Hardware
21.03.2014

Gamer-Gehäuse Aerocool Xpredator X3 im Test

Wir haben das Aerocool Xpredator X3 in der Evil Black Version vorliegen und es in unserem Test genauer in Augenschein genommen. Mit diesem Gehäuse richtet sich Aerocool an Spieler, die neben einem komfortablen Platzangebot ihren Fokus außerdem noch auf eine ordentliche Wärmeabfuhr legen. Ob sie den Anforderungen gänzlich gerecht werden oder ob sie doch am Ziel vorbei geschossen sind, erfahrt ihr in unserem Test.


Aerocool Xpredator X3 Front- und Seitenansicht

Insgesamt vier Farbmodelle bietet der taiwanesische Hersteller Aerocool bei dem Gamer-Gehäuse Xpredator X3 an. Neben der uns vorliegenden Variante, der Evil Black Edition, haben Käufer die Qual der Wahl zwischen der Devil Red Edition, der Avenger Ausführung sowie der sauberen White Edition. Das PC-Gehäuse ist Teil der PGS-Serie (Performance Gaming System) und richtet sich demnach ganz klar an die enthusiastischen Zocker unter uns, die gerne etwas mehr haben wollen.

Nichts besonderes im Lieferumfang, aber massig …

… Schrauben! Neben dem Gehäuse befindet sich nicht viel im Karton. Eigentlich gar nichts. Der übliche Kram ist aber vorhanden: Das Xpredator X3 ist ordnungsgemäß von Plastik und Polystyrol ummantelt, sodass dem guten Stück kein Schaden zugeführt wird. Hier gibt es nichts zu bamängeln, aber auch nichts zu loben, denn über den Standard geht es nicht hinaus und Styropor ist dann eben doch wie immer einfach nur weiß.

Positive Eigenschaften kommen dann auf, wenn man das Gehäuse von den hinteren Schrauben befreit und die Seitenklappe abnimmt: Im Laufswerksbereich ist ein Karton zu finden, der eine ganze Menge Schrauben enthält, aber zusätzlich noch nützlichere Dinge beinhaltet, wie beispielsweise mehrere Kabelbinder und einen USB 3.0 zu 2.0 Adapter für das Anschlüsse des Frontpanels.

Lieferumfang Aerocool Xpredator X3

  • 11 Distanzbolzen für das Mainboard
  • 11 M/B-Distanzbolzen
  • 1 Schraubkappe für die Distanzbolzen
  • 4 Schrauben für Diskettenlaufwerke
  • 2 x 8 Lüfterschrauben

  • 32 Schrauben für 2,5 Zoll Festplatten
  • 16 Schrauben für 3,5 Zoll Festplatten
  • 4 Schrauben für das Netzteil
  • 5 Kabelbinder
  • 1 USB 3.0 zu USB 2.0 Adapter

Hervorzuheben ist, dass die Tütchen (in denen sich die Schrauben befinden) beschriftet sind. Das hilft vor allem Neulinge in dem Bereich, die vielleicht das erste oder zweite Mal sich ihren Gamer-Rig zusammen basteln.

Eigenschaften und Besonderheiten des Xpredator X3

Bei dem Aerocool Xpredator X3 kann man dem Hersteller keine Schlampigkeit vorwerfen, sondern eher Liebe zum Detail. Das Gehäuse ist innen sauber lackiert und kann durch einige Features, wie dem 2,5 Zoll Steckplatz auf der Oberseite punkten. Ebenfalls praktisch für Besitzer älterer Mainboards ist die Mitlieferung des USB 3.0 zu USB 2.0 Adapters. Abgerundet wird das Gesamtpaket durch die Drehregler für Lüfter, die einstellbaren “Flügel” auf der Oberseite sowie die Schwingungsdämpfer für Festplatten und Netzteil.

