Hardware
19.01.2016

Aerocool Strike-X Cube Test / Review – Fast wie Minecraft

Aerocool bringt immer wieder neue Gehäuse auf den Markt. Erst kürzlich durften wir das Aerocool DS 200 unter die Lupe nehmen, das ein gute Leistung an den Tag legte. Nun haben wir einen Kasten für euch: Den brandneuen Strike-X Cube. Hier will Aerocool mit einem zwei-räumigen Innenraum die Besitzer begeistern und damit für Ordnung sorgen. Ob das alles so gelingt, schauen wir uns doch mal genauer im Test an.

Aerocool Strike-X

Noch gar nicht ist es lange her, dass wir ein Gehäuse von Aerocool im Test hatten. Das DS 200 Gehäuse fiel vor allem durch ein schlichtes und ansprechendes Design auf und wusste mit vielen Farbvarianten zu punkten. Dabei überraschte die ungewohnt gute Haptik und die solide Verarbeitung, die man bei dem einen oder anderen Gehäuse von Aerocool durchaus vermissen könnte. Durchaus erstaunte der sehr schlichte Eindruck, den man doch eher selten von dem taiwanesischen Hersteller gewohnt ist. Nun geht man wieder in eine andere Richtung und bringt zwei brandneue Micro-ATX Cubes auf den Markt: Den Aerocool Xpredator Cube und den Strike-X Cube. Letzteres dürfen wir uns im Test nun genauer ansehen, wobei man hierzu sagen muss, dass beide Gehäuse nahezu eine identische Ausstattung haben und sich lediglich im Design merklich unterscheiden.

Eigentlich hätte ich an dieser Stelle gerne einen direkten Vergleich mit dem Fractal Node 804 an den Tag gelegt, doch dadurch dass das Strike-X Cube um einiges kleiner ausfällt als das Konkurrenzmodell, spare ich mir das und verweise einfach noch mal auf dieses hervorragende und genial geplante Gehäuse, das durch eine wirkliche breite Palette an Feinheiten überzeugen konnte.

Aerocool Strike-X

Lieferumfang und technische Daten

Mal kommt eine schöne Verpackung und mal eine wirklich hässliche Verpackung in der Redaktion an. Natürlich ist die Verpackung eines Gehäuses nicht ausschlaggebend für die Qualität eines Gehäuses, doch ist man bei Aerocool eher auffallende und gewagte Designs gewohnt, die voll auf die Gamer-Zielgruppe ausgelegt sind. Bei dem Strike-X Cube geht man nun neue Wege und liefert das Case in einem schlichten Karton aus, auf dem man lediglich den Namen und eine Strichzeichnung des Modells vorfindet. Vielleicht wurde das Geld dafür in das Produkt investiert, was sicherlich wünschenswert ist.

Im Lieferumfang befindet sich alles was wir benötigen: Neben dem üblichen Montagematerialien (die wieder schön verpackt in beschrifteten Tüten daher kommen), erwarten uns Kabelbinder, eine Blende für ein externes 3,5 Zoll Laufwerk sowie ein USB-Adapter. Letzteres ist natürlich wichtig, um die beiden USB 3.0 Frontports mit einem älteren Mainboard zu verbinden. Aber wir haben da fast das Wichtigste und Beste vergessen: Die Bedienungsanleitung!

Aerocool Strike-X

ModellnameAerocool Strike-X Cube
Gesamtabmessungen (LxBxH)280 x 350 x 380
TypMicro-ATX Tower
MaterialStahl (SECC), Kunststoff
Materialstärke0,7 mm
Gewicht7,3 kg
Netzteilnein
FarbeSchwarz, Weiß oder Rot
Einschübe (bis zu):3x 3,5 Zoll oder 5x 2,5 Zoll
1x 5,25 Zoll
Installierte Lüfter:1x 200 mm
1x 140 mm
Bis zu 6 Lüfter insgesamt
Formfaktor:Micro-ATX
Erweiterungsslots4
Frontanschlüsse2x Audio
2x USB 3.0
Lüftersteuerung
Power-Schalter
Reset-Button
Maximale CPU-Kühler Höhe187 mm
Maximale Grafikkarten-Länge320 mm (345 mm oder Frontlüfter)
Fensterja
Dämmungnein

