Hardware
18.02.2014

5 Gründe, warum die Steam Machines scheitern werden

Mit den Steam Machines will sich Valve, das Unternehmen hinter der beliebten Gamer-Plattform Steam, auch im Wohnzimmer platzieren und hat sich mit einer Vielzahl von PC-Herstellern zusammen getan, um diese Projekt Wirklichkeit werden zu lassen. Das Ziel ist es, in Konkurrenz mit den Konsolenherstellern Sony, Microsoft und Nintendo zu gehen. Quasi direkt quer rein in den Konsolenmarkt. Und es würde mich nicht wirklich verwundern, wenn Valve da ordentlich was reißen würde! Allerdings stehen dem fünf schwerwiegende Gründe entgegen, die mit großer Wahrscheinlich für ein zukünftiges Scheitern der Steam Machines verantwortlich sind.


Damit das alles aber auch optisch super läuft (zugegeben: Software ist deren Spezialität), kommt noch ein eigens entwickeltes Betriebssystem zum Einsatz: Steam OS. Aber ob das alles wirklich Sinn macht und wie das wirklich bei der Kundschaft einschlagen wird, ist mehr als fraglich. Vor allem haben die Entwickler zwar ein tolles Konzept an den Tag gelegt, große Töne gespuckt, aber was kam, ist im Endeffekt nur heiße Luft gewesen. Egal: Schlechte Publicity ist auch für Valve besser als gar keine, also legen wir mal los:

Steam Machines

1. Systemanforderungen? WTF?

Valve will mit den Konsolenherstellern in Konkurrenz treten und somit den geneigten Konsolenzocker für sich gewinnen. Doch scheinen die Entwickler dabei eines außer Acht gelassen zu haben: Die Bedürfnisse von Wohnzimmer-Gamern. Sie scheinen es einfach nicht begriffen und verstanden zu haben, worauf Konsolenzocker stehen!

Mir würde kein besseres Argument dafür einfallen, weshalb man ansonsten Systemanforderungen hat. Das ist was für PC-Spieler, aber sicherlich nicht für den geneigten Couch-Gamer, der von der Arbeit oder Schule kommt, den TV anmacht und die Konsole startet. Man will sich um den ganzen Schmarn keinen Kopf machen müssen, ob Spiel “XY” nun wirklich auf dem System läuft oder nicht: Es muss einfach funktionieren!

2. Beschissener Zeitraum

Man hätte sich wohl kaum einen schlechteren Zeitraum aussuchen können, als eine vermeintlich neue Konsole (die ohnehin alles schwieriger und komplizierter macht) auf den Markt zu werfen, nachdem die drei großen Vorreiter ihre neuen Produkte platziert haben und satte Gewinne (aufgrund von den Verkaufszahlen) erwirtschaften konnten.

Welcher Spieler, der nicht gerade in Geld schwimmt, kauft sich denn in dem laufenden Jahr nun noch eine Konsole, nachdem er sich eine PlayStation 4, Xbox One oder gar Nintendo Wii zugelegt hat? Wo ist da der Sinn und Nutzen im Verhältnis zum ausgegeben Geld?

3. Zu viel Auswahl

Neben Systemanforderungen verwirrt Valve den Ottonormal-Verbraucher zusätzlich mit einer schier unüberschaubaren Anzahl an Steam Machines. Allein 13 Hersteller (Partner) arbeiten mit Valve zusammen, um die potentiellen Kunden mit den Machines zukünftig zu bedienen. Wenn es bei 13 Partnern bleibt und die Anzahl nicht nocht steigt. Doch bringt es das wirklich? Hätte es nicht viel mehr Sinn gemacht, wenn man sich lieber ein bis zwei Hersteller ins Boot geholt hätte und mit diesen dann 4-5 Modelle produziert hätte? Fahrradkette.

Steam Machines Auswahl

Für mich ist alleine die Tatsache, dass Valve selbst kein Modell auf den Markt bringt, schon fast ein Armutszeugnis. Auf der einen Seite soll man zwar eine vermeintliche Konsole von Hersteller XY kaufen, doch ein neues System von Valve nutzen. Warum nimmt Valve die Fäden hier nicht selber in die Hand und geht mit einem anständigen Plan auf den Markt? Entweder ist man sich einiger Tatsachen, wie dem Zeitpunkt der Markteinführung, durchaus bewusst, oder man glaubt nicht hundertprozentig an die eigene Idee. Wie man es dreht und wendet…

4. Zu wenig Games

Eigentlich klingen die Steam Machines erst mal danach, dass man die gesamte Auswahl aller Steam Games hätte. Doch dem ist nicht so! Stattdessen setzt Valve mit den Machines auf ihr eigenes Betriebssystem „Steam OS“, welches auf Linux basiert. Aus diesem Grund fallen alle Spiele weg, die nicht auf Linux laufen und das sind zum aktuellen Zeitpunkt nicht sonderlich viele.

Auf Dauer kann man hier sicherlich punkten, in dem man immer mehr und mehr Spiele mit Linuxunterstützung auf den Markt bringt, doch zum aktuellen Zeitpunkt sieht die Auswahl nicht gerade rosig aus.

Steam Linux Games

5. Der Preis

Mit dem angepeilten Preisen liegt Valve, beziehungsweise die Hersteller der Steam Machines, in einem Segment, was an der unteren Grenze dort beginnt, wo die derzeit teuerste Konsole gestartet ist: 500 US-Dollar! Rauf geht der Preis bis auf sensationelle 6.000 US-Dollar! Für das Protzen in den eigenen vier Wänden sicherlich nicht verkehrt. Der faule Hauskater verliert den Wettbewerb sowieso. Doch wenn man mehrere tausend Euro, oder US-Dollar, für einen Rechner ausgibt, kann man sich auch gleich selber etwas basteln, auf Basis von Windows, wo wenigstens alles läuft!

Ihr seid gefragt!

Wie steht ihr zu den Steam Machines und werden ihr euch die Kiste ins Wohnzimmer stellen?


Über Michael
Artikel, Tests und die Kommunikation sind Aufgabenbereiche von Michael. Zudem ist sein Part das äußerliche Erscheinungsbild und die Vermarktung der Plattform.

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Fabbse
Dienstag, 18.02.2014

Sicherlich ist es riskant und alles andere als einfach in den Konsolenmarkt einzusteigen, jedoch ist genau dieses Risiko das was große Firmen hervorbringt.
Die Steam-mashines sind sicherlich im deutlich gehobenen Preissegment, jedoch sind PC-Spieler auch bereit das 2-3 oder gar 4-fache, der aktuellen Konsolenpreise, und mehr für Ihren Gaming-Rechner auszugeben.
Und wer wenn nicht Steam (größter online-reseller für Games) hat die möglichkeit die Studios/Publisher dazu zu bewegen Spiele auf einem anderen/besseren Betriebssystem als Windows rauszubringen.
Wenn Steam es schafft ein Betriebssystem, welches gut verständlich und praktisch ist, auf Linux-Basis auf den Markt zu bringen und die Spiele dann auch kompatibel sind dann ist das ein toller Schritt um sich endlich von Windows lösen zu können.
Beispielsweise können man auf einem normalen Rechner Windows und abgeschottet davon SteamOS laufen lassen (die ganzen Windows Errors und anderen fehler fallen weg/ restliche funktionen wie office bleiben gewahrt)-
Gruß
Fabbse


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