Hardware
29.09.2014

Aerocool GT-A Test / Review: Aus Fehlern lernt man doch, oder?

Aerocool ist mittlerweile weltweit bekannt für ihre außergewöhnlichen und auffälligen Gehäuse. Lange Zeit war jedoch die Verarbeitung ein großes Manko und auch die eingesetzten Materialien haben teilweise zu wünschen übrigen gelassen. Mit dem DS200 hatte man kürzlich erst ein brandneues Gehäuse im Angebot, das durchaus überzeugte. Ob das Aerocool GT-A nun in die Fußstapfen tritt und ebenfalls einen guten Job macht, erfahrt ihr in unserer Review.

Aerocool GT-A Gehäuse

Mit dem Aerocool DS200 hatten wir zuletzt ein wirklich tolles Gehäuse des Herstellers aus Fernost im Test. Nun dürfen wir erneut ran und schauen uns ein weiteres Case an: Das Aerocool GT-A. Hierbei handelt es sich um ein Midi-Tower, das in die Fußstapfen des DS200 treten könnte. Genau genommen hat das GT-A allerdings keinerlei Gemeinsamkeit mit dem DS200, wenn man mal vom Hersteller und der Größe absieht. Viel mehr ist das GT-A mit dem bereits getesteten Xpredator X3 verbunden. Immerhin kommen ähnliche Stilelemente des großen Bruders zum Einsatz, unter anderem die Lamellen auf der Oberseite.

Technische Daten und Lieferumfang

ModellnameAerocool GT-A White Edition
Gesamtabmessungen (LxBxH)185 x 475 x 485 mm
TypMidi-Tower
MaterialStahl, Kunststoff
Materialstärke0,6 mm
Gewicht5,2 kg
Netzteilnein
FarbeWeiss
Einschübe (bis zu):3x 5,25 Zoll
3x 3,5 Zoll
3x 2,5 Zoll
Installierte Lüfter:2x 120 mm (maximal 5)
Formfaktor:ATX/Micro ATX / Mini ITX
Erweiterungsslots7
Frontanschlüsse2x Audio
1x USB 3.0
2x USB 2.0
Lüftersteuerung
Power-Schalter
Reset-Button
Maximale CPU-Kühler Höhe165 mm
Maximale Grafikkarten-Länge300 mm
Fensterja
Dämmungnein

Aerocool GT-A Gehäuse

Wie von Aerocool (zum Hersteller) gewohnt, brauch man sich beim Lieferumfang keine Sorgen machen, dass etwas fehlt. Hier ist in der Regel alles dabei, was man zum Zusammenbau des eigenen Rechners benötigt. Doch was ist alles enthalten?

  • 3x Distanzschrauben für das Mainboard
  • 1x Distanzbolzen für das Mainboard
  • 11x Mainboard Schrauben
  • 1x PCI Slot Cover
  • 4x Kabelbinder
  • 1x USB 2.0 zu 3.0 Kabel
  • 36x Schrauben für 2,5 Zoll Festplatten
  • 12x Schrauben für 3,5 Zoll Festplatten
  • 3x 3,5 Zoll HDD Tray Schreiben
  • 5x Netzteil-Schrauben
  • 10x Top-Lüfter-Schrauben

Hervorzuheben ist, dass die Tütchen (in denen sich die Schrauben befinden) beschriftet sind. Das hilft vor allem Neulinge in dem Bereich, die vielleicht das erste oder zweite Mal sich ihren Gamer-Rig zusammen basteln.

Außen wirklich schick

Betrachtet man das Äußere des Gehäuses, stellt man fest, dass Aerocool hier erneut gute Arbeit geleistet hat. Persönlich gefällt mir das Design des Midi-Towers gut, auch wenn das DS200 oder das Thermaltake T81 hier meiner Meinung nach die Nase vorn haben. Insgesamt wirkt das GT-A aggressiv und kommen mit getönten Window daher. Das ermöglicht den Blick ins Innere und auf die verbaute Hardware. Ein verstaubter Rechner kommt hier also nicht ganz so gut davon, wie ein aufgeräumter mit schönem Inneren.

