Hardware
23.07.2014

ADATA SP910 SSD Test / Review: Crucial auf den Fersen?

Als die SSD-Festplatten erstmals in 2007 beziehungsweise 2008 eingeführt wurden, haben viele Hersteller das Potential erkannt und sich auf dem Markt breit gemacht. Neben Samsung, SanDisk oder auch OCZ ist hier ebenfalls ADATA vertreten. Von Letzterem haben wir nun ein Testmuster erhalten: die ADATA SP910 SSD mit 512 GB, welche wir euch in unserem Test genauer vorstellen wollen.

ADATA SP910 Verpackung

Keine zwei Wochen nachdem Crucial ihre neue Crucial M550 Marvel basierte SSD rausgehauen hat, ist ADATA dem Beispiel mit der SP910 mit identischer Architektur gefolgt, außer natürlich in Sachen Branding. Mittlerweile hat Crucial aber auch die MX100 auf den Markt geworfen. In Abwägung der Vor-und Nachteile in der Praxis kommen mehrere Faktoren ins Spiel. Sind die Preise vergleichbar? Bietet ein Hersteller ein Angebot an, das der andere nicht anbietet? Sind Garantien anders? Sind beide Hersteller für hervorragende Produkte und Kundendienst bekannt, und wie unterscheidet sich das Zubehör zwischen den beiden Unternehmen? Im Fall des SP910 und der Crucial M550, sind die drei Jahre Garantie gleich. Beide Unternehmen haben einen guten Ruf und Kundendienst, aber bei allen anderen Sachen ist es schwer zu vergleichen.

Technische Daten ADATA SP910 512 GB

ProduktnameADATA Premier Pro SP910 SSD
Kapazität512 GB
Format2,5″
NAND-FlashSynchroner MLC-Speicher
ControllerMarvell 88SS9187
Abmessungen (L x B x H)100 x 70 x 7,0 mm
Gewicht70 (2,5 oz)
SchnittstelleSATA 6 GB/s
Leistung (max.)Lesen: bis 560 MB/s
Schreiben: bis 460 MB/s
Maximal 4K IOPS (Lesen/Schreiben) bis 91 K/77 K
Stromverbrauch0,8W Leerlauf (Typisch) / 0,6W Aktiv (Durchschnitt)
Betriebstemperatur0 – 70 °C/-40 – 85 °C
Lagertemperatur5 – 95 % RH (0 – 55 °C)
Stoßfestigkeit1500 G/0,5 ms
MTBF1.500.000 Stunden
Garantie3 Jahre
ZubehörBracket für 2,5” bis 3,5”
Halterung für 7 mm bis 9,5 mm
Acronis ATI HD 2013

ADATA SP910 SSD

Wir sehen bei der ADATA SP910 SSD eine kleine Festplatte, die im Inneren nahezu das Ebenbild der Crucial MX100 darstellt, welche wir bereits vor wenigen Tagen im Test vorgestellt haben. ADATA ist dabei mit der SP910 der zweite Hersteller, der einen Netzausfallschutz als Standardfunktion eingeführt hat – sehr nett. Das macht Sinn, da auch die Crucial M550 diesen Standard hatte und die Leiterplatte des SP910 der Zwilling der SSD ist. Der einzige physische Unterschied, den wir in unserem Muster der SP910 finden konnten, ist der Branding-Aufkleber und die Tatsache, dass ADATA den Aufkleber auf der Grundplatte platziert hat, anstatt auf der Oberschale. Selbst die Firmware ist die Gleiche. Bei Verbrauchern könnte das auf Unmut stoßen, doch im Endeffekt ist das halb so wild: So ist das Produkt für den Verbraucher ein attraktiver Konkurrent der Crucial Modelle.

Zwar ist die ADATA SP910 nicht ganz so günstig zu haben, wie die Crucial MX100, bietet dafür aber noch ein paar Nettigkeiten im Lieferumfang und auch Acronis True Image ist als Mitbringsel kostenlos enthalten. Der Preisunterschied ist hierbei jedoch vor allem auf die unterschiedlichen Marvell Controller zurückzuführen. So kommt bei der MX100 der Marvell 88SS9189 zum Einsatz, der neuer und günstiger ist, als der hier verbaute Marvell 88SS9187.

