Hardware
16.05.2014

Cooler Master Quickfire XT Review / Test: Verspieltes Schnellfeuer

Und wieder ist eine mechanische Tastatur in der Redaktion gelandet. Dieses Mal handelt es sich dabei um die Cooler Master Quickfire XT – eine mechanische Tastatur, die vor allem für Fans der Shooter ausgelegt ist, unterschiedliche Switches bietet, aber auch einige Schwachstellen vorzuweisen hat. Was wir von dem 70 Euro günstigen Keyboard halten, erfahrt ihr im Test.

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Mechanische Tastaturen liegen derzeit voll im Trend und das nicht mal zu Unrecht. So sind sie doch für jeden Gamer wirklich eine schöne Sache und bieten den ein oder anderen Vorteil. Mechanischen Tasten haben den enormen Vorteil, dass man sich selbst aussuchen kann, wie hoch das gewünschte Betätigungsgewicht ausfällt und wie lang die Strecke ist, bis die Taste ausgelöst wird.

So gibt es für jeden Topf eigentlich einen Deckel und bei der Quickfire XT ist die Auswahl der Switches (Schalter unter den Tasten) recht umfangreich. Denn der Käufer kann sich gleich zwischen vier verschiedenen Varianten entscheiden und somit die gewünschten Schalter ergattern. Neben dem uns vorliegenden Modell mit Cherry MX-Brown-Switches bietet Cooler Master außerdem noch grüne (Green Switches), blaue (Blue Switches) sowie rote (Red Switches) Schalter an. Eine schöne Auswahl, die man bei vergleichbaren Tastaturen leider nicht immer hat. Doch das Übel liegt im Detail: Die Auswahl ist nicht am deutschen Markt gegeben. Wie bei mechanischen Tastaturen üblich, wird eine Garantie von 50 Millionen Tastenanschlägen gegeben. Wer mehr zu den mechanischen Schaltern erfahren will, kann sich bei Cooler Master genauestens informieren.

 

CM Storm Quickfire XT Keyboard

Technische Daten

HerstellerCooler Master
ModellnameCM Storm Quickfire XT
Mechanische TastenBrown Switches (DE)
Blue Switches
Red Switches
Green Switches
N Key RolloverN key über PS/2 Modus
Wiederholungsrate4 Levels (nur im PS/2 Modus)
Layout104 Tasten + Zweitbelegungen
Media Tasten
Windows-Sperrfunktion
USB-Anschlusse
PS/2-Anschluss
Kabellänge1,8 Meter
Abmessungen440 x 132 x 29 mm (LxBxH)
Gewicht1.100 g

Simpel, schlicht und hochwertig

Beim Design braucht man bei der CM Storm Quickfire XT gar nicht viel erwarten. Hier fokussiert sich der Hersteller nämlich auf das Wesentliche, was mir persönlich sehr zusagt, den ein oder anderen Gamer jedoch enttäuschen könnte. Das Design besticht durch seine Einfachheit und wird durch die gute Haptik optimal unterstrichen. Erwartet man große Features und Schnick-Schnack, ist man bei der Quickfire XT an der falschen Adresse und sollte sich eine andere Tastatur ins Haus holen.

CM Storm Quickfire XT Keyboard Side

Will man die Quickfire XT an den Rechner anschließen, wird man schnell feststellen, dass die Tastatur nicht über ein festes Kabel verfügt, sondern zu aller erst mit dem beiliegenden USB-Kabel angeschlossen werden muss. Dieses liegt natürlich bei und kann für etwaige Transporte zu Lans oder Events komplett abgenommen werden. Eine schöne Sache, wenn man öfter unterwegs ist. Die wenigsten werden allerdings von diesem Punkt profitieren und stattdessen eher einen überproportional großen USB-Stecker am oberen Ende des Keyboards wahrnehmen. Zusätzlich liegt noch ein PS/2-Adapter zum Anschließen bei.

Quickfire XT Kabel

Das Keyboard ist komplett in Schwarz gehalten und kann mit der Eigenschaft punkten, dass hier keinerlei Hochglanz-Elemente zum Einsatz kommen. Noch besser: Cooler Master hat in die entgegen gesetzte Richtung gerudert und die mechanische Tastatur in einem matten Look auf den Markt gebracht – einfach nur toll! Hier sind also Fingerabdrücke kein Problem und lästiges sauber machen muss nicht drei Mal am Tag durchgeführt werden. Schön ist außerdem, dass das beiliegende Kabel komplett ummantelt ist und einen sehr hochwertigen Eindruck macht.

