Games
28.02.2014

Titanfall Beta Review: Rettung oder Reinfall?

Man kann wirklich viel Negatives über EA sagen, aber der Konzern schafft es immer wieder erfolgreiches Marketing für seine Produkte zu betreiben. Man muss es sich mal vor Augen führen: Titanfall wurde der Öffentlichkeit nur einmal im August letzten Jahres auf der gamescom vorgestellt und doch heimste das Spiel mehr Preise und Auszeichnungen ein, als manche großen Franchises mit allen Titeln zusammen. Nun fragt Ihr euch sicherlich, wie Titanfall das genau geschafft hat und genau das versuchen wir in dieser Review ein wenig zu ergründen.


Fangen wir erstmal mit den Machern von Titanfall, Respawn Entertainment, an. Das Studio wurde im Jahre 2010 von Jason West und Vince Zampella, zwei der Miterfinder der bekannten Call of Duty Serie gegründet. Mit der Zeit kamen weitere Programmierer von Infinity Ward, Activision und EA selbst an Bord. Jason West verließ dann, warum auch immer, das Unternehmen.

Titanfall: Call of Duty mit Robotern

Zurück zu Titanfall, manche von Euch werden nun ein Call of Duty mit Mechs erwarten und liegen damit eigentlich gar nicht so falsch. Ich persönlich hätte aber etwas mehr von einem Next-Gen Konsolenspiel erwartet.

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Nach sechs Stunden Spielzeit in der Beta, kann ich Euch dennoch keine bahnbrechenden Neuigkeiten über das Spiel vermitteln. Grob gesagt habt Ihr das Meiste wohl schon in Screenshots oder Videos vom Shooter gesehen. Natürlich liegt das aber auch an den eingeschränkten Inhalten der Beta-Version und natürlich kann man nicht vollständig über Titanfall urteilen, wenn man nur ein paar Stunden vor sich hin gedaddelt hat.

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Die größten Unterschiede zu anderen Shootern sind, ganz klar, die riesigen Mechs (Titanen), die man rufen kann und die praktischen Jetpacks, über die jeder Spieler verfügt. Diese erlauben es, Double-Jumps auzuführen oder wie in Prince of Persia artistische Einlagen wie Wallrunning auszuführen. Falls man also schnell mal vom Hausdach gegenüber herunter snipern will, ist das kein Problem. Einfach die gegenüberliegende Wand hochsprinten und den Platz einnehmen.

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Die Titanen sind jedoch nicht sofort verfügbar, sondern haben meist einen Timer von zwei Minuten. Die Mechs in Titanfall lassen sich dafür einfach steuern und sind nur ein wenig träger als der Spielercharakter selber. Sie können zwar nicht springen, haben dafür aber eine Dash-Option, mit denen sie schnell um einige Meter in die jeweilige gewünschte Richtung schlittern können. Gegnerische Spieler ohne Mech, kann man so auch einfach überrennen.

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Aus großer Kraft entsteht große Nutzlosigkeit

Sobald man in einem Mech sitzt, überkommt einen das Gefühl von Macht und Stärke. Schade nur, dass Titanfall davon keinen rechten Gebrauch macht. Das Spiel ist leider genauso rückständig wie Call of Duty und ein Interagieren mit der Umwelt ist nicht möglich. Nicht mal die Zerstörung von Objekten. Genau genommen ist es noch ein ganzes Stück schlimmer, denn selbst als „ach so mächtiger Titan“ bleibt man an kleinen Bäumchen hängen, das irgendwo sein jämmerliches Dasein fristet. Irgendwie ist das schon etwas lächerlich und einen Preis hätte ich dafür bestimmt nicht verteilt.

Kommen wir mal zur Grafik, die leider genau so wenig Next-Gen ist. 

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Ehrlich gesagt wäre das Spiel von der Optik her eher zur Xbox 360 zuzuordnen, als zur Xbox One. In dem Fall kann ich es mir einfach nicht verkneifen, die Konsoleros mitleidig zu belächeln. 500 Tacken für eine “High End” Konsole ausgeben, um dann überteuerte Spiele mit Durchschnittsgrafik zu spielen, die auch für den PC erscheinen und dann noch günstiger sind. Des Weiteren kann man mit dem PC, Titanfall in einer höheren Auflösung spielen und hat bestimmt noch eine weitaus höhere Framerate.  Die Xbox 360 Version von Titanfall wird ein paar Tage später erscheinen und sieht dann mit Sicherheit auch nicht sonderlich schlechter aus als das Xbox One Pendant.

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Die Stärke der Engine, könnte in dem Micro-Management der NPC-Soldaten und Miniroboter liegen, die aber über keine nennenswerte KI verfügen. Somit stellen die Einheiten nur Kanonenfutter dar und haben eigentlich keinen weiteren Sinn. Also gibt es auch hier keine Lorbeeren zu verteilen.