Aerocool Strike-X

Design: Gamerlastiges Strike-X Cube

Bei dem Strike-X Cube fällt direkt auf, dass Aerocool wieder etwas gewagter in Sachen Design heran geht. Das ist man so von der Modellreihe gewohnt und so begibt man sich vertraut in bekanntes Terrain. Das ist nicht weiter schlimm, doch muss man eben damit leben, dass man sich auf eine kleinere Zielgruppe fokussiert. Natürlich wäre ein Stilbruch auch alles andere als wünschenswert gewesen und die Weiterentwicklung lässt hier sicher auf einen Erfolg des Gehäuses schließen. Wer die Vorgängermodelle kennt oder sogar sein Eigen nennen kann, dem werden sicherlich die Parallelen aufgefallen sein.

Vor allem auffällig ist das X als Gestaltungselement, was sich an diversen Stellen auf dem Gehäuse wiederfindet und namensgebend für die Reihe ist. Im Frontbereich finden wir ein großes Meshgitter, das je nach Variante (Rot, Schwarz und Weiß) eingefärbt ist, in dem das X ausgelassen wurde. Hier finden wir auch einen Schacht für externe 5,25 Zoll Laufwerke. Auch im oberen Bereich erwartet uns das X sowohl beim I/O Panel als auch noch mal als Meshgitter geformt im Deckel.

Aerocool Strike-X

Hinter dem Frontgitter befindet sich neben dem 5,25 Zoll Schacht noch ein gigantischer 200 mm Lüfter als Hauptkühlung inklusive Staubfilter, damit der Innenraum schön sauber und ordentlich bleibt. Wer mag, kann hier aber auch einfach zwei 120 oder 140 mm Lüfter befestigen. Seitlich sind hier zusätzliche vertikale Schlitze vorzufinden, die allerdings weniger dem Zweck als Belüftungsmöglichkeit dienen, sondern eher aus optischen Gründen hinzugefügt wurden. Denn diese sind obendrein mit roten LEDs beleuchtet und wissen im Dunkeln sicher den Einen oder Anderen zu begeistern. Im oberen Frontbereich ist noch das typische Strike-X Logo unter gebracht worden.

I/O Panel mit USB 3.0 und Lüftersteuerung

Direkt am Beginn des Deckels befindet sich das I/O Panel, das mit zwei USB 3.0 Anschlüssen, einer Lüftersteuerung als Drehknopf, dem Sound- und Mikrofon-Eingang sowie dem On/Off- und Reset-Button ausgestattet ist. Dabei fällt jedoch nicht ganz so gut auf, dass der An- beziehungsweise Ausschalter sowie der Reset-Button zu viel Spielraum haben und schwammig wirken. Hier hätte man sicherlich eine klarere Führung benutzen können, sodass die Knöpfe einen wertigeren Eindruck machen. Apropos Wertigkeit: Das Aerocool Strike-X ist mit 0,7 mm SECC (kaltgewalzter Stahl) an den Seitenwänden ausgestattet, sodass die Wände durchaus (gerade bei den kleinen Maßen) stabil geworden sind. Ansonsten ist der obere Bereich schön verziert worden und gut gefällt auch, dass das kompakte Gehäuse zusätzlich mit zwei Tragegriffen ausgestattet wurden.

Aerocool Strike-X

Sowohl Deckel als auch Front können prinzipiell entfernt werden und sind mit gewöhnlichen Kunststoffnasen befestigt. Diesen Vorgang sollte man nicht öfter als notwendig durchführen, da hier der Verschleiß ziemlich hoch ausfallen würde.

Seitenfenster deckt die Hälfte ab

Auf der linken Seite erwartet uns ein Seitenfenster, das nur einen Blick auf den Bereich des Mainboards durch lässt. Der untere Bereich, in dem sich das Netzteil und die Laufwerke befinden, wird dadurch gekonnt versteckt und wäre ohnehin nicht wirklich ansehnlich. Die rechte Seite hingegen wurde schlicht und wie gewohnt mit der Gehäuseseite abgedeckt und bietet ansonsten nichts. Nichts bis auf die Belüftungsöffnung für das Netzteil, das senkrecht im unteren Segment platziert und befestigt wird und zusätzlich mit einem magnetischen Staubfilter geschützt ist.

