Hardware
27.05.2014

OCZ Vector 150 Test / Review: Alu-Riegel in Höchstform

Mittlerweile haben sich die Solid State Drives oder auch SSD genannt auf dem Markt etabliert und viele PC-Käufer setzen auf die schnelle Speichertechnik. Allerdings wurden in der Vergangenheit auch Stimmen laut, die sich über eine konsequente Leistungsabnahme dieser SSDs beschwerten. Dies ist in der Tat ein Problem, welches für Missmut unter den Kunden sorgt und OCZ hat es sich zur Aufgabe macht, diesen Umstand zu beheben und bietet mit der neuen Vector 150 eine SSD an, die auch nach langer Zeit noch dieselbe Leistung bringen soll, wie am ersten Tag. Zusätzlich soll sie auch mit hervorragenden Performance-Werten zu den schnellsten Festplatten auf dem Markt gehören und auch der Samsung 850 Pro das Wasser reichen können.

5 Jahre Garantie sorgen für Sicherheit

Mit im Paket ist auch noch eine satte 5-Jahres-Garantie und die Vector 150 soll in dieser Zeit bis zu 50 GB am Tag schreiben können, ohne das Zeitliche zu segnen. Insgesamt wären das circa 91 TeraByte an Gesamtleistung. Wir wollen in unserem Test die SSD etwas genauer unter die Lupe nehmen und schauen, ob sich die Vector 150 gegen die starken Konkurrenten beweisen kann. Auf technischer Seite braucht sich die SSD nicht zu verstecken und bietet einen leistungsstarken MLC NAND Speicher, der in 19nm gefertigt wurde. Dank des proprietären Barefoot 3 Controller erreicht die SSD hohe Geschwindigkeiten gepaart mit großer Ausdauer und Zuverlässigkeit.

Bevor wir mit dem Test loslegen, noch ein paar Worte zu OCZ, ein amerikanischer Speicherhersteller, der kürzlich von Toshiba übernommen wurde und ein Vollprofi in der Fertigung von Industrie SSDs ist. Des Weiteren treibt das Unternehmen den Wechsel von klassischen mechanischen Festplatten auf die neue Technik konsequent durch Einführung innovativer Technik voran. OCZ entwickelt die besten SSDs für Profis, Enthusiasten und Spieler und sorgt mit neuen Ideen für Aufsehen. Ein Beispiel wäre die RevoDrive 350 (zum Test), die mit ihren beeindruckenden Leistungswerten derzeit die schnellste SSD auf dem Markt darstellt.

Mit einer großen Palette an Verbraucher SSDs für Laptops, Desktops und Workstation Anwender, werden nahezu alle Bedürfnisse abgedeckt. Die Festplatten setzen auf hauseigene Controller und Firmware und die neusten Features, um eine beeindruckende Performance und Haltbarkeit und einen niedrigen Stromverbrauch zu bieten. Dabei ergeben sich natürlich auch schnellere Datentransfers oder nahezu sofortige Systemstarts, woraus sich eine intensivere Erfahrung beim Spielen oder Arbeiten ergibt. 

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Acronis ist mit dabei

Wie bereits erwartet ist die Verpackung der SSD typisch und der kleine Pappkarton offenbart keine großen Überraschungen. Auf den ersten Blick sieht man ein Produktbild, Typenbezeichnung und einige technische Daten. In der Verpackung befinden sich die Vector 150 selbst, eine kleine Anleitung und ein Einbaurahmen für 3,5 Zoll Einschübe. Aber um sich ein wenig abzuhaben, hat OCZ mitgedacht und legt noch einen digitalen Download Code von Acronis True Image mit dabei. Acronis ist dafür bekannt die beste Backup Software auf dem Markt zu fertigen und auch für Datentransfers ist sie überaus nützlich.

Aber auch wenn man den Karton zum ersten Mal in der Hand hält, fällt sofort das hohe Gewicht auf. Und das liegt nicht etwa an den vielen Extras im Karton, sondern kommt von der SSD selber. Durch das hohe Gewicht fühlt sich die Vector 150 viel wertiger an, als die anderen Solid State Drives. Aber diese Einschätzung ist auch subjektiv und man kann das hohe Gewicht unterschiedlich beurteilen. Mir persönlich gefällt das sehr gut, weil ich mir neben der robusten Bauweise auch etwas mehr Kühlung verspreche, aber andererseits ist die SSD für die Verwendung in Ultrabooks oder Ähnlichem für manche Nutzer eher ungeeignet, da sie das Gewicht signifikant erhöht. Aber ich gehe in den folgenden Zeilen noch mal genauer drauf ein.

