Hardware
31.03.2014

Fractal Arc XL im Test: Spiel, Satz, Sieg?

In der Vergangenheit habe ich neben verdammt vielen Headsets auch mindestens genauso viele Gehäuse verschlissen. Die armen Dinger mussten bei mir besonders leiden, da ich als kreativer Modder so einige Bastelideen hatte, die natürlich nicht immer hin gehauen haben. Aufgrund dieser Tatsache habe ich mittlerweile recht genaue Vorstellungen von dem idealen PC-Gehäuse. Dieses muss genügend Platz bieten, stabil sein und frei von scharfen Kanten, die ansonsten mitunter zu unangenehmen Verletzungen führen können. Ein vernünftiges Kabel-Management wäre hierbei natürlich auch wünschenswert. Ob das Fractal Arc XL meinen Anforderungen entspricht, erfahrt ihr im folgenden Test.


Was ist schwarz und weiß, aber doch kein Zebra?

Die Designer von Fractal haben mit dem Arc XL scheinbar dieselben Ziele verfolgt und gestalteten das Gehäuse so, dass es viel Platz für etwaige Wasserkühlungen, Laufwerke und Ähnlichem bietet. In der Summe verfügt das Gehäuse alleine über neun Erweiterungs-Slots, vier 5,25 Zoll Laufwerke, acht 3,5 und zwei 2,5 Zoll Plätze, welche sich pfiffigerweise hinter dem Mainboard verstecken.

Frontblende Arc XL Fractal Design

Zusätzlich lassen sich insgesamt sieben Lüfter in dem Gehäuse installieren, wobei drei Lüfter und die Staubfilter im Voraus vorhanden sind. Lediglich auf der Rückseite des Arc XL müsste ein Filter nachgerüstet werden. Also ein erster guter Eindruck, der sich weiterhin fort setzt und damit bestätigt wird, dass das Gehäuse jeden verfügbaren Platz sinnvoll nutzt. Das eingebaute Fenster in der Seitentür lässt Spanner die verbaute Hardware erahnen. Erahnen deswegen, weil das Window von Werk aus getönt ist und Blicke erfolgreich abwehrt, aber nicht gänzlich unterbindet. Hier müsste man erst eine dezente Beleuchtung in dem Gehäuse verbauen, um das System zu präsentieren.

Typisch für Fractal ist der Einsatz von weißen Elementen (Slotblenden, Einbaurahmen, Lüfter) in dem Gehäuse, welche einen schicken Kontrast zu dem edlen schwarzen Innenraum bieten. Auffällig ist auch der extrem dicke Stahl, der bei der Fertigung des Gehäuses beim Rahmen und Verkleidungen sowie den Türen verwendet wurde. Ideal eigentlich, um ein wenig zu sägen, bohren oder sonstige bauliche Maßnahmen vorzunehmen. Wer kennt das nicht? Man kauft ein günstiges Gehäuse und die Seitenteile sind nur durch ein einmaliges Öffnen des Gehäuses verbogen und lassen sich kaum noch abnehmen oder wieder anbringen.

Fractal Design Arc XL

Wofür Lüfter, Steuerung und Filter kaufen, wenn doch schon alles dabei ist?

Standardmäßig sind schon drei 140 mm Lüfter im Gehäuse verbaut: einer in der Front, einer hinten und einer oben im Deckel. Zusätzlich ist genügend Platz, um eine große Wasserkühlung mit einzubauen. Hierbei kann man den Radiator wahlweise vorne oder oben und hinten im Gehäuse montieren, wobei oben noch die Wahl zwischen 280 oder 360 mm Radiatoren gegeben ist.

Arc XL Seite ohne Deckel

Das Arc XL kommt von Haus mit einer Lüftersteuerung, die die Rotoren mit 5, 7 oder 12 V drehen lassen. Diese Steuerung befindet sich am Front I/O Panel, welches zugleich auch Anschlussmöglichkeiten für USB 3.0, 2.0 und Audio bietet. Hier findet man auch den Ein- / Ausschalter und die blauen LEDs, die Betrieb und HDD-Aktivität indizieren.

