Hardware
07.07.2014

Cooltek LP53 Test / Review: Die platzsparende ITX-Kühlung

Es gibt auf dem Markt einiges an Lüfterkühlungen. Da haben wir sehr kleine und sehr große Prozessoren-Kühler, sowie Stickstoffkühlung und auch Wasserkühlungen. Eine davon haben wir ja bereits getestet bei RIGGED! Aber nun passt eine große Wasserkühlung oder Stickstoffkühlung meistens nicht so einfach in einen HTPC. Also kommen hier ITX Kühler zum Einsatz. Wir haben freundlicherweise von Cooltek “powered by Thermolab” den LP53 bekommen, um zu demonstrieren, welche Kühlleistung bei HTPCs möglich ist.

Cooltek LP53 Verpackung

So ein Einbau gestaltet sich aufgrund des Platzes in so einem Gehäuse sehr schwierig. Scharfkantige Ecken und Winkel erschweren das Ganze noch zusätzlich. So habe ich mich an unser Testsystem gesetzt und den Cooltek LP53 eingebaut und getestet.

Wofür eigentlich einen HTPC?

Bisher hatte Cooltek bekanntermaßen nur mit Gehäusen, entsprechenden Dämmstoffen und Lüftergittern zu tun. 2003 ging der deutsche Hersteller an den Markt und startete mit schicken HTPC-Gehäuse durch. Mit der Zeit wurde das Ganze immer mehr, bis man einen ITX Kühler entwickelte, welcher tolle Leistungen erzielte. Aber die Zeit läuft weiter und somit ist es auch erforderlich, dass sich auch die Lüfter weiterentwickeln. Daher wird jetzt wird das Sortiment um zwei weitere luftgekühlte Prozessor-Kühler erweitert, dem Cooltek ITX30 und dem größeren Cooltek LP53.

Cooltek LP53 Lüfter

HTPCs sind eine feine Sache, wenn es um heimischen Kinogenuss geht. Man startet bei einem Video-on-Demand Anbieter seiner Wahl, zum Beispiel Netflix ab Oktober, einen HD Stream, und schaut ganz gemütlich einen Film, oder surft einfach im Internet. Auch eine schöne Runde Mortal Kombat ist möglich. Und das alles vom eigenen Sofa aus, ohne sich umständlich vor den PC im Arbeitszimmer setzen zu müssen. Natürlich haben diese kleinen Alleskönner eine Art Kryptonit – Die Hitze! So kommen kleine ITX Kühler zum Einsatz, die den geliebten CPU schön kühl halten sollen. Aber wie so oft können diese Standard Kühler nicht immer die gewünschte Kühlleistung liefern. Also kommen Firmen wie Cooltek und bringen einen Kühler mitsamt Lüfter auf den Markt, der euch helfen kann, die Hitzeprobleme in den Griff zu bekommen.

Entpacken und Staunen

Die Verpackung ist stabil genug und auch die Verschalung aus Plastik macht einiges her. Man bekommt schnell das wohlige Gefühl, dass man hier drin einen Atomschlag aussitzen könnte. Dementsprechend gibt es natürlich keinerlei Kratzer oder gar abgerissene Heatpipes am Cooltek LP53. Wo wir gerade bei den Heatpipes sind, diese und auch die Lamellen des Kühlkörpers sind vollständig aus Kupfer gefertigt. Augenscheinlich bietet Kupfer eine bessere Kühlleistung, wovon wohl jeder profitiert. Einzig die Halteklammern sind verchromt worden, was einen schicken Kontrast darstellt zu anderen Lüftern, die sich auf dem Markt befinden.

Cooltek LP53

Wir haben hier einen Rotor von Protechnic Magic, den MGT9212LR-W25. Dieser Leisetreter läuft mit rund 1000-2100 Umdrehungen pro Minute. Ob es ausreichen wird, sehen wir im weiteren Testverlauf. Auch das Zubehör ist ausreichend vorhanden. So haben wir insgesamt vier Gumminippel bekommen, die den Lüfter auf den Kühlkörper befestigen. Zeitgleich wird eine Entkoppelung gewährleistet, sodass kein störendes Rattern auf das Mainboard übertragen wird.

ITX Kühler und meine Finger – Ob das gut geht?

Wie bereits erwähnt, haben wir vier Schrauben mit Unterlegscheiben zu unserem ITX Cooltek LP53 Lüfter bekommen. Der Einbau gestaltet sich dabei denkbar einfach. PC öffnen, Mainboard ausbauen und den Kühler einfach tauschen. Schon habt ihr nach wenigen Minuten einen Hochleistungslüfter auf dem Prozessor verbaut. Hier bitte beachten: Denkt beim Einbau bitte daran, den Kühler mit den Heatpipes nicht über den RAM-Einschub zu setzen, sondern anders herum. Denn wenn man nicht darauf achtet, fängt man von vorne an. Also ganz schnell unseren Test-HTPC wieder zusammengebaut und los gelegt mit dem Testen.