ADATA SP910 SSD

ADATA SP910 Details und Komponente

Erstaunlich ist bei der ADATA SP910, dass das Innere der Festplatte lediglich durch ein paar Schrauben geschützt ist und es auch kein Sicherheitssiegel gibt, was den Käufer davon abhält einen Blick in die Details zu werfen. Empfehlenswert ist das nicht und in der Regel auch nicht sonderlich interessant, doch wir schauen gerne trotzdem rein: Im Inneren finden wir die Leiterplatte, die den Marvel 88SS9189-Controller, 16 Module von Micron 20 nm-NAND-Flash-Speicher, zwei Module von Micron DRAM-Cache und eine vertraute Reihe von Leistungskondensatoren enthält. Außerdem ist auf der Oberfläche des PCB eine Reihe von beige gestreiften Kondensatoren, die sicherstellen, dass alle Daten aus dem Cache auf die Speicher schaffen (wenn ein Stromausfall stattfinden sollte). Typischerweise kommt dies zustande, wenn wir das System schnell herunterfahren, ohne daran zu denken, unsere Arbeit zu speichern.

ADATA SP910 512 GB

Geschwindigkeit im Test

CRYSTAL DISK

Die Crystal Disk Benchmark wird verwendet, um Lese-und Schreibleistung von stark komprimierbaren Daten (oFill/1Fill) oder Zufallsdaten zu messen, die für den größten Teil nicht komprimierbar sind. Die Leistung ist praktisch identisch, unabhängig von der gewählten Variante, sodass wir nur Zufallsdaten hinzugezogen haben. Der normale sequenzieller Durchsatz sinkt ein wenig, was aber normal beim Crystal Disk Benchmark ist.

adata-sp910-crystaldisk

AS SSD

Der wohl härteste Benchmark für SSDs am Markt: AS SSD Benchmark! Warum? Weil hier nur Daten zum Einsatz kommen, die komprimiert werden können. So erhält man ein schönes Ergebnis der Übertragungsgeschwindigkeiten für ein Worst Case Szenario. Schön ist, dass die Ergebnisse in der Gesamtbewertung nah an 1000 liegen, was wahrscheinlich auf die guten 4K Werte zurückzuführen ist. Auch die IOPS Werte sind anständig, wenn auch marginal niedriger als die Vorgaben.

adata-sp910-asssd
adata-sp910-asssd2

Fazit zur ADATA SP910 SSD

Award 83In erster Linie habe ich immer gedacht, dass Beilagen in Form von Software unnötig sind. Dennoch macht sie gerade bei SSDs Sinn, denn irgendwo befinden wir uns noch in einer Übergangsphase von HDD zu SSD. Aber wieso so negativ? Ich denke einfach, dass die Beigabe der Software einen großen Einfluss auf den Verkaufspreis hat, und im Fall des ADATA SP910 ist sogar Acronis True Image HD enthalten, welches dem Verbraucher weitere 35 Euro erspart. Der Preisunterschied ist jedoch etwas größer, weshalb ADATA zumindest nicht mit dem neuesten Modell von Crucial, der MX100, Schritt halten kann. Somit geht hier Crucial klar als Sieger hervor und bietet gleichzeitig im Inneren einen neueren Controller. Wer viel wert auf den Controller legt, kann aber auch über den Kauf einer ADATA SP920 nachdenken, die ebenfalls mit dem Marvell 88SS9189 ausgestattet ist.

Dennoch macht ADATA hier nichts falsch und liefert ein rundes Gesamtpaket ab. Gerade wer noch keine SSD hat und über einen Umstieg nachdenkt, sollte den Nutzen von der Software-Beigabe nicht unterschätzen und auch den Lieferumfang Beachtung schenken, der bei der Konkurrenz nicht immer dazu gehört.

Pro und Kontra

  • Lieferumfang und Beilagen
  • Wunderbare Verarbeitung
  • Acronis True Image HD als Beigabe
  • Preis ist fair

  • Preis könnte ohne Acronis niedriger und besser sein
  • Garantiezeit beträgt „nur“ drei Jahre


Wertung

Verarbeitung85

Leistung82

Preis83

Gesamtwertung
82/100


Amazonab 262,36 €


Über Michael
Artikel, Tests und die Kommunikation sind Aufgabenbereiche von Michael. Zudem ist sein Part das äußerliche Erscheinungsbild und die Vermarktung der Plattform.

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