Hardware
09.10.2014

Attitude One Rapira One Test / Review: Shooter-Maus für Einsteiger

Es hieß, dass Basty niemals wieder ein Produkt von Attitude One testen wollte, doch mit der Rapira One hat der Hersteller eine qualitative Steigerung hingelegt, vor der auch unser Hardware-Tester die Augen nicht verschließen konnte. Wie sich die brandneue Zockermaus im Test schlägt und ob A1 aus seinen Fehlern gelernt hat, erfahrt ihr im folgenden Test

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Auspacken, Anfassen, Heimisch fühlen

Beim Entpacken der Rapira One von Attitude 1 (A1) bekommt man gleich das Gefühl, dass der Hersteller alles richtig gemacht hat. Denn im Vergleich zum damaligen Makarov-Test ist allein die Verpackung noch mal ein ganzes Stück wertiger geworden und weiss sein Inneres gut zu behüten. Die Maus selbst fühlt sich recht griffig an, denn durch die gummierte Oberfläche bleibt sie auch bei längeren Zocker-Sessions gut in der Hand liegen. Wo wir grad dabei sind: sie ist angenehm groß geworden. Für jemanden mit großen Händen wie mich, ist diese Maus von der Größe her etwas wirklich Tolles. Im Vergleich zur Razer Naga denkt man eher an einen Fußball als an einen Tennisball. Frauen mit kleinen Händen sollten davon eher die Finger lassen. Sie wurde mir als recht unhandlich beschrieben. Was solls … Wir finden das trotzdem toll. Die Rapira One kommt natürlich, wie jede andere hochwertigere Maus, mit stoffummantelten Kabel und goldenen USB-Anschluss daher. Im Lieferumfang befinden sich noch zusätzliche teflonbeschichtete Gleitfüße. Das freut uns, denn bei einigen anderen Mäusen, wie der Naga, ist dies nicht der Fall gewesen.

Die Verarbeitung. Da war doch mal was!

Von der Verarbeitung her, kam damals die Attitude One Makarov ja nicht so gut davon. Schlecht gefräst und entgratet war diese Tastatur. Davon ab war die Tastenbeleuchtung schwach und ungleichmäßig. Wie sieht es mit der Rapira One aus? Ich muss gestehen, als ich den Karton sah, hatte ich einen Flashback zum Makarov-Test. Nie, nie wieder wollte ich einen Artikel von Attitude One testen. Umso besser, dass ich es doch getan habe.

Ich bin von einem Desaster ausgegangen, aber diese Maus ist ziemlich gut verarbeitet. Ob es nun an unserer schweren Kritik lag, oder an etwas anderen, vermag ich nicht zu deuten. Aber ich bin sehr positiv angetan von der Rapira One. Nur ein paar schlechte Fräskanten unter den Tasten am vorderen Teil der Maus sind zu erkennen. Aber es gibt keine offenen Verarbeitungsfehler: Saubere Abschlüsse und Teile, die zusammen passen. Selbst bei der Beleuchtung wurde dieses Mal extrem darauf geachtet, das alles richtig sitzt und nichts schlecht angestrahlt wird. Attitude One hat definitiv nachgearbeitet und das ist sehr löblich.

Technische Daten:

  • 83x40x130 mm (BxHxL)
  • 150 Gramm
  • optische 7-Tasten Maus mit Scrollrad
  • Auflösung 3500 DPI (Avago 3050 Optical sensor), einstellbar per Taste in vier vordefinierten DPI-Stufen
  • Vorwärts- und Rückwärtstasten
  • Ein-/Ausschalter für LED-Beleuchtung
  • Extra Teflon-Gleiter im Lieferumfang enthalten
  • Kabellänge: 2m

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Plug&Play? Fast!

Anschließen an einen freien USB-Port, Treiber runter laden und installieren, schon kann es los gehen. Beinahe, denn erst mal sollte man einen Blick in die Software der Maus werfen und schauen, was sich dort alles verbirgt. Es gibt hier und da kleine Spielereien, aber leider nichts, was man als Neuheit beschreiben könnte. Wir haben die Möglichkeit, die einzelnen Tasten unabhängig voneinander zu konfigurieren und dabei werden bis zu fünf verschiedene Profile angelegt. Trotz dessen, das es sich hier nicht um eine MMO-Gaming-Maus handelt, liefert sie immerhin sieben programmierbare Tasten. Ich persönlich empfinde lediglich die seitlich liegenden Daumentasten und die Pfeiltasten oben auf der Maus als Extra. Denn alle anderen sind gewöhnliche Tasten einer Maus, die zum Standard gehören. Aber nun gut, 7 ist eine schöne Zahl und wer es so haben möchte, dem sei es gegönnt.

Man kann in der UI die Polling Rate, Mausrad-Scroll-Geschwindigkeit, Doppelklick-Geschwindigkeit, Feuerrate und die DPI komplett so einstellen, wie man es gerne hat. Naja fast zumindest. Denn die DPI lassen sich in 4 verschiedenen Stufen einstellen. Stufenlos wäre mir irgendwie lieber gewesen. Diese Stufen sind mir persönlich zu stark variierend. 500,1500,2500,5000 DPI stehen zur Auswahl. Hoppla, was ist denn das? 5000 DPI? Ja, genau, in der Software werden 5000 DPI angegeben, anstatt der auf der Verpackung angepriesenen 3500 DPI. Aufgrund des verbauten Avago 3050 Sensors, gehen wir aber von 3500 DPI aus.