Cooltek LP53

Dieses System besteht übrigens aus folgenden Komponenten:

  • Prozessor: CPU 1150 Intel Core i5 4430 @ 3,1 GHZ
  • Mainboard: Asus 1150 H87M-E
  • Arbeitsspeicher: Corsair XMS 3 New Classic 8GB DDR3 1333MHZ
  • Grafikkarte: Saphire Radeon HD 7750 Ultimate mit 1GB RAM
  • Festplatte: Corsair Force Series 3 120GB
  • Laufwerk: Asus BC-12D2HT
  • Netzteil: BeQuiet! Pure Power 430 Watt
  • Gehäuse: MS Tech MC-380

Beim Gehäuse ist man aber nicht nur auf die eigenen Gehäuse des Herstellers (wie dem Cooltek U2 oder dem Coolcube) festgelegt, sondern man kann auch das überaus schöne Fractal Node 304 in Betracht ziehen. Denn neben einem stylischen Weiß (wahlweise auch Schwarz), bietet dieses Gehäuse noch weitere große Lüfter im Inneren an und hat auch für den Cooltek LP53 ausreichend Stauraum. Und das trotz der geringen Größe.

Cooltek LP53 Back

Windkraftwerke im Einsatz

Beim ersten Start des PCs hört man, wie immer, ein kurzes leichtes Aufheulen des Lüfters und dann…nix, einfach nix mehr. Es herrscht eine absolute Stille im Gehäuse und man bekommt das schleichende Gefühl, dass etwas kaputt gegangen ist – Also schnell die PWM geöffnet und nachgesehen. Kurz an der Steuerung- gespielt und schon hört man leise den Lüfter arbeiten – Die Stirn haben wir uns selbstverständlich mit 500 Euro Scheinen abgewischt, um den Angstschweiß wieder los zu werden. Der Lüfter hat die Maße 9,5 x 2,5 cm und steht auf zwei Seiten etwas über, was sehr praktisch ist, um noch etwas Luft auf das Mainboard zu bringen. Mitsamt dem Kühlkörper betragen die Gesamtmaße 9,5 x 5,3 cm.

Cooltek LP53 Seite

Das ist sensationell klein und macht uns somit keine Bauchschmerzen im Gesamtverbund mit dem Gehäuse. Kommen wir nun zu unseren Testergebnissen. Wir haben uns Idle-Tests mit Absicht gespart, da diese eh immer geringer ausfallen als unter Vollast. So haben wir Folgendes für euch herausgefunden. Bei 2186 Umdrehungen pro Minute auf maximaler Leistung kühlt dieser Lüfter unseren CPU auf 27,4 Grad Celsius runter und kommt dabei auf circa 43 dBA Lautstärkeentwicklung. Drehen wir etwas an der Daumenschraube auf 1500 Umdrehungen pro Minute runter, haben wir schon 33,6 Grad, stehen aber lautstärketechnisch nur noch bei 37 dBA. Schlussendlich schrauben wir runter auf nur 1000 Umdrehungen pro Minute und befinden uns bei 37 Grad Celsius und 35 dBA. Das sind im Vergleich zu den Standard-Lüftern sehr gute Ergebnisse. Die Lautstärken des Cooltek LP53 wurden übrigens auf einer Distanz von rund 30 cm gemessen. In einem Abstand von zwei Metern hört man das aber gar nicht mehr. Damit gehören lärmende HTPCs endlich der Vergangenheit an.

Cooltek LP53

Der Anfang vom Ende: Das Fazit

Award 86Für gerade mal 36,99 Euro (UVP) bekommt man hier einen leisen und zuverlässigen Lüfter, welcher sämtlichen Ansprüchen gerecht wird. Es kommt selten vor, dass ich begeistert bin von einem Produkt. Und teste im Grunde genau so kritisch wie unsere anderen Redakteure, aber in diesem Fall darf auch schon mal für den Cooltek LP53 geklatscht werden. Denn habt ihr diesen Kühler einmal montiert, werdet ihr euch nicht von diesem leisen Raumwunder trennen wollen. Technisch gesehen, ist dieser kleine Luftkühler eine absolute Kaufempfehlung.

Pro & Kontra

Deine Inhalte

  • Gute Verarbeitung
  • Leistung
  • Tolle Gesamtgröße
  • Schneller Einbau

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Deine Inhalte

  • Empfindliche Lamellen

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Wertung

Verarbeitung86

Leistung87

Preis84

Gesamtwertung
86/100


Amazonab 42,90 €


Über Michael
Artikel, Tests und die Kommunikation sind Aufgabenbereiche von Michael. Zudem ist sein Part das äußerliche Erscheinungsbild und die Vermarktung der Plattform.

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