Aerocool GT-A Gehäuse

Auf der Vorderseite werden wir mit einer wahren Mesh-Power überrumpelt. Immerhin ist die gesamte Front davon geprägt, auch wenn nur die obersten drei die optionalen 5,25 Zoll Laufwerke verbergen und schützen. Diese sieht man zudem dank der weißen Öffnungsklammern sehr gut, die einfach mittels Drücken entfernt werden können. Darunter, und hinter dem Mesh, ist Platz für zwei 120 mm Lüfter, wovon bereits einer verbaut worden ist und dank blauer LEDs durch das Mesh leuchtet.

Ebenfalls auf der Vorderseite des Aerocool GT-A zu finden ist das I/O Panel mit integrierter Lüftersteuerung. Neben der Fan-Steuerung (in Form von Drehrädern) bietet dieses aber noch etwas mehr und beherbergt neben den Power- und Reset-Button noch weitere Anschlüsse. Insgesamt kommt man somit in den Genuss von zwei USB 2.0-, einem USB 3.0-, einem Kopfhörer- und einem Mikrofon-Anschluss.

Die obere Seite ist dabei auch nicht einfach langweilig mit einem Blech abgedichtet worden, sondern bietet dank der Lamellen ein kleines und charakteristisches Highlight, das dem ein oder anderen sicher zusagen wird. Zusätzlich kommen im vorderen Bereich zwei Leuchtstreifen zum Einsatz, die im Betrieb rot aufleuchten und den markanten und aggressiven Look des Aerocool GT-A untermauern. Nützliches ist aber auch hier zu finden, denn Käufer können hinter einer Schiebeklappe eine kleine Docking-Station entdecken, in der sie kleine und große Festplatten direkt einbinden können. Natürlich ist es eine Voraussetzung, dass euer Rechner Hot-Swapping unterstützt. Weniger gut gefällt, dass Aerocool hier bei der Verarbeitung etwas geschlammt hat und sich am Ende der Schiebevorrichtung kleinere Macken befinden. Ein Fakt, mit den man sich auch an anderen Stellen des Gehäuses arrangieren muss.

Aerocool GT-A Gehäuse

Die rechte Gehäuseseite ist dabei schlicht gehalten und bietet keine weiteren Highlights. Die linke Seite hingegen wartet mit einem großen und getönten Window auf, das einen wunderbaren Blick auf die verbaute Hardware ermöglicht. Der Laufswerksbereich wird dabei schön von 0,6 mm dicken Blech verborgen, sodass der Blick gänzlich auf das in schwarz gehaltene Mainboard-Tray fällt. Sehr schön! Weniger schön ist jedoch die geringe Dicke der Seitenteile, die mit 0,6 mm hätte stabiler ausfallen können.

Auf der Rückseite des Aerocool GT-A finden wir im oberen Bereich zwei Schlauchdurchlassungen für eine externe Wasserkühlung. Darunter ist direkt ein 120-mm Lüfter verbaut worden, der dem Lüfter im Frontpanel Gesellschaft leistet. Weiter unten befinden sich außerdem noch sieben Erweiterungsslots sowie der Platz für das Netzteil

Im Inneren darf man gerne noch einen draufsetzen

Im Inneren des Gehäuses begegnet uns erst mal das große schwarze Mainboard-Tray, auf dem alle ATX-, Micro ATX- und Mini ITX-Mainboards ihren Platz finden. Zudem finden CPU-Kühler bis 165 mm Höhe hier ihr Zuhause. Der Platz hinter dem Tray ist jedoch eng bemessen, sodass hier gerade mal ein paar Millimeter für das Verstecken der Kabel bleiben. Schön ist, dass Aerocool bei dem GT-A zwar genügend Öffnungen für Kabelmanagement unter gebracht hat und diese alle schön abgeschliffen wurden, sodass keine Schnittkanten entstehen. Noch schöner wäre aber eine mit Gummilamellen versehene Durchlassung gewesen, die wir hier leider vergebens suchen.

