegelnde oder Glasoberflächen geeignet, was jedoch bei allen Mäusen ohne Lasersensor der Fall ist.

Logitech G602
Logitech G602

Pro und Kontra

  • Hervorragende Akkulaufzeit
  • Elf frei programmierbare Tasten
  • Große Reichweite
  • Plug & Play und ohne Software (eingeschränkt) nutzbar

  • Maximal 2500 DPI
  • Im Betrieb nicht aufladbar
  • Seitliche Zusatzbuttons gewöhnungsbedürftig


Wertung

Verarbeitung93

Leistung86

Preis90

Gesamtwertung
90/100

 


Über Michael
Artikel, Tests und die Kommunikation sind Aufgabenbereiche von Michael. Zudem ist sein Part das äußerliche Erscheinungsbild und die Vermarktung der Plattform.

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Herr Hugo
Montag, 06.10.2014

Ich habe die selber und mehrere Monate verwendet, jetzt ist sie am 2. PC im Einsatz (natürlich schon weniger). Zu den kritisierten Punkten:

– Maximal 2500 DPI

Ääääh – das reicht dicke. Die Maus auf max. und in Win auf max. – da gehe ich aus dem Handgelenk über 3x 24″ Monitore, zur Not noch über 5x (Haupt-PC + 2. PC mit „MousewithoutBorders verbunden)

– Im Betrieb nicht aufladbar

Na und? Wer macht denn sowas? Ich habe die immer nur mit 1 Akku betrieben, der hält (je nachdem) bei mir zwischen 2 und 3 Wochen. Wenn leer: Akkus raus, neuen Akku rein – geladene haben eben vorhanden zu sein. Das geht so fix, da nehm ich die Ziga gar nicht aus dem Mund.

– Seitliche Zusatzbuttons gewöhnungsbedürftig

Stimmt, so schlimm ist das aber nicht. Vor allen Dingen, wenn man bedenkt, das man sich an JEDE neue (und etwas schnellere) Maus etwas gewöhnen muss.

Und wer eine Maus auf Glas oder Spiegel schiebt, der darf sich nicht wundern, das sie evtl. etwas spinnt. Ich laufe im Winter auch nicht auf Sandalen mit glatten Ledersohlen zum Einkaufen, sondern ziehe rutschfeste Schuhe an.

Bei einer Maus muß man nicht auf Schnee & Eis, sondern auf die „Schiebefläche“ achten. Schreibtisch, Couchtisch, Hosenbein – Mumpitz.

Jeder Maus ihr Mauspad – ich gebe allerdings zu: da muß man je nach Maus schon probieren, welches einem am besten paßt. Manche mögen Stoffpads, mir sind die zu stumpf – das muß jeder selber rausfinden.

PS: wenn du bei mir wärst, würde dir allerdings die geniale Idee mit „Batterie aus der FB klauen“ nix nutzen. Die FB, die offen da liegt (für den TV) hat AAA Batterien, die G602 AA.

Es wäre aber auch nicht nötig: bevor meine Akku- und Batterievorräte ausgehen, da fällt dir der Arm vom Schieben ab, grins!


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