Hardware
20.05.2014

Aerocool GT-S Black Gehäuse Review: Mit Luft nach oben

Das Aerocool GT-S Black richtet sich an Gamer. An Gamer, die mehr aus ihrem PC heraus kitzeln und die Hardware auslasten wollen, denn dafür brauchen sie eine Menge Platz, Features und Komfort. Ob der taiwanesische Hersteller Aerocool das alles bieten kann und vielleicht sogar noch mehr, das sagen wir euch in unserem Gehäuse-Test.

Aerocool GT-S Black

Aerocool greift als langjähriger Hersteller von Gaming Equipment auf genügend Erfahrung zurück. Seit 2002 kann man sich immerhin auf diesem Markt halten und Kunden auf der ganzen Welt mit frischer Ware versorgen. Dabei befinden sich neben Netzteilen (kennt ihr schon das Thermaltake London?) noch beispielsweise Gaming Peripherie und Gehäusen.

Gehäuse ist das richtige Stichwort! Aggressiv, Schwarz und groß. Drei Begriffe, die mir auf Anhieb zum Aerocool GT-S Black einfallen und den Big Tower gut beschreiben. Mit diesem richtet sich der taiwanesische Hersteller ganz klar an Kunden, die ordentlich viel Platz im Gehäuse benötigen. Beispielsweise, um eine komplexere Wasserkühlung unter zu bringen, mit großen CPU-Lüftern arbeiten, einfach genügend Spielwiese für Basteleien haben möchten oder gar einen Platz zum Verstecken von Muntermachern brauchen – so ein Gehäuse kann vielseitig einsetzbar sein.

Werfen wir erst mal einen Blick auf die trockenen Fakten.

Aerocool GT-S Black Verpackung seitlich

Technische Daten

ProduktnameGT-S Gehäuse
HerstellerAerocool
GehäuseartFull Tower
Gehäuse-MaterialSECC (1,2 mm dick)
Abmessungen (BxHxT)255 mm x 640 mm x 560 mm
Einbauschächte intern7x 3,5 Zoll
Einbauschächte extern5x 5,25 Zoll
FarbvariantenSchwarz / Rot
Weiß / Blau
Unterstützte FormateE-ATX, XL-ATX
Unterstützte NetzteileATX
Maximale Grafikkartenlänge333 mm
Maximale CPU-Kühler AbmessungenBis zu 185 mm
Steckkartenöffnungen10x
Anschlüsse2x USB 3.0
2x USB 2.0
Sound- und Mikrofon
Lüfter vorhanden1x 200 mm vorne
1x 200 mm Decke
1x 140 mm hinten
Maximale Lüfteranzahl7x
Preis124,90 Euro

Verpackung und Lieferumfang

Mal kommt eine schöne Verpackung und mal eine wirklich hässliche Verpackung in der Redaktion an. Aerocool bleibt seinem Ruf und der Zielgruppe treu und bringt mit dem GT-S nicht nur einen schweren Big Tower an den Mann, sondern auch eine Verpackung, die Gamer anspricht. Ganz getreu des Namens kommt das Gehäuse in einem großen schwarzen Karton mit nettem Aufdruck daher.

Aerocool GT-S Black Verpackung front

Im Lieferumfang befindet sich alles was wir benötigen: Neben dem üblichen Montagematerialien (die wieder schön verpackt in beschrifteten Tütchen daher kommen), erwarten uns Kabelbinder, eine Blende für ein externes 3,5 Zoll Laufwerk sowie ein USB-Adapter. Letzteres ist natürlich wichtig, um die beiden USB 3.0 Frontports mit einem älteren Mainboard zu verbinden. Aber wir haben da fast das Wichtigste und Beste vergessen: Die Bedienungsanleitung!

Insgesamt gefällt der Lieferumfang und fällt im Vergleich mit manch anderen Gehäusen ordentlich aus.

Ein aggressiver Big Tower

Über Design lässt sich bekanntlich streiten und dennoch gibt es gutes und schlechtes Design. Regeln, die miss- oder beachtet werden können und was soll man sagen? Gestalterische Freiheit hat man sich mit dem Aerocool GT-S in gewisser Weise genommen und damit ein wunderbares Äußeres geschaffen, dass der Zielgruppe zusagen dürfte. Eine Mischung aus der Verspieltheit von Alienware und Fractal. Wer also nicht auf komplett futuristisches Designs steht, aber auch nicht die totale Büro-Schlichtheit bevorzugt, könnte hier vollstens zufrieden sein.

Aerocool GT-S Logo

Materiell gesehen ist beim Aerocool GT-S allerdings noch Luft nach oben. Hier setzt man nämlich nicht nur auf hochwertige Ressourcen, sondern greift ebenfalls auf ordentlich Plastik zurück. Dennoch bringt der Big Tower satte 16 kg auf die Waage, die so mancher Hausfrau, dank der sperrigen Größe, Schäden an der Wirbelsäule bringen könnten. Fraglich ist nur, wie schwer der Bolide gewesen wäre, hätte man hier nur auf Metalle zurückgegriffen.