Aerocool GT-A Gehäuse

Im vorderen Bereich wurde bereits ein 120 mm Lüfter verbaut. Hier kann optional noch ein zwar verbaut werden, der für zusätzliche Luftzirkulation sorgen sollte. Ebenfalls vorhanden ist hier ein großer Staubfilter, der das Innere vor dem schlimmsten Schmutz bewahren soll. Befestigt wird dieser mit Klammern am oberen und unteren Ende, damit auch genügend Halt gewährleistet ist. In diesem Bereich ist noch Platz für drei 5,25 Zoll Laufwerke im oberen Bereich, gefolgt von drei Slots für 2,5 Zoll Laufwerke sowie drei 3,5 Zoll Schächte. Alternativ können die anderen Laufwerksslots natürlich auch für kleinere Laufwerke missbraucht werden. Alle Laufwerke lassen sich natürlich ohne Werkzeug montieren und entfernen. Die Käfige im vorderen Bereich können allerdings nicht entfernt werden, weshalb Grafikkarten, die länger sind als 310 mm, hier keinen Platz haben werden. Die hier hinterlegten Einschübe machen einen stabileren Eindruck als bei anderen Modellen von Aerocool, doch scheint man bei der Verarbeitung den ein oder anderen Patzer durchgehen zu lassen – schade, wirklich schade!

Am Boden des Aerocool GT-A finden wir einem herausziehbaren Staubfilter, über dem Platz für ein Netzteil ist. Leider ist hier jedoch kein Platz mehr für einen zusätzlich Lüfter geblieben. Im hinteren Segment sind außerdem sieben Erweiterungsslots, der typische Schacht für das Mainboard sowie Platz für einen weiteren 120 mm Lüfter und zwei Durchführungen für eine externe Wasserkühlung. Unter dem Deckel hat man noch die Möglichkeit zwei 120 mm Lüfter unter zu bringen. Denkbar wäre hier auch eine Kompaktwasserkühlung mit Doppelradiator, wie zum Beispiel die Corsair Hydro Series H110.

Aerocool GT-A Gehäuse

Temperaturen und Lautstärke

Durch die kompakten Abmessungen von gerade mal 180 x 405 x 400 mm (BxHxT) des Aerocool GT-A kommt man nicht unbedingt in den Genuss des besten Temperaturen. Eher bewegen sich diese im mittleren Bereich und sind weder überragend noch sonderlich schlecht auszulegen. Bei einem so kleinen Gehäuse ist das Thema Luftfluss auch immer ein Bereich für sich, der nicht zu verachten ist. Vor allem dann, wenn man einen CPU-Kühler verwendet. Wäre der Deckel nun noch dicht gewesen, wäre hier wohl ein deutlich wämeres Klima standardmäßig zu erwarten. Setzt man jedoch auf eine Kompaktwasserkühlung für die CPU, kann man den Luftfluss etwas verbessern. Alles in allem hat sich unsere Hardware jedoch im grünen Bereich gehalten und fiel nicht aus dem Rahmen.

Dass man bei einem offenen Deckel wie bei dem Aerocool GT-A den Rechner werkeln hört, verwundert nur noch wenig. Dennoch muss man sich keinen Gehörschutz während der Zocksessions aufsetzen, aber ein Silence-Gehäuse ist es eben nicht. Gerade die dünnen Seitenwände lassen mehr Geräusche durch, als es bei dickeren Wänden der Fall wäre. Gemessen haben wir 47 dBA bei einer Entfernung von ca. 50 cm. Das ist ein Wert mit dem man noch Leben kann, der aber durchaus vernehmbar ist.