Auf der Rückseite befindet sich, wie üblich, nicht sonderlich viel. Hier findet man lediglich die Aufstellfüße, welche in einer Position festgelegt werden können.

Media-Tasten und fragwürdiges Feature

Multimedia-Funktionen mittels Fn-Taste

Wirft man einen genaueren Blick auf das Tastaturlayout, fällt nicht nur auf, dass CM sich hier einer individuellen Schriftart bedient hat, sondern ebenfalls, dass man zusätzlich eine Fn-Taste unter gebracht hat. Diese kennt man bereits von Notebooks, die mit dieser Taste zum Beispiel die Media-Funktionalitäten steuern. Hier ist das ebenso der Fall, denn von F5-F12 befinden sich die typischen Einstellmöglichkeiten, wie beispielsweise Play / Pause, Weiter, Zurück, Mute, Lauter und Leiser sowie die Taste zur Deaktivierung des Windows-Keys. Im Spiel ist somit ein Wechsel auf den Desktop ausgeschlossen und das virtuelle Leben geht aufgrund von anderer Geschehnisse den Bach herunter.

CM Storm Quickfire XT Keyboard Frontal

Turbo-Modus, nur wofür?

Zusätzlich befindet sich, integriert im Num-Pad, der so genannte Turbo-Modus, der auf vier Tasten verteilt ist und recht sinnlos scheint. Mit diesem kann man einstellen, ob ein Tastenanschlag als doppelt, vierfach oder gar achtfach gewertet wird. Der Sinn dahinter erschließt sich uns hier noch nicht sonderlich. Ein wesentlicher Vorteil, wie ihn Cooler Master anpreist, ist nicht vorhanden. Hier wurde leider mehr versprochen, als gehalten werden kann und die Marketing-Trommel ordentlich gerührt.

CM Storm Quickfire XT Detail

Es ist zwar schön und gut, dass Cooler Master einen PS/2-Adapter im Lieferumfang beigepackt hat, doch der Sinn dahinter ist auf lange Sicht nicht von Nutzen. Bedenkt man, dass nicht mal mehr alle Mainboards mit einem PS/2-Anschluss ausgestattet sind und der Turbo-Modus nur über PS/2 möglich ist, kann er schon bei dem nächsten Rechner gänzlich hinfällig sein. Schade eigentlich, dass man dann eine Tastatur hat, die satte 50 Millionen Anschläge garantiert.

Ein Manko ist auch, dass bei der CM Storm Quickfire XT gänzlich eine Makro-Unterstützung fehlt. Eine Umbelegung von Tasten, Profilen oder gar Zusatztasten ist nicht gegeben und auch nicht mit einer externen Software möglich. Auch, wenn man sich mit dem Kauf der 70 Euro teuren Tastatur bewusst gegen eine Makro-Unterstützung, in Kombination mit zusätzlichen Tasten, entschieden hat, wäre eine manuelle Belegung der Buttons durchaus nett gewesen. Gerade um sich gegenüber der Konkurrenz abzuheben, die in dieser Preisklasse leider die Nase vorn hat. Diese punktet nämlich entweder mit zweckmäßigen Markos (MX-Board 3.0) oder einer schönen Hintergrundbeleuchtung (Poseidon Z).

CM Storm Quickfire XT Keyboard Rückseite

Konzentrieren auf das Wesentliche

Man wird sicherlich in den letzten Zeilen gemerkt haben, dass ich bei der Quickfire XT nicht durch die Blume spreche, doch es ist nicht so negativ wie es scheint. Auch wenn der Hersteller im Bereich der Features durchaus ein paar Dinge verbessern könnte und mittels einfacher Optionen wichtige Pluspunkte bekommen würde, muss man sagen, dass die Verarbeitung und die eingesetzten Materialien auf höchsten Niveau sind. Alles fühlt sich hochwertig und sauber verarbeitet an. Die Tasten funktionieren, wie von Cherry-Switches gewohnt, einwandfrei. Die einzelnen Tasten haben wenig Spielraum, sitzen fest, sind ordentlich bedruckt und die matte Oberfläche fühlt sich einfach nur toll an.

