Hardware
25.04.2014

Fractal Node 304 im Test: Viel Platz auf kleinem Raum

Ich hatte erst kürzlich die Gelegenheit das Fractal ARC XL, ein PC-Gehäuse aus Schweden, ausgiebig unter die Lupe zu nehmen. Dadurch sind mir die Schweden mit ihrem Hang zum Minimalismus und der guten Verarbeitung äußerst positiv im Gedächtnis geblieben. Mit dem Fractal Node 304 ist nun ein weiteres Gehäuse im Mini-Format angekommen, welches meiner Expertenmeinung bedarf.

Da ich derzeit meine Erfahrungen mit HTPCs und Mediacentern vertiefe, scheinen die Schweden in dem Sinne ein Gespür für gutes Timing zu haben. Insofern ist es einfach, eine gute Verwendung für das Gehäuse zu finden, notfalls auch einfach als schicker Fileserver oder einer Gaming-Station für das Wohnzimmer.

Das Fractal 304 unterstützt Mini-ITX und DTX Mainboards und sieht aus wie die geschrumpfte Version des Fractal Node 605, welches mit ATX Mainboards gefüttert wird und mich eher an einen Teil einer Heimkinoanlage erinnert. Das Gehäuse an sich ist nicht sehr groß, beinhaltet dafür auf 250 x 210 x 374 mm (B x H x T) aber genügend Extras. Dazu zählt unter anderem ein Dual-USB 3.0 Port, Raum für bis zu sechs Laufwerke und bietet darüber hinaus Platz für große CPU-Kühler bis zu 165 mm Höhe und lange Grafikkarten bis zu 310 mm.

Fractal Design Node 304 Front

Technische Daten

  • Material: Stahl, Aluminium und Kunststoff
  • Abmessungen: ca. 250 x 210 x 374 mm (B × H × T)
  • Gewicht: ca. 4,9 kg
  • Sechs interne Einbauplätze für 3,5″- oder 2,5″-Festplatten
  • Mainboard-Formfaktoren: DTX und Mini-ITX
  • Frontanschlüsse: Zwei USB-3.0-Schnittstellen sowie die üblichen Klinkenbuchsen für Kopfhörer und Mikrofon.

Viel Platz für so ’n kleines Ding

Dennoch muss man mit einem kleinen Gehäuse auch einige Kompromisse eingehen. In diesem Fall schwinden hier einige 5,25-Zoll-Laufwerkschächte, wobei die eh aus der Mode kommen, und natürlich gehen damit auch diverse Kühloptionen flöten. Aber einige Lüfter haben es dennoch in das kleine Node 304 geschafft und so finden immerhin zwei 92 mm Fans ihren Platz, die nach Bedarf gegen 80 mm oder 120 mm Rotoren ausgetauscht werden könnten. Hierbei fällt auf, dass standardmäßig schon Filter für die Lüfter eingebaut sind. Normalerweise kosten gerade die Kleinigkeiten noch mal Extra-Schotter. Auf der Rückseite des Gehäuses findet man noch einen Speed-Fan-Controller, was gerade für so kleine Gehäuse extrem wertvoll ist.

Das Zubehör ist jedoch Standard. Dazu gehören Bedienungsanleitung, 16x 3,5-Zoll-Laufwerksschrauben, drei Netzteil-Schrauben und vier Mainboard-Abstandshalter mit drei kleinen Kabelbindern und natürlich Schrauben. Fractal Design perfektioniert mit dem Node 304 den extrem schlichten und eleganten Look, den ich von dem Unternehmen kennen gelernt habe – man bleibt sich treu. Die Node Serie richtet sich an Style-orientierte Nutzer, die einen Einsatz im Wohnzimmer planen und großen Wert auf edles und schlichtes Design legen.

Die Frontblende ist komplett aus Plastik gefertigt und kommt im Plain-Look daher, wenn man mal von der Power-LED und dem kleinen Fractal Design Logo absieht. Die linke Seite des Gehäuses ist frei von überflüssigen Verzierungen und beherbergt nur den großen Lüftungseinlass, der mit einem passenden schwarzen Lüftergitter abgedeckt wird, wobei hier keine Kühler platziert sind. Der Platz wird später für große Grafikkarten gebraucht. Die Lüftergitter können übrigens leicht zu Reinigungszwecken entfernt werden. Generell ist die Verarbeitung auch wieder vorzüglich und es gibt nichts zu bemängeln.

Fractal Design Node 304 Front USB

Netzteil…Wo bist du?

Auffällig ist hier eher die Rückseite des Node 304, denn hier unterscheidet sich das Gehäuse grundlegend von anderen Gehäusen. Anstelle des Netzteils findet man hier einfach nur den Netzstecker-Anschluss, da das Netzteil aus Platzgründen knapp hinter der Front verbaut wird. Ein großer 140 mm Lüfter befindet sich rechts neben den beiden Erweiterungsplätzen, wo die PCI-Express Grafikkarte ihren Platz findet. Die rechte Seite ist zwar auch mit vergitterten Lufteinlässen versehen, welche aber viel kleiner sind. Auf der vorderen Seite der rechten Kante befindet sich der I/O Cluster mit den Standardeingängen, Mikrofon, Kopfhörer, 2x USB 3.0 und dem Power Button. Der Gehäusedeckel bietet keine Besonderheiten, wenn man von den Lufteinlässen absieht und der Unterboden fällt auch nicht viel spektakulärer aus. Praktisch gesehen muss man aber das Gehäuse anheben, um den Lüfter effizient zu reinigen.