Aerocool GT-A Gehäuse

Verbautes Testsystem

MainboardASUS H87 Pro
Prozessor (CPU)Intel Core i7-4770k @3,50 GHz
Arbeitsspeicher (RAM)Kingston HyperX Black Series 16 GB DDR3-1600 Kit
Grafikkarte (GPU)EVGA NVIDIA GeFore GTX 760 2GB GDDR5
Festplatte(n)Samsung 840 EVO @250 GB SSD
Netzteil (PSU)Corsair CS650 M 650 Watt

Fazit zum Aerocool GT-A

Award 81Mit dem Aerocool GT-A hat der taiwanesische Hersteller ein Gaming Gehäuse im Angebot, das sich im unteren bis mittlerweilen Preissegment ansiedelt. Zur Wahl stehen Käufern gleich zwei Farbmodelle: Weiß und Schwarz. Während die schwarze Variante mit Rot als Kontrast bereichert wurde, sorgt bei der weißen Variante Schwarz für die notwendige Abwechslung.

In Punkto Verarbeitung könnte man meinen, dass Aerocool zwar in den Jahren dazu gelernt hat, sich aber immer noch nicht auf dem Niveau großer Konkurrenzhersteller wie Thermaltake oder Cooler Master befindet. Gerade den direkten Vergleich mit Premium-Herstellern wie InWin, BitFenix oder Phanteks sollte man meiden. Wer aber ein günstiges Gehäuse mit genügend Features und einem schönen Äußeren sucht, wird mit dem Aerocool GT-A sicherlich zufrieden sein.

Ist man jedoch ein Zocker mit hohen Ansprüchen oder gar ein Enthusiast der viel Wert auf Ruhe legt und ein makelloses Gehäuse sein Eigen nennen möchte, sollte noch ein bis zwei Preiskategorieren nach oben gehen und dort weiter suchen. Denn im Bereich von 60 Euro kann und sollte man nicht allzuviel erwarten. Schön wäre es von Aerocool dennoch gewesen, ein paar Punkte zu beachten, die hier unter gegangen sind.

Pro und Kontra

  • Schickes Äußeres weiß in zwei Farbkombis zu überzeugen
  • Sehr günstiger Einstiegspreis
  • Integrierte Lüftersteuerung

  • Nur ein USB 3.0 Anschluss
  • Verarbeitung und Materialien müssten besser sein


Wertung

Verarbeitung77

Leistung81

Preis84

Gesamtwertung
81/100

 


Über Michael
Artikel, Tests und die Kommunikation sind Aufgabenbereiche von Michael. Zudem ist sein Part das äußerliche Erscheinungsbild und die Vermarktung der Plattform.

Das könnte Dich auch interessieren:

Hardware
14.05.2016

ISK600M: Neues Micro-ATX Gehäuse von Antec

Die ISK-Produktreihe von Antec wird um ein neues Modell erweitert, das ISK600M. Das kompakte Gehäuse ist eine kostengünstige Alternative f...

Hardware
19.01.2016

Aerocool Strike-X Cube Test / Review – Fast wie Minecraft

Aerocool bringt immer wieder neue Gehäuse auf den Markt. Erst kürzlich durften wir das Aerocool DS 200 unter die Lupe nehmen, das ein gute...


Kommentar schreiben

*


RIGGED ist Dein Magazin rund um Gamer-Hardware, Games, Mobile & mehr. Mäuse, Tastaturen, Mauspads, Headsets, Gehäuse und ähnliche Produkte stehen im Fokus und werden in umfassenden Tests vorgestellt, empfohlen oder gar von abgeraten. Aber Schluss ist damit nicht, wir wollen uns nicht nur darauf fokussieren, sondern ebenfalls praktische, nützliche und interessante Inhalte von anderen Themenbereichen, wie zum Beispiel Mobile & TV abdecken.