Auf der Rückseite finden wir im oberen linken Bereich einen Platz für einen 140 mm Lüfter (optional 120 mm). Rechts daneben sind zwei Öffnungen für Schläuche einer externen Wasserkühlung untergebracht sowie eine Abdeckung für die vier Erweiterungssteckplätze. Im unteren Segment ist erneut Platz für einen Lüfter mit 120 mm oder 140 mm (bereits eingebaut) und der Einschubraum für das Netzteil. Gut gelungen, denn wenn man die Abdeckung entfernt, können die Netzteile einfach reingeschoben werden. Übrigens fasst das Gehäuse alle Netzteilgrößen, sodass man hier freie Auswahl hat und sogar ein Antec HCP 850 Platinum (mit Überlänge) unter bringen könnte. Zudem befinden sich hier Gummiunterlagen, damit das Netzteil vor Stößen und ähnlichen Erschütterungen geschützt ist.

Aerocool Strike-X

Innenraum: Flexibel und fast wie Minecraft

Bei dem Aerocool Strike-X sind beide Seitenwände mit Rändelschrauben befestigt, die somit ohne Werkzeug entfernt werden können. Nimmt man diese ab, fällt direkt der zwei-geteilte Innenraum auf. Während sich im oberen Bereich das Mainboard mit all seinen wichtigen Parts befindet, ist im unteren Teil der Raum für große Netzteile und bis zu drei 3,5 Zoll Laufwerken. Natürlich können auch 2,5 Zoll Laufwerke eingebaut werden, wovon zusätzlich zwei Stück unter dem 5,25 Zoll Schacht im oberen Bereich befestigt werden können. Allerdings auch nur mittels Schrauben und der dazugehörigen Werkzeugmontage.

Die HDDs oder SSDs befinden sich dabei sicher in einem Laufwerkskäfig, den man zur einfacheren Montage herausnehmen kann oder viel eher muss. Versucht man die Montage ohne diesen Vorgang, wird man enttäuscht, da hier einfach nicht genügend Platz ist. Wenigstens ist dieser mit Rändelschrauben befestigt, sodass kein Werkzeug vonnöten ist. Das hat Fractal im Gesamten wesentlich besser und flexibler beim Node 804 gelöst. Die eigentliche Laufwerksmontage funktioniert dabei jedoch größtenteils ohne Werkzeug, denn diese werden mittels Einschüben unter gebracht und sind dank Gummiringe entkoppelt. Allerdings läuft die Befestigung von 2,5 Zoll SSDs nur mit Schrauben, wodurch dann ein Schraubenzieher notwendig wird.

Aerocool Strike-X

Zweigeteilt auch im unteren Segment

Das Netzteil wird im linken Teil eingebaut, während die Laufwerke auf der rechten Seite ihren Platz haben. Das sorgt für ein aufgeräumtes Inneres, damit auch der spätere Umbau problemlos vonstatten geht oder aber auch der obere Bereich mit dem Fenster schön sauber ausschaut. Hier wird das Mainboard horizontal platziert, was man so von normalen Midi-Towern natürlich nicht kennt, da hier einfach nicht genügend Platz zur Verfügung steht. Demnach muss man aber auch bedenken, dass die Montage horizontal gar nicht so einfach ist – gerade bei einem so kleinen Micro-ATX Cube, wie es der Aerocool Strike-X darstellt. Deswegen hat der Hersteller hier die Möglichkeit geboten, das komplette Tray herauszunehmen, damit die Montage des Mainboards und der weiteren Teile wie RAM (Wie viel RAM brauchst Du als Gamer?) oder CPU so einfach wie nur möglich vonstatten geht. Damit die Kabel auch schön geschont werden, sind hier genügend Durchführungen mit Gummilamellen zu finden.

Aerocool Strike-X

Kompaktwasserkühlungen sind kein Problem

Fast schon selbstredend ist hier natürlich auch genügend Spielraum für Kompaktwasserkühlungen. So können am Deckel Radiatoren mit bis zu 240 oder 280 mm befestigt werden, allerdings nur wenn man von einem optischen 5,25 Zoll Laufwerk absieht. Zudem darf der Radiator an sich nicht höher als 45 mm sein. Aber auch die Installation im vorderen Bereich ist denkbar, aber ebenfalls nur mit maximal 45 mm Höhe und ohne optischem Laufwerk.