Wo wir nun die Features des Gehäuses kurz zusammengefasst haben, möchte ich kurz auf den supergünstigen Preis von 99 Euro eingehen, den das Gehäuse schon jetzt absolut gerecht wird. Bei anderen Gehäuse-Herstellern zahlt man wesentlich mehr. Faktisch konnte ich kein vergleichbares Gehäuse in der Größe, in der Verarbeitung und mit den Features in der Preisklasse entdecken. Corsair verlangt für seine Big Tower um die 150 Euro und die anderen Hersteller liegen auch nicht wirklich darunter. Was mir nicht ganz so gut gefallen hat, war die Verpackung des Arc XL. Es ist schwer das Gehäuse aus dem Karton zu befreien, ohne das Packmaterial zu beschädigen. Hier sollte man künftig etwas nachbessern, um etwaige Schäden beim Transport oder dem Auspacken zu vermeiden.

Arc XL Arc XL Frontansicht ohne Blende

Die technischen Daten

HerstellerFractal Design
ModellbezeichnungArc Midi XL
TypBig Tower
Einbauschächte4x 5,25″ (extern)
8x 3,5″ oder 2,5″ (intern, je 4 pro Laufwerkskäfig)
2x 2,5″ (intern, Rückseite des Mainboardtrays für SSDs)
PCI-Steckplätze9
Lüfter vorinstalliert1x 140 mm Front (1000 U/min)
1x 140 mm Deckel (1000 U/min)
1x 140 mm Heck (1000 U/min)
alle 140 mm Modelle können auch durch 120 mm Lüfter ersetzt werden
Lüfter optional1x 120/140 mm Front
2x 120/140 mm Deckel
1x 120/140 mm Boden
Wasserkühlung optional240 mm oder schmaler 360 mm Radiator Deckel
240 mm Radiator Front (bei versetztem HDD-Käfig)
120 mm Radiator Boden
120 mm Radiator Heck
CPU-Kühlerbis 180 mm
Grafikkartebis 345 mm / bis 475 mm bei entferntem, oberen HDD-Käfig (Messung von der Spitze der Slotblende bis zum Ende des PCB – bei nach hinten abstehenden Stromanschlüssen der Grafikkarte muss ein etwas kürzeres Modell gewählt werden)
Netzteilbis 345 mm (bis 190 mm bei belegtem Lüftermontageplatz am Gehäuseboden oder versetztem HDD-Käfig)
Kabelmanagementbis 345 mm (bis 190 mm bei belegtem Lüftermontageplatz am Gehäuseboden oder versetztem HDD-Käfig)
26 mm zwischen Rückseite Mainboardtray und Seitenwand

Schlicht und elegant fügt sich das Gehäuse in jedes Wohn- und Bürozimmer ein

Kommen wir nun zum Design des Fractal Design Arc XL: Angefangen bei der Front, die komplett aus Plastik besteht. Fractal hat diese aber mit einem coolen Aluminium-Brush-Look aufgepeppt. In dem Rahmen befinden sich vier Bay Cover und die große Mesh Front wird von dem Firmenlogo geziert. Das Mesh Panel ist nur mit zwei Clips befestigt, die sich einfach entfernen lassen. So kann man ohne viel Aufwand den Staubfilter in der Front reinigen oder zusätzliche Lüfter einbauen oder einfach nur tauschen.

Auf der linken Seite befindet sich die Stahltür mit einem sehr großen Fenster. Wie schon erwähnt, ist das Fenster leicht getönt und unterstreicht wieder einmal den edlen Look des Gehäuses. Eine Besonderheit an dem Gehäuse ist, dass man den Deckel abnehmen kann, um den Lüfterfilter zu reinigen. Auf der Rückseite befindet sich noch Platz für einen 120 oder 140 mm Lüfter und auf der Unterseite befindet sich ein Staubschutz für das Netzteil. Das Gehäuse ist mit großen Standfüße ausgerüstet, die für einen perfekten Stand sorgen. Aufgrund des Staubfilters fallen sie hinten allerdings etwas kleiner aus. Das Netzteil wird somit auf kleineren Füßen gelagert, bietet aber dennoch genügend Abstand zum Boden, wovor sich noch zusätzlich ein 120 oder 140 mm Lüfter befestigen lässt. Hierbei sollte man bei der Befestigung des Netzteils etwas vorsichtiger sein, da die Füße recht leicht abfallen könnten.