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Das Innenleben der Vector 150 ist komplett von einem stabilen Alugehäuse umhüllt, welches das hohe Gewicht erklärt. Und obwohl die SSD noch viel leichter ist als eine mechanische HDD, ist es doch wesentlich schwerer als gewöhnliche Solid State Laufwerke. Ich möchte hier noch mal drauf hinweisen, dass die Lebensdauer und permanente Leistung der SSD besonders angepriesen wird aber um ganz sicherzugehen, sorgt OCZ dafür, dass die Platte nicht nur in elektrotechnischer Hinsicht ganz vorne steht, sondern auch physisch sehr robust daher kommt. Verfügbar ist die OCZ Vector zu einem Preis von knapp 135 Euro.

Technische Daten

Modellname:OCZ Vector 150
Kapazität:240GB
Gewicht:115g
Maße (L x B x H):99,7 x 69,75 x 7mm
GeschwindigkeitLesen / Schreiben: Bis zu 550 MB/s / Bis zu 530 MB/sEin- und Ausgabeoperationen: Bis zu 100.000 IOPS / Bis zu 90.000 IOPSSteady State: Bis zu 21.000 IOPS
NAND-Komponenten19nm Multi-Level Cell (MLC) Flash
ControllerBarefoot 3 M00
SchnittstelleSATA 3 6Gb/s
Formfaktor2,5 Zoll, Ultra-dünne 7mm
Betriebstemperatur0 – 70 Grad Celsius
Stromverbrauchlnaktiv: 0.55W Aktiv: 2.50W
Betriebstemperatur0°C ~ 70°C
Stoßfestigkeit1500G/0.5ms
MTBF2.3 million hours
Datenverschlüsselung256-bit AES-konform
Besonderheiten:TRIM (benotigt UnterstUtzung durch Betriebssystem),Idle Time Garbage Collection,
Preis5 Jahre Garantie, kostenfreier Tech Support, 24 Stunden Forum-Support, Firmware Updates

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Performance und robuste Bauweise zeichnen den Alu-Riegel aus

Mit einem Gewicht von satten 115 Gramm gehört die Vector 150 zu den schwersten SSDs, die ich jemals in den Händen gehalten habe und wie bereits erwähnt, wird sich so mancher Ultrabook eher für die kompakten mSATA Riegel entscheiden, bevor er sich so ein „Schwergewicht“ in sein Gerät einbaut. Normalen PC-Nutzern oder Besitzern eines Gaming-Notebooks wird das hohe Gewicht wohl eher egal sein und die Robustheit im Vordergrund stehen.

Ausgestattet mit dem Indilinx Barefoot 3 M00 Controller verfügt die neue Vector 150 über dieselbe Steuerung, die auch schon bei der originalen Vector zum Einsatz kam und auf die Performance User zielte. OCZ hat mit der Vector 150 den Enthusiasten im Auge, während die Vertex auf das typische Mainstraim Segment zielt. Wo genau die Unterschiede liegen, ist uns derzeit noch nicht ganz klar, jedoch wird die Vertex in nächster Zeit auch bei uns eintrudeln und von uns ausgiebig getestet werden Ihr werdet dann ganz genau erfahren, was den Unterschied zwischen beiden Festplatten ausmacht. Faktisch stellt die Vector 150 aber die Oberklasse SATA III SSD von OCZ dar und das gilt es nun zu überprüfen.

Nicht alles neu, aber dafür besser

Im Vergleich zum Vorgänger gibt es zwei offensichtliche Verbesserungen. Zum einen, und wahrscheinlich ist das auch eines der wichtigsten Verkaufsargumente, kommt die erweiterte Lebensdauer der SSD zum Tragen. OCZ verspricht eine Lebensdauer für 50 geschriebene GB pro Tag was satte 30 GB mehr als bei der originalen Vector ist. Als Backup kommt hier die 5-Jahres Garatie zum Einsatz. Die zweite Verbesserung ist die Hardware Verschlüsselung. Zwar wird Bitlocker nicht unterstützt, dafür aber eine 256-bit AES Hardware Encryption für Secure Erase und Verschlüsselung.

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Das waren erstmal die wesentlichen Änderungen zwischen der Vector 150 und ihrem Vergänger. Die ursprüngliche Vector setzte damals auf 20nm IMFT IC während die neue SSD nun auf Toshibas 19nm MLC NAND Speicher setzt. Die Vector nutzt ein  16x 16GB Profil, welches theoretisch 256 GB Speicher zur Verfügung stellt. In einer Windows Umgebung zeigt es aber nur 240 GB an, weshalb die Platte auch als 240 GB SSD vermarktet wird.