Die große Schwester der Rapira One, die Rapira Elite kommt mit etwas mehr DPI und dem Zusatz, die LEDs in der Maus farblich selbst zu gestalten. Die LED-Gestaltung wäre auch hier nicht schwer gewesen und sehr wünschenswert. Aber immerhin gibt es eine LED und diese beleuchtet das A1-Logo je nach DPI-Anzahl unterschiedlich. So haben wir bei 500 DPI ein dunkles, pulsierendes Grün, bei 1500 DPI ein strahlendes Blau, bei 2500 DPI ein Hellgrün und bei 3500 DPI ein charmantes, dunkles Rot.

Ich zocke, zocke die ganze Nacht!

Nun ja, reines Zocken war es nicht. Ich habe auch diverse Anwendungen damit getestet. Also im Alltag sowie beim Spielen. Im Alltag hat sich diese Maus spitzenmäßig bewehrt, denn sie macht wirklich alles, was ich will. Der Druckpunkt ist auch sauber jeder einzelnen Taste der Rapira One. Ich habe in Paint ein paar Freihandzeichnungen gemacht, die niemand sehen sollte – Nichts desto trotz war die Linienführung erste Sahne. Es gab keine Unterbrechungen und man bemerkt auch kein Nachziehen der Maus. Das kennt jeder, man bewegt die Maus und fragt sich, wo der Cursor bleibt. Das war hier definitiv nicht der Fall. Generell bin ich ja schon von der Maus begeistert, weil sie so schön groß ist. Habe ich erwähnt, wie groß die Rapira One ist? – Einfach toll.

In welchen Punkt ich sie gar nicht empfehlen kann, sind MMO-Spiele. Da greife ich doch lieber wieder auf die Razer Naga zurück. Mir fehlen beim MMO dann einfach der an der Seite liegenden Zahlenblock. Mag eine reine Gewohnheitssache sein, aber darauf will man einfach nicht verzichten. Wo man die Rapira One wiederum sehr gut einsetzen kann, sind Shooter. Hier entfaltet sie ihr ganzes Können. Denn als Sniper kann man hier die Hand komplett auflegen und muss nicht mit den Fingerspitzen spielen, welches ein Verreißen des Gewehrs zur Folge haben kann. Und das kostet Punkte, oder das virtuelle Leben, was doppelt ärgerlich ist. Aber nicht mit der Rapira One, sie verleiht das Gefühl, alles im Griff zu haben. Und genau das ist auch so. Derzeit ist die Rapira One noch nicht in Deutschland erhältlich, aber wir gehen von einem ungefähren Preis von 40-45 Euro aus. Als Alternative kann man noch die MSI Interceptor DS100 heran ziehen. Diese beiden Mäuse sind somit technisch auf einem Level und geben lediglich die Chance nach persönlichem Geschmack zu urteilen. Wer noch mehr aus seiner Maus holen möchte, dem können wir die kabellose Alternative Logitech G602 empfehlen. Oder man möchte sich lieber etwas Exklusives gönnen? Dann sollte man einen Blick auf die ROCCAT Tyon werfen.

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Negativ fällt zusätzlich auf, dass die A1 Rapira One keine Makrofunktion bietet und keinen internen Speicher. Das ist schade, doch man wird das für den geringen Grundpreis sicherlich verschmerzen können.

Fazit zur A1 Rapira One

award-85Mit der Rapira One zeigen die Amerikaner, dass man nach einem Fehlschlag nicht aufgeben sollte, sondern an seinen Fehlern arbeiten muss. In dem Fall gelingt es A1 tatsächlich, eine ernst zu nehmende Zockermaus zu einem fairen Kurs auf den Markt zu werfen. Verarbeitung, Leistung, Preis und Software kommen hier nicht zu kurz und man kann bei dem Gesamtpaket über leichte Verarbeitungsmängel hinwegsehen. Ich will auch zugeben, dass ich mir dir Maus auch extrem genau ansehen musste, um Fehler zu entdecken.

Schade ist halt, dass die Maus nur sieben Zusatztasten bietet und dadurch in ihren Verwendungsmöglichkeiten etwas eingeschränkt wird. Platz wäre jedenfalls genug gewesen. Wir begrüßen auf jeden Fall die Verbesserungen und sind gespannt auf zukünftige Produkte des Herstellers. Die Rapira One geht zumindest mit einem wohlverdienten Silber-Award nach Hause. Wären die Verarbeitungsmängel nicht gewesen, wäre dem Produkt der Gold-Award sicher gewesen.

Pro und Kontra

  • Sehr gute Größe
  • Ordentliches Preis-Leistungsverhältnis
  • Extra teflonbeschichtete Gleitfüße
  • Starke Beleuchtung

  • Marginale Verarbeitungsfehler
  • Kein Onboard-Speicher
  • Keine Makros


Wertung

Verarbeitung80

Leistung86

Preis89

Gesamtwertung
85/100

Über Michael
Artikel, Tests und die Kommunikation sind Aufgabenbereiche von Michael. Zudem ist sein Part das äußerliche Erscheinungsbild und die Vermarktung der Plattform.

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