Arc XL getöntes Seitenfenster

Beim Arc XL wird kein Platz verschwendet

Es ist an der Zeit, das Innenleben des Arc XL genauer in Augenschein zu nehmen: Fractal punktet bei dem Gehäuse mit einem riesigen Stauraum und genügend Möglichkeiten, etwaige Kabel zu verstecken. Hier wird großer Wert darauf gelegt, dass die Hardware ohne Schraubenzieher gewechselt werden kann.

Arc XL Möglichkeiten HDD Käfig

Insgesamt bietet das Gehäuse acht Trays, die sowohl 3,5 als auch 2,5 Zoll Laufwerke beherbergen können. Wenn man zwei kleine Schrauben entfernt, kann man den unteren Käfig in zwei Einheiten teilen, umsetzen oder aber auch komplett entfernen. Ist dies dann geschehen, erreicht man von hinten die Front des Gehäuses und kann je nach Belieben zwei weitere 140 mm Lüfter montieren oder auch einen Radiator, falls die Wasserkühlung dort besser Platz finden sollte. Auf der Zwischenwand, wo auch das Mainboard montiert wird, befinden sich zahlreiche Durchlässe mit Gummidichtungen, um die Kabel geschickt verschwinden zu lassen. Das Kabel-Management bietet dadurch ausreichend Möglichkeiten, um einen aufgeräumten Gesamteindruck zu hinterlassen. Hierbei sind die Anschlusskabel für Mainboard oder Lüfter etwas kurz geraten, sind aber noch lang genug.

Schaltet man das System an, hört man von den Lüftern nicht viel, hier soll es sich angeblich um 29 Dezibel handeln. Jedoch gibt es leistungsstärkere und leisere Lüfter, die ich anstelle den Standard-Fans einbauen würde. Für den Anfang reichen sie dennoch vollkommen aus.

Arc XL Seite ohne Tür

Fazit: Kaufen und auf Dauer glücklich sein.

Arc XL AwardIn der Summe bietet das Fractal Arc XL eine Menge Platz für Modder oder Leute, die ein preisgünstiges Gehäuse für die eigenen vier Wände suchen oder es gar als Server nutzen wollen. Durch das ordentliche und praktische Design im Innenraum sind auch komplexe Wasserkühlungen mit aufgeräumter Kabelführung möglich. Hierbei ist alles durchweg hochwertig verarbeitet und Bastler brauchen keine scharfen Kanten zu fürchten. Sollte ich mich wieder für ein großes Gehäuse entscheiden, um meine Wasserkühlung wieder in den Betrieb zu nehmen, dann wäre das Arc XL die erste Wahl für mich.

Da wir nun das Gehäuse bestmöglich vorgestellt haben, begeben wir uns mal auf die Suche nach möglichen Schwachpunkten des Fractal Arc XL. Was sich aber als relativ schwierig gestaltet, denn in jedem Aspekt punktet das Gehäuse: Stabilität, Verarbeitung, Modifikationsmöglichkeiten, Platz und Modularität sowie einfache Bedienbarkeit. Das Arc XL leistet sich keine gravierenden Fehler, wenn man von den Einsteigerlüftern, der Plastikfront und der viel zu engen Verpackung absieht, vor der sogar Kondome Respekt haben sollten.

Das Gehäuse kriegt man für gerade einmal 99 Euro und da kann man nun wirklich nichts falsch machen.

Wertung

  • Schickes Design
  • Top Verarbeitung
  • Viele Gimmicks und Zubehör
  • Stabil

  • Etwas kurz geratene Kabel
  • Lüfter sind etwas laut


Verarbeitung91

Leistung90

Preis92

Gesamtwertung
91/100



Über Patrick
Patrick ist hauptverantwortlich für den redaktionellen Part von RIGGED und sorgt dafür, dass ihr immer auf dem neuesten Stand rund um Technik, Mobile und Games seid. Darüber hinaus betreut und bespaßt er die Social Media Kanäle.

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