Fractal Design Node 304 Rückseite

Kommen wir nun noch mal zu den Käfigen, die auffällig ihren Platz im Gehäuse einnehmen. Jeder davon kann zwei Laufwerke, wahlweise 3,5 oder 2,5 Zoll, aufnehmen. Es spielt keine Rolle, welche Größe man wählt, denn Schrauben werden definitiv benötigt. Für 3,5-Zoll-Laufwerke gibt es Anti-Vibration-Guards, bei denen die Schrauben eingedreht werden. Bei den 2,5-Zoll-Laufwerken gehen die Schrauben direkt in den Metallkäfig.

Node 304 Offen

Bietet auch Platz für laaange Grafikkarten

Sobald die Käfige aus dem Gehäuse entfernt sind, ist der Rest recht leicht zu erreichen. Wie ich bereits erwähnte, ist der Platz im Node 304 recht rar und daher musste das Netzteil auch auf die gegenüberliegende Seite hinter die Frontblende wandern. Dadurch wird es schwer, Arbeiten im Gehäuse und an den Lüftern vorzunehmen. Fractal hat das vorausgesehen und ermöglicht es, dass die Frontblende abgenommen werden kann, um die Lüfter zu reinigen.

Fractal Node 304 Front offen

Obwohl der Hardware-Einbau generell wie in einem normalen PC-Gehäuse abläuft, nimmt das Mini-ITX Mainboard eine Menge Platz im Node 304 ein. Der CPU-Kühler sollte allerdings möglichst vor dem Einbau in das Gehäuse auf dem Board installiert werden. Das mit den Laufwerken empfinde ich nicht ganz so schlimm, da optische Laufwerke aus der Mode kommen. Aber da die Prozessor-Kühler schon seit ein paar Jahren monströse Ausmaße (der CRYORIG C1 ist klein) angenommen haben, macht man das ja eigentlich sowieso. Praktisch: Wenn nicht so viele Laufwerke benötigt werden, kann ein Käfig entfernt werden und eine 310 mm lange Grafikkarte findet theoretisch seinen Platz. Kleine Karten, wie beispielsweise eine R7 250x oder GTX 560 Ti, finden auch so schon genügend Raum, ohne dass man auf Laufwerke verzichten muss. Abschließend würde ich sagen, dass man die Installationsreihenfolge sorgfältig planen sollte, um sich nicht selber zuzubauen. Ein vernünftiges Kabel-Management ist hierbei eigentlich schon selbstverständlich.

Node 304 Lüfter

Durch die kompakte Größe bietet das Node 304 nicht so viele Kühlungsmöglichkeiten, daher würde sich anstelle eines CPU-Kühlers, eher eine Kompakt-Wasserkühlung, wie die Corsair H60 anbieten, da sie viel platzsparender und effektiver auf so kleinem Raum ist. Den Rest müssen die zwei 92 mm und der 140-mm-Lüfter erledigen, die über die Lüftersteuerung geregelt werden können.

Node 304 Lüfter 2

Das Fractal Node 304 ist in Schwarz und Weiß verfügbar und wird ab 64 Euro in Deutschland verkauft, inklusive einem Jahr Garantie. Wer also für sein System, basierend auf einem Mini-ITX oder DTX Mainboard ein schickes und preiswertes Gehäuse sucht, für den ist das Node 304 wohl die erste Wahl. Hierbei bietet sich der Einsatz als Wohnzimmer-PC, LAN-Box oder sogar als Gaming Rechner (mit einigen Einschränkungen) an.

Fazit

Fractal AwardVerarbeitung, Preis und Features sind wie beim Fractal Design Arc XL Gehäuse erste Sahne und zwingen den Käufer schon fast dazu sich für das Node 304 zu entscheiden. Hierbei wird wohl letztendlich der persönliche Geschmack ausschlaggebend sein und darüber entscheiden, ob das Gehäuse gekauft wird oder nicht. Andere ausschlaggebende Gründe gibt es nicht.

Wertung

  • Saubere und ordentliche Verarbeitung
  • Recht viel Platz für ein Mini-Gehäuse
  • Fairer Preis

  • Lüfter werden unter Last etwas laut
  • Lüfterregler etwas schwer zu erreichen


Verarbeitung91

Leistung89

Preis93

Gesamtwertung
91/100



Über Patrick
Patrick ist hauptverantwortlich für den redaktionellen Part von RIGGED und sorgt dafür, dass ihr immer auf dem neuesten Stand rund um Technik, Mobile und Games seid. Darüber hinaus betreut und bespaßt er die Social Media Kanäle.

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