Aerocool GT-S Black: Funktionell und einfach

Von außen auffalend gefährlich

Die Oberseite glänzt mit einem schicken Äußerem, was durch das I/O- Panel abgerundet wird. Hier finden zwei USB 3.0 sowie zwei weitere USB 2.0 Anschlüsse ihren Platz, aber auch eine typische Audio- und Mikrofon-Büchse sind unter gebracht worden. Rechts hiervon ist der An- beziehungsweise Ausschalter des GT-S platziert worden, während sich links die vierstufige Lüftersteuerung befindet.

GT-S Black Frontpanel

Frontal betrachtet erwarten uns gleich fünf 5,25 Zoll blenden, die (ungewöhnlicherweise) sehr einfach entfernt werden können. Hierfür muss man nur die beiden roten Einkerbungen zusammen drücken und schon lässt sich die Blende entfernen. Schön, dass man hier nicht mehr die Fronten heraus brechen muss und die Montage so noch einfacher fällt. Hinter den Blenden befindet sich ausreichend Platz, wo auch der mitgelieferte Einschub für ein 3,5 Zoll Laufwerk zum Einsatz kommen kann. Durch diesen wird es ebenfalls ermöglicht, dass man einen zusätzlichen 140 mm Lüfter an der Unterseite befestigen kann.

Aerocool GT-S Tower

Gut gefällt außerdem, dass in den Vertiefungen (seitlich des Meshs) rote LEDs verborgen liegen, die das Gehäuse beleuchten und mit den Molex-Anschluss des Netzteils verbunden werden müssen. Ansonsten bleiben diese eben aus und erfüllen ihren Zweck als Platzhalter. Frontal kann ebenfalls die Magnetblende befestigt werden, die entweder die 5,25 Zoll Laufwerke verdeckt oder die unteren Lufteinlässe, hinter denen sich ein rot beleuchteter 200 mm Radiator befindet.

Die Seitenteile sind mit ihrem 1,2 mm dicken Metall stabil und fügen sich dem Gehäuse passend ein. Hier stellt man keine ungewollten Spaltenabstände fest. Während die rechte Seite allerdings durch ihre Schlichtheit besticht, bekommt man auf der linken Seite schon mehr geboten, denn hier ist ein großes Seitenfenster integriert, was einen guten Einblick in das Innere des Aerocool GT-S ermöglicht. Im Endeffekt überdeckt hier natürlich das Mainboard einen großen Teil der im inneren liegenden roten Fläche. Doch das ist nicht weiter tragisch, wenn man auf ein ordentliches und edles Inneres achtet, welches durch die drei verbauten und in rot leuchtenden LED-Lüftern aufgewertet wird.

Aerocool GT-S Black Seitenfenster

Traurigerweise hat Aerocool sich entschieden im Fenster die Möglichkeit zu bieten, weitere Lüfter zu montieren, die zwar praktisch sind, aber den äußeren Eindruck stören und nicht notwendig gewesen wären.

Auf der Rückseite befindet sich unten die Öffnung für das Netzteil, das im Inneren durch Gummifüße optimal vor Stößen geschützt ist. Unter dem Schacht verbirgt sich noch ein Staubfilter, der zur einfachen Reinigung heraus gezogen werden kann. Auch der Lüfterplatz im Boden des Gehäuses bietet einen eigenen Staubfilter, der sich allerdings im Gehäuse befindet. Über dem Netzteil-Schacht befinden sich, wie gewohnt, die Blenden für die zusätzlichen Karten des Mainboards.

GT-S Black Gehäuse Staubfilter

Alles in allem ist die Verarbeitung in Ordnung. Die Lackierung ist sauber und gleichmäßig aufgetragen worden und auch die Spaltmaße sind einheitlich, sodass keine unschöne Ecke hervor sticht.

Auf die inneren Werte kommt es an

Insgesamt zehn Slotblenden bietet der Hersteller mit dem Aerocool GT-S Black und sorgt damit für ausreichend Platz für bis fünf Grafikkarten, die mit einer Maximallänge von 330 mm ausgestattet sein können – in der Regel genügend Luft, mehr wäre dennoch nicht schlecht gewesen. Gut gefällt, dass die Karten später einfach mittels Klemm-Mechanik, ganz ohne Schrauben, befestigt werden können. Hierzu muss man einfach die Klammern lösen und wieder zudrücken. Ganz oben auf der Rückseite sind noch vier Gummi-Öffnungen für eine externe Wasserkühlung unter gebracht, sodass auch Modder voll auf ihre Kosten kommen.

