Hardware
17.07.2014

Crucial MX100 256 GB SSD Test / Review: Ein gnadenloser Herausforderer

Die Crucial MX100 SSD steht ganz oben auf allen Preisvergleichslisten, wenn es um kostengünstige SSDs geht. Dabei unterscheidet sich die neueste Modellreihe des Herstellers nicht mal deutlich von anderen Modellen, sodass man sich zurecht die Frage stellen sollte: Woher kommt der Preis? Kommt er durch schlechte Qualität, mangelhafte Verarbeitung oder schlechter Performance? Wir finden es in unserem Test zur MX100 256 GB für euch heraus.

Crucial MX100 SSD

Crucial (ein Tochterunternehmen der Firma Micron) hat den Markt bereits mit dem preisgünstigen M500 aufgewirbelt und steigerte das Ganze noch mit der M550. Nicht mal drei Monate später steht Crucial auch schon wieder mit einem neuen Produkt bereit und präsentiert stolz die MX100. Die SSD kommt in drei Größen: 128 GB, 256 GB und das Flaggschiff mit 512 GB. Leider ist hier im Gegensatz zu den beiden Vorgängern kein Terabyte geplant, somit müsst ihr euch eine M500 oder eine M550 suchen, wenn ihr tatsächlich ein Terabyte benötigt. Mit der MX100 möchte Crucial also den kleineren Verbraucher für sich gewinnen, denn größere SSDs werden in dem Fall scheinbar nicht benötigt.

SSDs und das Preischaos

Bei der Markteinführungen kosten 128 GB der Crucial MX100 gerade mal 63 Euro – nur ein paar Euro mehr als die M500 und sogar einen Tick weniger als das Äquivalent der M550er Reihe. Die mittlere Größe, mit 256 GB, kosten beim MX100 gerade mal 85 Euro und somit 15 Euro weniger als die 240 GB Version der M500er Reihe und beeindruckende 55 Euro weniger als die 256 GB aus der M550er Reihe. Das Flaggschiff, mit seinen 512 GB, aus der MX100er Reihe setzt den Trend fort.

Crucial MX100

Der Grund, warum Crucial solche Hardcore-Preise anbieten kann ist, dass die neuen Festplatten den neuesten Micron 16nm MLC NAND nutzen. Dieser ist günstiger in der Produktion als der NAND in der M500 und M550er Reihe. Warum das? Der Aufwand ist einfach geringer. Der neue NAND ist in der Architektur gleich wie beim 20nm MLC mit derselben 128GB Dichte, aber mit einer Technik, die es Micron erlaubt beinahe 6TB an Speicherplatz per 300mm Scheibe zu bieten, im Gegensatz zu den 4TB bei den 20nm. Man könnte schon mal meinen, eine M500er vor sich zu haben, wenn man die MX100 öffnet. Das Innenleben sieht identisch aus. Tatsache ist, dass sich nur der NAND Typ geändert hat, denn der MX100 nutzt denselben 8 Kanal Marvell 88SS9189 Controller wie die M550. Um die Größe von 256 GB zu erreichen nutzt die Platte 16x16GB NAND Module, acht pro Seite auf dem PCB.

Crucial MX100: Nur als 2,5 Zoll

Trotz des günstigen Preises bietet Crucial mit der MX100 auch alle Features, die es bereits in der Crucial M550 gab. Energieverlust und Hitzeschutz, AES-256BIT, TCG Opal 2.0 und IEEE-11667 Hardware Encryption Technologien und RAIN (Redundant Array of Independent NAND), um vor Blockfehlern zu schützen. Ebenso unterstützt es DevSleep, was sehr praktisch bei Notebooks ist. Leider bringt Crucial die MX100er Serie nur im 2,5 Zoll Format heraus. Im Moment sind also keine Pläne bekannt, dass eine mSATA oder M.2 Versionen herauskommen soll. Somit wird es wohl keine MX100 SSD geben, die in die schlankeren Notebooks oder Ultraportables passen.

Crucial MX100 SSD

Performance im Test

Crucial spricht von Lesegeschwindigkeiten von bis 550 MB/s bei den drei Festplatten, aber die Schreibgeschwindigkeit unterscheidet sich bei der Reihe erheblich. Die 512 GB Version hat eine Geschwindigkeit von 500 MB/s, die 256 GB hat eine Geschwindigkeit von 300 MB/s und die 128 GB bietet magere 150 MB/s. Bei meinem Test der 256GB Festplatte mit dem ATTO Benchmark kamen Werte von 554MB/s und 344MB/s (Lese und Schreibgeschwindigkeit) heraus.

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Den Marvell Controller kümmert es nicht, was für Daten bearbeitet werden. Das zeigt sich sehr gut beim 4K Test im Crystal Disk Mark. Der Standard-Test (mit unkomprimierten Daten) erbrachte Ergebnisse von 28 MB/s und 75 MB/s fürs Lesen und Schreiben.

crystal-disk-mark

Ich wollte es noch was genauer wissen und hab noch ein paar Tests mit TeraCopy (zum Programm) durchgeführt. Hier bekam ich nicht nur eine Zeit für das reine Kopieren der Datei heraus, sondern auch die MB/s. Ich kopierte einen 50 GB Ordner mit unterschiedlichen Datentypen (28.523 Daten insgesamt) und das benötigte 10:07 Minuten (~72 MB/s). Eine 17 GB Blu-Ray zu kopieren dauerte nur 2:26 Minuten (~112 MB/s) und ein 4 GB Bild zu kopieren dauerte rund 34 Sekunden (~113 MB/s).

Danach sah ich mir an, wie lang es dauerte, das 4GB Bild (300dpi) in Photoshop zu öffnen (2:58 Minuten). Ich habe das Bild neu gerendert auf 600 DPI (18:13 Minuten) und zuletzt sah ich mir an, wie lange es dauert, das daraus entstandene 16 GB Bild zu speichern: 11:52 Minuten. Die Platte benötigte außerdem vier Minuten, um Office 2013 zu installieren.

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Fazit zur Crucial MX100

Silber AwardMag sein, dass die MX100 nicht die schnellste Platte im Bereich der 256GB SSDs ist, aber der Preis macht das schnell mal wieder wett. Zum Vergleich: Eine 250GB Samsung 840 EVO kostet rund 110 Euro, während die 256GB Samsung 840 Pro mit 155 Euro nochmals teurer ist. Wenn ihr also eine SSD für den normalen Gebrauch benötigt, ohne dass es unbedingt die schnellste sein muss, dann kann man guten Gewissens behaupten, dass die MX100 256GB SSD genau euren Wünschen entsprechen wird. Ein paar Euro spart ihr obendrein.

Pro und Kontra

  • Super gutes Preis-/Leistunsverhältnis
  • Temperaturüberwachungssensor
  • Sehr gute Verarbeitung

  • Quasi kein Lieferumfang
  • Schreibrate könnte besser sein


Wertung

Verarbeitung86

Leistung80

Preis95

Gesamtwertung
87/100



Über Michael
Artikel, Tests und die Kommunikation sind Aufgabenbereiche von Michael. Zudem ist sein Part das äußerliche Erscheinungsbild und die Vermarktung der Plattform.

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