Aerocool Xpredator X3 Frontpanel

Abmessungen: 223 x 527 x 533 mm (B x H x T)
Gewicht: 6,8 kg
Mainboard-Kompatibilität: ITX, ATX, Micro-ATX
Solide gebautes Gehäuseinnere (0,7 mm SECC)
CPU-Kühler-Unterstützung für eine maximale Höhe von 186 mm (ohne Lüfter an der Seitenwand)
Schwarzer 12 cm Lüfter auf der Rückseite und ein 20 cm LED-Lüfter an der Frontseite bereits verbaut
Einstellbare Luftdurchfluss-Flügel auf der Oberseite
Entnehmbarer Staubfilter für die Stromversorgung
2,5 Zoll Anschluss für Festplatten auf der vorderen Oberseite
2 x USB 3.0 und Audio- beziehungsweise Mikrofon-Ports auf der vorderen Oberseite
Einstellbare Intensivität der Lüfter (bis 25 Watt) durch zwei Drehregler vom Frontpanel
Mit Schwingungsdämpfer für Festplatten und Netzteil
Öffnungen zur Kabeldurchführung aus flexiblen Gummi
Vorgebohrte Löcher für den Prozessor
Unterstützung von Wasserkühlung

Stauraum: Bekommt man alles unter?

Platzprobleme sollte man bei dem Aerocool Xpredator X3 nicht haben. So bietet uns das Gehäuse massig Platz für eine bis zu 31 cm lange Grafikkarte, ein bis zu 18,6 cm hoher CPU-Lüfter und insgesamt acht Gehäuse-Lüfter (zwei 120 oder 140 mm Lüfter in der Seite, ein 200 mm oder zwei 120 beziehungsweise 140 mm Lüfter an der Oberseite, ein 120 mm Lüfter im Boden sowie zwei weitere 120 mm Lüfter am HDD-Käfig).

Auch den Einbau der Laufwerke und HDDs darf man mit einem Lächeln im Gesicht angehen: Stauraum ist hier für drei 5,25 Zoll Laufwerke sowie acht Plätze für 2,5 beziehungsweise 3,5 Zoll Festplatten.

Xpredator X3 Innenraum

Optik: Für jeden was dabei!

Nachdem wir nun ziemlich trocken die groben Fakten durchgekaut haben, ist es Zeit auf die Optik einzugehen. Hier setzt uns Aerocool ein böse wirkendes Gehäuse, das bei den meisten Gamern Anklang finden sollte, vor die Nase. Wer allerdings auf enorm schlichte und solide Cases setzt und diese bevorzugt, dem sei von diesem Produkt abgeraten. Dafür bieten uns die Taiwaner mehrere Farbvarianten an und man kann das Xpredator X3 in vier Ausführungen beziehen: Avenger, Devil Red, Evil Black und White, die alle in unterschiedlichen Kartondesigns eingepackt sind. Hier sollten die meisten von uns also glücklich werden und das Passende für sich finden.

Ausführungen des Xpredator X3

Das obere Frontpanel, auf dem der An- und Ausschalter, die Lüfterregelung, die USB 3.0 Anschlüsse und der Mikrofon- und Soundeingang zu finden sind, wurde mit einer gebürsteten Metalloptik (natürlich kein Metall) versehen und hinterlässt einen sauberen Eindruck. Auch die einstellbaren Flügel (wie sie von Aerocool so schön genannt werden) auf der Oberseite sorgen für Aufmerksamkeit und geben damit, neben dem rot-orangenen Logo-Bereich, ein gutes Bild ab.

Mal ein wenig Offtopic: Der Begriff Flügel bezieht sich wohl auf den Roboterdrachen, der auf dem Karton abgedruckt ist, und die Form der Flügel für die Körperform (Schuppen?) beinhaltet. Die Frage, ob das Huhn (Kartondesign mit Drache) oder das Ei (Form der “Flügel”) zuerst da waren, will ich an dieser Stelle nun gar nicht aufkommen lassen.

Auf der Seite befindet sich ein großes Fenster, das den Blick in den Rechner ermöglicht und dennoch mit zwei Lüftern bestückt werden kann. Besonders schön kommt das, wenn man hier LEDs einsetzt.

Aerocool Xpredator X3 Flügel

Verarbeitung: Alles Sonnenschein?

Bei der Verarbeitung ist leider nicht alles richtig gemacht worden. Zwar unterlaufen Aerocool erstaunlich wenige Schnitzer (die Erfahrung scheint sich bezahlt zu machen), doch gerade bei den Einbauschächten der Laufwerke und Festplatten sowie bei den verstellbaren Flügeln/Kiemen staunt man nicht schlecht: Sie passen einfach so gar nicht ins Gesamtbild des ansonsten schön und ordentlich verarbeiteten Gehäuses. Vor allem die Schächte machen den Eindruck, dass sie leicht zerbrechen. Hier wurde eindeutig gespart, was nicht hätte sein müssen.