Aerocool GT-S Innen

Im Inneren wird einem erst mal die rote Fläche hinter dem Mainboard ins Auge stechen, welche man schon durch das Fenster in Augenschein nehmen konnte. Genügend Platz wird hier mit dem Big Tower definitiv geboten, sodass man eigentlich direkt loslegen kann und nicht vorher großartig planen muss, wie es bei dem Fractal Node 304 der Fall ist. Und ich bin mir der Tatsache durchaus bewusst, dass der geneigte Modder das dennoch tun wird, was keinesfalls verkehrt ist.

Hier bekommen wir auch die Aussparung für die Montage eines CPU-Kühlers mit Backplatz zu sehen. Platz für diese bietet das Aerocool GT-S nämlich ordentlich: Satte 185 mm darf der eingesetzte CPU-Lüfter hoch sein, wo so manch anderer Gehäuse-Konkurrent nicht mithalten kann, außer das NZXT H630, was Raum für einen 190 mm Kühler lässt. Die Durchführungen für das Kabelmanagement sind schön mit Gummilamellen verschlossen worden, die allerdings mehr schlechten als rechten Halt bieten und gerne mal raus fallen können. Schade. Die Abstände und Positionierungen der Öffnungen für das Kabelmanagement sind aber passend gewählt.

GT-S Black Gehäuse Frontschächte

In der Front können insgesamt fünf 5,25 Zoll Laufwerke platziert werden, die über Schnellverschlüsse eingebaut werden. Sieben 3,5 beziehungsweise 2,5 Zoll Datenträger kann man zudem im Inneren unter bringen, die später ganz einfach auf einen ausziehbaren Schacht befestigt werden. Für 3,5 Zoll Laufwerke ist ein Einsatz von Schrauben nicht notwendig, lediglich 2,5 Zoll müssen mit diesen montiert werden. Nach der Montage, kann man den Schacht einfach zurück ins Gehäuse schieben. Die Schächte und auch die Schnellverschlüsse machen hierbei allerdings nicht den hochwertigsten Eindruck und setzen auf billiges Plastik. Sie halten zwar Stand, doch einem unvorsichtigen Grobmotoriker würde ich sie nicht in die Hand geben. Dazu kommt, dass sie nicht vor Schäden geschützt sind. Wenigstens mit etwas Gummi hätte man zur Entkopplung arbeiten können.

Lüfter mit Schwäche

Ebenfalls üppig vorhanden: Montagemöglichkeiten für Lüfter! Somit können fünf Lüfter mit einer Größe zwischen 120 und 230 mm unter gebracht werden. Die drei vormontierten Lüfter sind dank der LEDs schön anzusehen, gehören jedoch nicht zur leisesten Sorte. Weshalb sich hier der Austausch anbietet, ansonsten muss man eben mit ein paar Geräuschen leben, die deutlich hörbar, aber nicht unbedingt penetrant wirken.

GTS Black Lüfter

Verbautes Testsystem

MainboardASUS H87 Pro
Prozessor (CPU)Intel Core i7-4770k @3,50 GHz
Arbeitsspeicher (RAM)Kingston HyperX Black Series 16 GB DDR3-1600 Kit
Grafikkarte (GPU)EVGA NVIDIA GeFore GTX 760 2GB GDDR5
Festplatte(n)Samsung 840 EVO @250 GB SSD
Netzteil (PSU)Corsair CS650 M 650 Watt

Fazit zum Aerocool GT-S Black

Award 81Mit dem Aerocool GT-S hat der taiwanesische Hersteller ein ordentliches Full Tower Gehäuse auf den Markt gebracht, das stellenweise bei der Verarbeitung und der eingesetzten Materialien Luft nach oben hat. Insgesamt wird dennoch ein rundes Paket an den Mann gebracht, das ordentlich Platz bietet, ein tolles Design (inklusive integriert LED-Beleuchtung und -Lüfter) mitbringt, in mehreren Versionen am Markt erhältlich ist und den Käufer mit netten Features umsorgt. Ob es einem der Preis von recht guten 124,90 Euro wert ist, wird jeder für sich entscheiden müssen.

Wertung

  • Nettes und LED-Beleuchtetes Design
  • Nahezulos schraubenfreie Montage möglich
  • Lüfter standardmäßig im Lieferumfang
  • Optionen für Kabelmanagement und Wasserkühlungen
  • Sehr viel Stauraum und Platz

  • Teilweise Einsatz von billigem Materialien
  • Verarbeitung könnte stellenweise besser sein
  • Verbaute Lüfter etwas laut


Verarbeitung78

Leistung85

Preis79

Gesamtwertung
81/100



Über Michael
Artikel, Tests und die Kommunikation sind Aufgabenbereiche von Michael. Zudem ist sein Part das äußerliche Erscheinungsbild und die Vermarktung der Plattform.

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