Wer dann doch lieber eine Luftkühlung bevorzugt, der kann sich austoben und CPU-Kühler mit einer satten Höhe von 187 mm unter bringen. Damit passt quasi jede am Markt vorhandene Kühlung hier rein! Aber auch Gamer mit langen Grafikkarten (6 Dinge, die Du beim Grafikkartenkauf beachten solltest) brauchen keine Bedenken haben: Hier finden Karten mit einer Länge von bis zu 320 mm (oder 345 mm ohne Frontlüfter) Länge ihre neue Heimat. Auch eine Lösung mit zwei Grafikkarten im SLI beziehungsweise Crossfire-Verbund sind realisierbar.

Aerocool Strike-X

Temperaturen und Lautstärke

Nicht zu verachten ist natürlich die Lautstärke- und Temperatur-Entwicklung im Gehäuse. Hier konnten wir bei unserem Setup glücklicherweise keine negativen Überraschungen feststellen. Dennoch wäre hier mehr drin gewesen. Unser Schallpegelmessgerät konnte im normalen Betrieb eine Lautstärke von 36 dB messen. Das ist nicht viel, aber auch nicht flüsterleiste. Das liegt zuletzt an den vielen Öffnungen im System selbst. Dadurch profitiert natürlich der Luftfluss im Gehäuse, sodass sich die Wärmeentwicklung im Strike-X durchaus als niedrig bezeichnen lässt – wir konnten keine negativen Auffälligkeiten feststellen.

Fazit zum Aerocool Strike-X Cube

Award 83Mit dem Aerocool Strike-X Cube hat der taiwanesische Hersteller natürlich keine revolutionäre Lösung auf den Markt gebracht. Da ist Fractal mit ihrem Node 804 Modell einfach weitaus fortgeschrittener. Das will aber nicht heißen, dass man hier ein schlechtes Gehäuse erhält – ganz und gar nicht. Aerocool bietet mit dem Strike-X ein durchaus solides und Gehäuse an, das auch im Bezug zur Verarbeitung nicht schlecht dasteht.

Allerdings kann man das Design des Strike-X als gewöhnungsbedürftig und sehr Gamer-lastig bezeichnen. Eine gewollte Tatsache, vor der man nicht die Augen verschließen darf. Hier muss man es einfach mögen. Persönlich würde ich eher zu einer schlichteren und unauffälligeren Lösung greifen, wobei das natürlich sehr individuell ist. Mit einem Platz für insgesamt sechs Lüftern oder eben weniger bei Montage einer Wasserkühlung und den vielen Öffnungen, ist auch die Temperatur kein Problem.

Rein von der Ausstattung und dem gebotenen Features ist das Aerocool Strike-X voll in Ordnung und bietet genügend Möglichkeit zur Bastelei. Egal ob es um SLI oder Crossfire-Lösungen, großen CPU-Kühlern oder gar Wasserkühlungen geht – das Zeug findet Platz im Strike-X. Dennoch muss man an der einen oder anderen Stelle die Kompatibilität beachten, denn der Schacht für 5,25 Zoll Laufwerke fällt schnell bei der Montage einer Kompaktwasserkühlung flach. Ebenso sieht es bei der Befestigung großer Grafikkarten und den Lüftern aus. Hier muss man sich als Käufer einfach vorher der verbauten Hardware bewusst sein. Preislich bewegt man sich auf jeden Fall in einem guten und fairen Mittelklassebereich.

Pro und Kontra

  • Ordentliche Verarbeitung und Materialien
  • Individuelles und auf Gamer ausgelegtes Design
  • Große Grafikkarten und CPU-Kühler möglich
  • Platz für sechs Lüfter oder 240 bzw. 280 mm Radiatoren

  • Laufwerkskäfig muss zur Montage entfernt werden
  • Käufer sollten sich der Hardware bewusst sein


Wertung

Verarbeitung80

Leistung84

Preis85

Gesamtwertung
83/100

 


Über Michael
Artikel, Tests und die Kommunikation sind Aufgabenbereiche von Michael. Zudem ist sein Part das äußerliche Erscheinungsbild und die Vermarktung der Plattform.

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