Mobile
09.05.2014

Smartphones: 10 Technik-Vorhersagen für 2014 – Teil 1

In den vergangenen zwölf Monaten durften wir eine überaus große Bandbreite an technischen Innovationen erleben und dies vor allem im mobilen Sektor. Beispielsweise sorgten hochauflösende 1080p Displays dafür, dass aktuelle Smartphones eine ultra-realistische Bildwiedergabe zustande brachten, die schärfer als bedrucktes Papier wirkte. Zeitgleich wurde fast jedes Gerät, egal ob für Einsteiger oder Profis, mit Quad-Core-Prozessoren ausgestattet und einige Smartphone-Kameras hatten sogar mehr Megapixel parat als professionelle DSLR Kameras. Also was bringt 2014 nun für Neuerungen? Wir haben da mal eine Liste in zwei Teilen für euch zusammengestellt.

Den ersten Teil gelesen? Hier geht es zum zweiten Teil.

1. Biegbare Displays

Schon Ende 2013 gaben uns zwei koreanische Hersteller einen Ausblick wie die Zukunft der Mobilgeräte künftig aussehen wird. Im Detail ging es darum, wie sich Samsungs Galaxy Round und LG’s G Flex einfach verbiegen ließen. Die beiden Smartphones waren nämlich mit biegbaren OLED-Displays ausgestattet: Während das Galaxy Round horizontal biegbar war, konnte man das LG vertikal verbiegen. Gründe für diese unterschiedlichen Varianten sind uns nicht bekannt. Es kann wohl daran liegen, dass die koreanischen Unternehmen im direkten Wettstreit miteinander liegen und die beiden Versionen direkt an den Kunden testen.

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Wir gehen von aus, dass im Laufe diesen Jahres die ersten flexiblen Smartphones von LG und Samsung sowie anderen Händlern bei uns ankommen könnten. Wo aber nun genau der Vorteil bei den biegbaren Displays ist, wissen wir allerdings nicht wirklich. Vielleicht zerbricht es ja nicht so schnell, wenn das Smartphone mal runterfällt oder eventuell kann man künftige Geräte zusammenknüllen, damit diese in jede Damen-Handtasche passen. In jedem Fall wird es aber noch eine Weile dauern, bis diese Technik zum Mainstream wird. Mit biegbaren Smartphones werden definitiv erst mal die angesprochen, die sich mit ihren Geräten von anderen abheben möchten.


2. Der Wechsel auf 64-Bit

Dies ist ein Trend, der von Apple mit dem Release des iPhone 5s gestartet wurde. Der eigens entwickelte Apple A7 SoC (System-On-Chip) Prozessor, der in dem iPhone 5s, iPad mini und iPad Air zum Einsatz kommt, war der erste Chip vom Hersteller ARM in einem Endgerät mit 64-Bit Adressierung. Nach dem Release des 64-Bit Prozessor reagierten andere Hersteller wie Qualcomm und Samsung extrem hastig und kündigten schnell ihre 64-Bit SoCs an. Um genau zu sein, kündigte Qualcomm seinen ersten 64-Bit Prozessor im Dezember vergangenen Jahres an: den Snapdragon 410. Hierbei handelt es sich nicht um einen High-End Chip, sondern eher um einen Mittelklasse-Prozessor, welcher die Cortex A 53 CPU benutzt und die 64-Bit-Techniken von ARM beherrscht.

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Der Cortex A53 ist der Vorgänger des Cortext A7, welcher nicht so potent wie der A15 oder andere High End ARM-CPU Cores ist. Aber nichtsdestotrotz wird es der erste 64-Bit SoC von Qualcomm werden. Hierbei können wir mit dem Gerät in der zweiten Jahreshälfte 2014 rechnen. Gerüchten zufolge will Samsung einen 64-Bit Exynos Chip mit dem nächsten Galaxy Gerät bringen, während Nvidias erster 64-Bitter, der Tegra 6 wohl eher 2015 auf dem Markt kommt als 2014. Zum momentanen Zeitpunkt ist der A7 in der Lage einige 64-Bit-Vorgänge auszuführen, was durchaus Geschwindigkeitsvorteile bringt. Zusätzlich ist er in der Lage, mehr als 4 GB RAM zu verwalten und dadurch verbesserte Fähigkeiten im Multitasking-Bereich bietet. An diesem Punkt müssen wir aber noch mal drauf eingehen, dass das Android OS sowieso noch kein 64-Bit Adressing unterstützt, also wird es hier noch eine Weile dauern, bis 64-Bit für uns wirklich interessant sein wird.