Auch scheint die künstlerische Gestaltung von Ladebildschrim, Lobby und die allgemeine Aufmachung nicht wirklich Respawns Metier zu sein. Öde Grafiken hinterlassen einen tristen Eindruck von Grau in Grau, den man 2014 mittlerweile wirklich hätte vermeiden können.

Titanfall: Kampf der Titanen

Wie angekündigt bietet die Beta neben dem Training drei unterschiedliche Spielmodi: Attrition (Team Deathmatch) Hardpoint Domination (Punkte erobern und diese halten) und Last Titan Standing, der mir mit Abstand am meisten Spaß gemacht hat.

Standardmäßig starten alle Beta-Tester in einem Titan und kämpfen gegeneinander. Man kann natürlich auch aussteigen, wenn es nötig ist – Die Seite, wo der letzte Titan steht hat, hat gewonnen.

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Das wirklich Gute ist, dass die Spieler die Titans nicht wie Powerups einsetzen, um rücksichtslos alles Feindliche auf dem Spielfeld zu vernichten, sondern alle gleichermaßen taktisch mit den riesigen Maschinen umgehen. Dadurch gibt es ungemein spannende Duelle, wenn die Titanen auf einmal vorsichtig um die Häuserkante luken und auch mal taktisch in die Gassen sprinten, um dort Deckung zu suchen. Dadurch entsteht eine unerwartete Spieltiefe, die ich bei Titanfall vorher nicht hatte. Das wertet das Spiel ungemein auf.

In der Titanfall Beta stand uns der der Mech Atlas in drei verschiedenen Varianten zur Verfügung: Tank, Assault und Artillerie. Der Tank hat eine normale Waffe, der Assault eins riesiges Maschinengewehr und die Artillerie feuert Vierfach-Raketen ab. Zusätzlich haben die Mechs die Möglichkeit, Nahkampfangriffe auszuführen und ein aktives Energieschild, dass die meisten Geschosse abzublocken vermag.

Der Spieler hat zwei Piloten-Klassen zur Auswahl: den Rifleman und den Assassin. Beide jeweils mit unterschiedlichen Waffen und Fähigkeiten. Die Assassine verfügt über die Smartgun, die gleichzeitig bis zu fünf Ziele anvisieren kann und mit einem Schuss alle trifft. Anfangs sehr spaßig, dennoch merkt man schnell, dass gerade im Multiplayer die Ausrüstung zügig verbessert werden muss und die Pistole irgendwann einfach zu schwach und träge ist. Dasselbe gilt für den Rifleman, der eher auf Gewehre setzt. Hier gibt es keine Besonderheiten, außer den üblichen Aufrüstoptionen, um mit den anderen Spielern mitzuhalten. Dasselbe gilt hierbei auch für die Titanen.

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Praktisch sind hier auch so genannte Burn-In-Cards, mit denen man Extra-Boni, wie „Schneller Laufen“ und „Weniger Nachladen“ freischalten kann. Mitunter kann so erreicht werden, dass der Titan im Match schneller freigeschaltet wird. Archievments gibt es natürlich auch.

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In der Beta gibt es zwei Spielkarten, die den Spielern genügend Möglichkeiten geben, sich zu verstecken. Im Last Man Standing ist die Map so beschaffen, dass auch die Titanen in Deckung gehen können. Allgemein sind die Karten im Grunde solide und abwechslungsreich designt, hierbei gibt es nichts auszusetzen, aber auch nichts hervorzuheben.

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Ich muss ehrlich sagen, dass mir die paar Stunden in Titanfall relativ gut gefallen haben. Ich bin zwar kein Fan der Levelmechanik in Shootern und präferiere die klassische Arenaballerei nach Art von Unreal Tournament und Quake, würde mich aber doch wohl zwei oder drei Tage mit dem Spiel auseinandersetzen.

Titanfall: Etwas angestaubt, viel warme Luft aber dennoch spaßig

Das Spiel ist im Multiplayer keinesfalls so innovativ, wie EA und Respawn uns das glauben machen wollen. Bis jetzt sind eigentlich nur die Mechs hervorgestochen. Ansonsten hat man das alles auch schon gesehen. Wieso es so viele Preise gewonnen hat, ist uns nach wie vor sehr schleierhaft.

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Ich hoffe dass der fertige Titel mehr Spieltiefe bringt und eine vernünftige Multiplayer Coop-Kampagne ist ein absolutes Muss, für das ansonsten recht schlichte TitanfallSollte Respawn hier nicht zulegen, kommt das Spiel nicht über das Free 2 Play Niveau hinaus und ist auch keine 50 Euro oder mehr wert. Hier könnt Ihr das Spiel vorbestellen.


Über Patrick
Patrick ist hauptverantwortlich für den redaktionellen Part von RIGGED und sorgt dafür, dass ihr immer auf dem neuesten Stand rund um Technik, Mobile und Games seid. Darüber hinaus betreut und bespaßt er die Social Media Kanäle.

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