Mögliche Schnittkanten sucht man glücklicherweise nahezu vergebens, doch man findet sie bei ganz genauem Hinsehen: Bei der Mainboard-Aussparung! Ebenfalls könnte man beim Netzteil-Schacht Schnittkanten bemängeln, aber diese werden gekonnt vom Schaumstoff (Stoßschutz) verdeckt und können daher nicht negativ betrachtet werden. Hier besteht also wenigstens keine Gefahr..

Positiv hervorzuheben ist aber, dass ansonsten alles ordnungsgemäß verarbeitet wurde. Die Lackierung ist im Innen- sowie Außenraum tadellos gelungen, auf Werkzeug muss auch nur äußerst selten zurückgegriffen werden und das Netzteil ruht auf Gummidämpfern und ist dadurch, genauso wie die HDDs (schwingungsentkoppelt), bestens vor Stößen geschützt.

Aerocool Xpredator X3 geöffnete Front

In der Praxis: Alles cool!

In der Praxis konnte uns das böse daherkommende Gehäuse durchaus überzeugen. Der Einbau von Hardware geht ohne Probleme vonstatten, bietet ausreichend Platz für allerlei Teile und Laufwerke und lässt somit kaum Möglichkeiten der Kritik. Das Netzteil wird am Boden verbaut und ist durch Schaumstoff vor Stößen geschützt, wodurch man hier ein paar Sekunden länger benötigt, um es letztendlich zu verbauen.

Die optischen Laufwerke werden (wie mittlerweile fast schon standard) mittels Schnellspanner befestigt. Hier freut man sich, dass die Front so einfach abgenommen werden kann und die Laufwerke  kinderleicht eingesetzt werden. Noch einfacher ist es bei den Festplatten: Befestigung rausziehen, Festplatte fixieren (bei 2,5 Zoll sind Schrauben notwendig) und wieder einsetzen, fertig.

Dank der vielen Möglichkeiten des Kabelmanagements kann man fast alle Kabel verstecken, teilweise sogar alle. Diese verschwinden einfach hinter der auffällig in rot-orange lackierten Platte des Mainboards.

Ansichten Xpredator X3

In Sachen Temperatur und Lüftung reichen in der Regel sogar die beiden verbauten Lüfter (20 cm LED-Lüfter im Frontpanel und 12 cm Lüfter auf der Rückseite) aus, um für die Hardware eine angenehme Umgebung zu schaffen. Wir selbst haben noch zwei Gehäuse-Lüfter verbaut, die nicht notwendig waren. Bedenkt man, dass zusätzlich, zu den zwei bereits vorhandenen, eine Vielzahl weiterer Rotatoren Platz finden, sollte man sämtliche Sorgen über Bord werfen und einfach mit Freude an der Sache den Rechner auf Hochtouren bringen. Also: alles cool!

Fazit: Rundes Paket mit minimalen Schwächen

Silber Award Aerocool Xpredator X3Insgesamt weiß das Aerocool Xpredator X3 zu überzeugen und bringt einen nur sehr selten zum Grübeln. Die Kleinigkeiten, die während unseres Tests aufkamen, kann man schon fast ignorieren und getrost ein Auge zudrücken. Die Verarbeitung ist ordentlich, die Optik ist frisch, bietet Abwechslung und mit vier unterschiedlichen Varianten ist hier für jeden etwas dabei.

Wer auf der Suche nach einem Gaming Gehäuse mit einem sehr guten Preis-/Leistungsverhältnis ist und dazu nützliche Features sein Eigen nennen will, kann hier ruhigen Gewissens zuschlagen.

Wertung

  • Beschriftete Tütchen für Bastel-Einsteiger
  • Integrierte Möglichkeiten für Kabelmanagement
  • Design in vier Varianten verfügbar
  • Umfangreiches Platzangebot

  • Laufwerkschieber sowie Fixierung der optischen Laufwerke wirken billig
  • Schnittkante an Mainboard-Aussparung


Verarbeitung81

Features93

Preis87

Gesamtwertung
87/100



Über Michael
Artikel, Tests und die Kommunikation sind Aufgabenbereiche von Michael. Zudem ist sein Part das äußerliche Erscheinungsbild und die Vermarktung der Plattform.

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