3. Den Vorsprung des Nokia Lumia 1520 einholen

Mitte 2013 erreichte Nokia einen herausragenden Entwicklungserfolg. Das finnische Unternehmen schaffte es nämlich, eine 41-Megapixel-Kamera mit einem 1/15 Sensor in das Gehäuse des Lumia 1020 zu verbauen. Einige Monate später folgte das Lumia 1520 mit einem 20-Megapixel-Sensor. Annähernd in die Nähe des Pixelwunders kam nur Sony mit seinem Xperia Z1. Und nun sieht es so aus, als würde das Megapixel-Wettrennen 2014 in eine weitere Runde gehen, um Nokias Vorsprung einzuholen. Mit einem 40+ Megapixel-Sensor herrscht wenig Bedarf für eine komplexe und platzraubende Zoom-Technik, wie das Galaxy S4 Zoom hatte. Für die Finnen ist es durch den technischen Vorsprung ohne viel Aufwand möglich, ein kleines und handliches Telefon mit toller Kamera zu bauen, die hervorragende Fotos schießt. Dadurch hat sich Nokia mit dem Lumia 1020 quasi eine Alleinstellung auf dem Markt verschafft. Nun sei fairerweise auch gesagt, dass nicht alle Mobile-Hersteller bei dem Megapixel-Rennen mitmachen. Next-Gen Vertreter wie das HTC One M8 oder Galaxy S5 setzen auf Sensoren im Bereich der 20 Megapixel.

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4. Displays mit 1080p+ Auflösung

Viele Leute sagen, dass ein Display mit einer Auflösung von mehr als 1080p überhaupt keinen Sinn macht, aber das wurde auch schon beim Umschwung von 720p auf 1080p behauptet. Aber auch wir müssen dem zustimmen, denn von allen hier aufgeführten technischen Neuerungen macht eine höhere Auflösung als 1080p wohl am wenigsten Sinn, das Bild ist derzeit perfekt genug. Dennoch pushen Samsung und LG die Smartphones mit der Auflösung von 2560×1440 und in 2014 werden weitere Smartphones mit 1440p-Panels auf den Markt kommen. Wir sind skeptisch, ob das wirklich Sinn macht, denn die 1440p Panels stellen satte 75 Prozent mehr Pixel dar als ihre 1080p Gegenstücke, daher wird die Batterie viel stärker beansprucht und es wird mehr Grafikpower benötigt, um Spiele ruckelfrei darzustellen. Vorteile werden hier eher die Tablets haben, da die größere Display-Diagonalen haben. Zusätzlich wird auch die Pixeldichte erhöht, wo auch Vorteile für Großbildschirme entstehen und 2014 werden überwiegend Displays mit 1080p oder höher auf nahezu allen 7-Zoll und 8-Zoll-Tablets eingeführt. Das gilt sogar für die Billigtablets und daher kann man sich für dieses Jahr auf Tablets einstellen, die eine optimale Bildqualität bieten.


5. Noch weniger Interesse an Windows RT

Windows RT ist Microsofts ungeliebtes Betriebssystem für mobile Geräte. Als es zu damaliger Zeit veröffentlicht wurde, wollten die Kunden nicht einfach nur ein System, das ausschließlich Apps aus dem Windows Store starten konnte. Da waren Tablets mit kompletter Windows 8.1 Unterstützung natürlich auf Anhieb beliebter. Es war es auch nicht wirklich eine Hilfe, dass schlussendlich gerade mal zwei Tablets im Jahre 2013 mit RT-Support veröffentlicht wurden – Das Surface 2 und das Nokia Lumia 2520.

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Da ist es verständlich, dass das Grundinteresse recht dünn war. Momentan sieht es auch nicht so aus, als wenn 2014 ein besseres Jahr für Windows RT wird, denn bis Microsoft Windows RT mit Windows Phone in Threshold integriert (kommt voraussichtlich im Jahr 2015), wird wohl kein Unternehmen außer Microsoft RT-taugliche Geräte produzieren. Zeitgleich steigen mit Intel und im geringeren Maße AMD in den Mobile-Markt ein, um preisgünstigere Geräte auf Windows-x86-Basis zu produzieren. Es zeichnet sich schon ab, dass diese moderate Werte in puncto Leistungs- und Batterielebensdauer bieten, während sie entweder von BayTrail, komplett lüfterlosen Haswell oder Mullins CPUs angetrieben werden. So, mal Butter bei die Fische … Wo könnte Windows RT noch einen Platz auf dem Markt finden, wenn die  x86-Plattformen dasselbe leisten können und noch besser sind?


Den ersten Teil gelesen? Hier geht es zum zweiten Teil.
In dem zweiten Teil unseres Artikels gehen wir auf die letzten fünf Punkte ein. Hierbei erzählen wir euch unter anderem mehr zu der Ausbreitung der LTE-Technik, günstige Smartphones und bessere Grafikdarstellung in Mobile-Games.

Über Patrick
Patrick ist hauptverantwortlich für den redaktionellen Part von RIGGED und sorgt dafür, dass ihr immer auf dem neuesten Stand rund um Technik, Mobile und Games seid. Darüber hinaus betreut und bespaßt er die Social Media Kanäle.

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