Zeit mal ein wenig von der verbauten Technik zu sprechen, die in der Vector 150 verbaut ist. Insgesamt finden sich 2 Micron 512 DDR 3 Chips, welche 1 GB DRAM Cache für einen Indilinx Controller zur Verfügung. Auf der Platine finden sich neben dem Indilinx Controller ein ARM Cortex Prozessor und ein OCZ Aragon Co-Prozessor.

Ein paar Worte zu unseren Testmechaniken und der Ausdauer

In dem Sinne zeigen wir euch mal die Benchmarks. Bevor wir damit loslegen, möchten wir noch mal auf die Ausdauer und gleichbleibende Leistung der SSD, welche Steady Performance genannt wird, hinweisen, die wir in einem 12 Stunden Test mit der IO-Meter Software nachgewiesen haben. Die Sustained Performance wird offiziell erreicht, wenn der Abfall der IOPS (nicht MB/s) von fünf aufeinanderfolgenden Messungen nicht mehr als 10 Prozent beträgt und im Rahmen von 20 Prozent bleibt.

Warum wir diesen Test machen, hat folgende Gründe. Im frischen Zustand erreichen fast alle Platten Benchmarks von 500 MB/s oder mehr aber bekanntermaßen lässt das mit der Zeit nach. Daher haben wir euch das grafisch in unseren Benchmarks dargestellt. Auch die üblichen Benchmarks wie Crystal Disk, Anvil Storage und Atto fielen durchaus positiv aus und auch wenn die SSD nicht die allerschnellste ist, kann man mit diesen Werten durchaus zufrieden sein.

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Fazit zur Vector 150

Silber AwardNach der OCZ Vector war die 150 der nächste logische Schritt von OCZ. Aber obwohl die Platte viele Besserungen im Vergleich zum Vorgänger bietet, kann sie uns nicht komplett überzeugen. Die Performance war zwar nicht verkehrt und besser als bei dem Vorgänger aber nicht der Schritt, den wir erwartet hätten. Was aber für die OCZ Vector 150 spricht, ist die permanente Leistung, die wir mit unseren 12-Stunden IO-Meter Test nachgewiesen haben. Einmal gekauft verrichtet die SSD eine gleichbleibende hohe Leistung auch lange Zeit nach dem ersten Einbau.

Zugegeben machen die 50 GB Schreibraten pro Tag schon was aus aber SSDs wie die Samsung 850 Pro und Sandisk Extreme Pro bieten sogar 10 Jahre Garantie, wobei die SanDisk Platte zum selben Preis erhältlich ist und die Samsung Platte nur unwesentlich teurer ist.  Auch die Hardware Verschlüsselung ist ein nettes Feature aber es wäre schon viel praktischer, wenn sie mit dem Windows 8 Bitlocker kompatibel wäre.

Ein weiteres Verkaufsargument wären die Anschaffungskosten, die mit einem Straßenpreis von knapp 135 Euro aber auch nicht wirklich niedrig ausgefallen sind und man für weniger Geld SSDs mit ähnlicher Leistung bekommt. Dennoch ist die OCZ Vector eine Überlegung wert, egal ob man nun Enthusiast, Gamer oder Mainstream User ist. Das Laufwerk fühlt sich in allen Anwendungsgebieten pudelwohl und erreicht hohe Werte in allen Bereichen aber es reicht noch nicht aus, um den Leistungs-Thron zu erklimmen. Kurz gesagt: Die Vector 150 bietet eine tolle Performance und Ausdauer und die gute Ausstattung macht sie attraktiv für einen hohen Kundenkreis. Sollte sie noch ein wenig im Preis fallen, wäre es für die SSD einfacher sich gegen die starken Mitbewerber durchzusetzen.

Pro und Kontra

  • Solide Performance in allen Bereichen
  • 5 Jahre Garantie
  • Viel Zubehör

  • Schwer (für Notebook User)
  • Könnte etwas billiger sein


Wertung

Verarbeitung91

Leistung87

Preis84

Gesamtwertung
87/100


Amazonab 139,89 €


Über Patrick
Patrick ist hauptverantwortlich für den redaktionellen Part von RIGGED und sorgt dafür, dass ihr immer auf dem neuesten Stand rund um Technik, Mobile und Games seid. Darüber hinaus betreut und bespaßt er die Social Media Kanäle.

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