Aqua's Key Test Quickfire XT

Erwähnenswert und positiv ist, dass die mechanische Tastatur bei vielen und gleichzeitigen Anschlägen nicht blockiert und auf stur schaltet, sondern eine Art Prioritätsmodus integriert hat. Drückt man mehr als zwölf Tasten gleichzeitig, wird die 13. gedrückte Taste durch eine ältere ersetzt, wodurch im Gefecht nichts schief gehen sollte. Bei der CM Storm Quickfire XT muss man sich dennoch auf das Wesentliche fokussieren und die Einfachheit lieben.

Fazit: Solide mit Ecken und Kanten

Award 82Wer auf der Suche nach einer ordentlich verarbeiteten und soliden Tastatur ist, die nicht viele Features mitbringen muss, der kann beherzigt bei der CM Storm Quickfire XT zugreifen. Hervorzuheben ist die Haptik, die saubere Verarbeitung und der matte Oberflächenüberzug. Allerdings darf man nicht vergessen, dass auch andere günstige Einsteigermodelle bei den mechanischen Tastaturen unterwegs sind, die ebenfalls mit wenigen Funktionen am Markt sind und dennoch mehr Vorzüge und Komfort bieten. Mit wenigen Handgriffen könnte Cooler Master hier satte Pluspunkte sammeln, sich von den Mitbewerbern abheben und damit deutlich mehr Käufer ansprechen.

Wertung

  • Viele Switches zur Auswahl
  • Media Tasten über FN-Button
  • Matte und schöne Oberfläche
  • Plug & Play in vollem Umfang
  • 12 parallele Tastenanschläge

  • Keine optionale oder mitgelieferte Handballenauflage
  • Keine Möglichkeit zur Erstellung von Makros oder Zweitbelegungen
  • Keine Hintergrundbeleuchtung


Verarbeitung91

Leistung72

Preis84

Gesamtwertung
82/100



Über Michael
Artikel, Tests und die Kommunikation sind Aufgabenbereiche von Michael. Zudem ist sein Part das äußerliche Erscheinungsbild und die Vermarktung der Plattform.

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Flash
Freitag, 16.05.2014

Eigentlich sprechen die Drei Negativ-Punkte gegen eine 80+ Wertung. Auch wenn die Tastatur nicht auf MMO-Only abzielt, ist eine Makro-Funktion heute schon fast Pflicht. Mich würde aber schon Interessieren wofür der Turbo-Modus ist?! Wer noch die alten Summer-Games-Daddel-Automaten kennt, der hat sicherlich Verwendung dafür. XD

Michael
michael
Freitag, 16.05.2014

Persönlich finde ich nicht, dass die drei Punkte gegen eine 80+ Wertung sprechen.

Beispielsweise haben wir die Poseidon von Tt eSPORTS gehabt, die mit 85 Punkten davon kam, da sie eine Hintergrundbeleuchtung mit sich brachte und deshalb nicht niedriger bewertet wurde. Das Cherry MX-Board war ebenfalls in die Kategorie einzuordnen und hatte dafür ein paar Schwächen in der Haptik, bot dafür aber mehr schlechte als rechte Makroaufzeichnungen an und kann mit einem niedrigen Preis punkten, der aber auch hinfällig ist, wenn man sich eine Handballenauflage extra kauft.

Und was haben alle drei gemeinsam? Sie sind im unteren Preisbereich der mechanischen Tastaturen einzuordnen und schließen sich durch diverse Pro & Kontra Punkte gegeneinander aus. Es ist einfach ein Abwägen von Funktionalitäten, die man halt will oder nicht.

Der Turbo-Modus ist in der Tat ein sehr fragwürdiges Feature, das ich im Test auch bemängelt habe:
„Hier wurde leider mehr versprochen, als gehalten werden kann und die Marketing-Trommel ordentlich gerührt.“

Flash
Mittwoch, 21.05.2014

Okay wenn Test und Wertung eher in Richtung „für Gamer“ geht, dann stimme ich dir absolut zu. Als Allrounder würde ich es dann eher anders sehen. Aber die Verarbeitung scheint ja einen guten Eindruck zu machen. Wenn du mal was über den „Turbo-Modus“ hörst oder liest, kannst du es ja vielleicht ergänzen. Vorerst geht nichts über die G19 XD


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